Jungfernfahrt vor Rekordkulisse

Foto: Sahara Force India NRZ

Emmerich..  Die Rahmenbedingungen sollten am Sonntag stimmen. Zum Großen Preis von Großbritannien erwartet Patrick Allen, Managing Director des Silverstone Circuits, eine Rekordkulisse von 140 000 Zuschauern. Im „Home of British Motor Racing“ wird dann auch Force India die sehnlichst erwartete B-Version des VJM08 endlich auf die Strecke schicken. „Silverstone ist für uns ein ganz besonderes Rennen“, meint dann auch Teamchef Vijay Mallya. „Das ist un-ser Heimrennen. Unser Hauptquartier ist quasi auf der anderen Straßenseite. Dadurch haben alle unsere Angestellten die Möglichkeit, ganz nah die Rennaction zu verfolgen.“

Gradmesser für zweite Saisonhälfte

Der indische Multimillionär zieht trotz des verkorksten Saisonstarts nun ein gutes Zwischenfazit. Platz fünf in der Konstrukteurswertung sei ein „gewaltiger Erfolg“. Zudem setzt Mallya auf die Updates. „Ich bleibe optimistisch, dass wir eine Verbesserung sehen werden – eher früher als später“, so der Force India-Boss, dem aber auch klar ist, dass „noch ein steiler Lernprozess vor uns liegt, bis wir das komplette Potenzial ausschöpfen können“.

Natürlich ist auch Nico Hülkenberg froh, dass ihm sein Arbeitgeber nun mit besserem Material versorgt. Zu welchen Leistungen der Emmericher im Stande ist, wenn er in einem konkurrenzfähigen Auto sitzt, hat er nicht zuletzt beim Sieg in Le Mans gezeigt. Doch auch in der Formel 1 hat die Formkurve zuletzt deutlich nach oben gezeigt. So sei der sechste Platz beim Österreich GP eine starke Leistung gewesen, „bei der wir das Maximum herausgeholt haben“, so der 27-Jährige. „Natürlich ist uns die Strecke dort entgegengekommen, aber das Feld lag sehr eng beisammen und es war unser Verdienst, dieses gute Resultat einzufahren“.

Für Hülkenberg, der momentan mit 18 Punkten auf Platz neun in der Fahrer-WM-Wertung liegt, ist Silverstone ein echter Gradmesser für die zweite Hälfte der Saison. Darüber hinaus genießt der Emmericher aber auch den Motorsport an dieser geschichtsträchtigen Stelle.

„Silverstone ist eines der besten Rennen im Kalender“, meint der Emmericher. „Die Fans sind großartig und man findet praktisch keinen freien Platz auf den Tribünen. Die Atmosphäre ist aufregend, das gibt mir jedes Mal einen Extra-Schub.“

Fantreffen auf dem Zeltplatz

Hülkenberg verrät dann auch noch eine nette Angewohnheit. „Normalerweise gehe ich immer zu den Zeltplätzen, um die Fans zu treffen. Es ist toll, wenn man mitbekommt, dass alle dort so eine prima Zeit verleben.“ Darüber hinaus freut sich der Emmericher, dass er in England die Möglichkeit hat, mehr Zeit mit den Mitarbeitern aus der Fabrik zu verbringen.

Abgesehen vom Drumherum ist aber auch die Strecke für die Fahrer immer noch eine echte Herausforderung. Das kann Hülkenberg, der im Vorjahr das Rennen als Achter beendete, nur bestätigen: „Von der Strecke her hat man in Silverstone ein gutes Gefühl, wenn man fährt – besonders in den schnellen Kurven. Eine richtig schnelle Runde zusammenzubekommen auf solch einem schwierigen Kurs, ist ein unglaublich gutes Gefühl.“