Kock-Elf verliert Tor-Spektakel

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Praest..  Ernüchterung herrschte im Praester Lager nach dem Schlusspfiff in Friedrichsfeld. Während die Spieler mit hängenden Köpfen in die Kabine schlichen, diskutierten Coach Roland Kock und Vorsitzender Michael Kühn über die vermeidbare 3:5 (1:1)-Niederlage der Schwarz-Gelben beim Ligaprimus. „Heute war in jedem Fall mehr drin“, meinte Kock. „Aber die individuellen Fehler haben uns die Punkte gekostet.“ Dennoch sah er auch einige positive Ansätze beim Tabellenvorletzten. „Die erste halbe Stunde und der Wille zurück zu schlagen waren gut. Das müssen wir in das nächste Spiel mitnehmen“, blickte Kock nach vorn.

Da lautet der Gegner SV Bislich, dessen Übungsleiter Dennis Lindemann in der ersten halben Stunde ein klasse Spiel der Praester sah. Hinten stand der RSV sicher, nach vorne wurde gefällig kombiniert. Zunächst scheiterte Justin Ising zweimal aus der Ferne (13., 23.), dann fiel das hochverdiente 1:0 durch Juri Wolff, der eine feine Vorarbeit vom ansonsten schwachen Dennis Thyssen verwertete.

Doch anstatt noch mehr Sicherheit in das Spiel zu bekommen, fing der RSV auf einmal an zu schwimmen und produzierte viele Ballverluste, so dass die spielstarken Gastgeber immer wieder gefährlich vor das Praester Tor kamen. So auch in Minute 31, als Michal Szczepinski den Ball verlor, Marvin Prietzel seinen Sturmkollegen Thomas Giesen fand und dieser eiskalt egalisierte. Der RSV wackelte, fiel aber noch nicht und konnte sich in die Pause retten. Fast sogar mit einer Führung, doch Thyssen verzog.

Die Verschnaufpause sollte aber keine Stabilität bringen. Vielmehr leisteten die Praester Schützenhilfe. Nach einem Eckball schlug Ising unnötig den Ball aus dem gegnerischen Halbfeld zu Markus Jansen zurück, der den langen Ball anschließend genau in die Füße von Eray Tuncel passte. Der Mittelfeldspieler erzielte aus 40 Metern die 2:1-Führung (48.). Fast hätten die Gastgeber nachgelegt: Dennis Mielke (49.) traf nur die Latte. Und so stand es plötzlich 2:2, weil Jan Gasse eine Flanke von Gottschling verwertete (50.).

Zwei Minuten später gab es ein Gerangel an der Mittellinie, bei dem der Friedrichsfelder Stefan Giesen zutrat, was dem sonst guten Schiedsrichter Guido Tenhofen aber entging (52.). Beim anschließenden Freistoß beging Wolff ein unnötiges Foulspiel an Prietzel – den fälligen Elfmeter verwandelte Tuncel sicher (54.).

Ähnlich unkonzentriert wie beim Strafstoß zeigte sich der RSV auch in Minute 61, als Tuncel unbewacht am langen Pfosten zum 4:2 einschob. Nachdem SV-Keeper Christian de Groodt eine Flanke von Wolff gerade so aus dem Winkel fischte (67.), musste Szczepinski mit Gelb-Rot vom Feld (78.). In Unterzahl staubte Marvin Müller zum erneuten Anschluss ab (84.). Danach hatte Gottschling sogar den Ausgleich auf dem Kopf, köpfte aber aus fünf Metern in Richtung Eckfahne. So setzte Giesen dem Ganzen in der 89. Minute nach einem Konter den Deckel drauf. Tuncel vergab noch eine Chance (90.+2) und Stefan Giesen sah ebenfalls Gelb-Rot (90.+4).