In sieben Minuten alles verloren

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Praest..  Roland Kock saß nach dem Schlusspfiff noch einige Minuten auf einem Klappstuhl. Der Trainer musste erst einmal für sich verarbeiten, was er in den vorausgegangen 90 Minuten erlebt hatte. Und das war nicht ganz einfach. Denn der RSV Praest kam auf heimischen Geläuf mit 1:5 (0:0) gegen den SV Krechting unter die Räder.

„Ohne Witz, aber das war wirklich eines der besseren Spiele von uns – auch in der letzten Zeit, wo wir ja nicht mehr verloren hatten“, resümierte der 48-Jährige. „Gerade in der ersten Hälfte war das wirklich richtig gut und wir sind dann ja auch kurz nach dem Wechsel verdient in Führung gegangen.“

Doch die richtige Geschichte des Spiel ereignete sich zwischen der 61. und 68. Minute. In diesen sieben Minuten wandelten die Gäste einen 0:1-Rückstand in eine 4:1-Führung. Danach war die Luft raus. Die Praester waren konsterniert und konnten auch mental nicht mehr dagegenhalten. „Dass die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zurückschlagen konnte, kann man ihr nicht vorwerfen“, meinte Kock.

Treffer aus 45 Metern

Im ersten Durchgang passierte lange überhaupt nichts. Die beiden Teams belauerten sich. Echte Torgefahr blieb hüben wie drüben aus. Die Gelb-Schwarzen standen sehr sicher in der Verteidigung. Beim Spiel nach vorne fehlte jedoch die zündende Idee beziehungsweise die Genauigkeit beim finalen Pass in die Spitze. Daher fiel die Führung 36 Sekunden nach Wiederbeginn für die Platzherren auch durchaus überraschend. Eine hohe Hereingabe von der linken Seite köpfte Sven Dienberg Richtung Tor. Torhüter Tom Tüshaus konnte das Leder nur ungenügend abwehren, so dass Michael Schulz mit einem Abstauber der Nutznießer war (46.).

Doch urplötzlich waren die Praester vollkommen von der Rolle. Zudem trafen die Krechtinger auch aus teilweise unglaublichen Situationen und Positionen. Direkt das 1:1 war eine sehenswerte Volleyabnahme von Benedikt Hoves (61.). Keine Minute später köpfte André Kortstegge nach einer Ecke praktisch noch von der Torauslinie hinter dem zweiten Pfosten zur Führung ein (62.). Vollkommen hilflos präsentierte sich die Praester Defensive vier Minuten später, als ein hoher Ball ewig lang in der Luft war und trotzdem erneut Kortstegge mit einem Kopfball traf.

Die 68. Minute sollte es dann richtig in sich haben. Jan Gasse köpfte an die Latte des Krechtinger Tores. Die Gäste spielten danach einen langen Ball in die Spitze, so dass RSV-Keeper Markus Jansen weit aus seinem Tor eilen musste. Die Fußabwehr des Torhüters landete bei Marco Moscheik, der den Ball dann aus 45 Metern (!) im verlassenen Tor versenkte.

Jetzt war die Moral des RSV gänzlich gebrochen. Krechting konnte die Partie im Schaukelstuhl-Modus nach Hause bringen. Nichtsdestotrotz kamen die Krechtinger noch einmal vor das Tor der Hausherren. Und wieder gab es einen Einschlag Marke Tor des Monats. Muhsim Kurum drosch das Leder in den Winkel zum 1:5-Endstand (84.).

Duch die Niederlage bleiben die Praester auf einem Abstiegsrang. Der Rückstand auf den PSV Wesel II beträgt zwei Punkte. Allerdings haben die Postsportler aktuell zwei Partien weniger ausgetragen.