In der Wüste ausgerutscht

Emmerich..  Nico Hülkenberg schaffte es gestern nicht in die Punkteränge. Der Emmericher fuhr beim Großen Preis von Bahrain auf Rang 13. Sein Teamkollege Sergio Perez konnte sich hingegen als Achter über vier wichtige WM-Punkte freuen. Dabei waren die Voraussetzungen gar nicht schlecht für Hülkenberg gewesen, der von Startposition acht – was im diesjährigen Force India eine kleine Sensation ist – ins Rennen ging.

In Wirklichkeit steuerte Hülkenberg sogar das siebte Auto in der Startaufstellung, da Felipe Massa (Williams) wegen technischer Probleme aus der Box losfahren musste. „Der Start war schon relativ schlecht“, gab der 27-Jährige unumwunden nach dem Rennen am Sky-Mikrofon zu. „Ich habe direkt ein paar Plätze verloren, konnte aber noch in der ersten Runde wiederzurückkommen, so dass ich trotz allem noch Achter war.“

Doch was dann folgte war für den Emmericher eine einzige Rutschpartie. „Danach ging bei mir nicht mehr viel“, stellte Hülkenberg fest. „Ich hatte übelste Gripprobleme. Das zog einen hohen Reifenverschleiß nach sich.“

Reifenstrategie geändert

Die Konsequenz: Force India musste die Taktik wechseln und Hülkenberg wurde eine Drei-Stopp-Strategie auferlegt. Losgefahren war er auf Soft-Reifen. Nach zehn Runden gab es frische Soft-Reifen. Schließlich folgten in den Runden 26 und 40 die härteren Medium-Reifen. Schon in Runde 22 hatte sich der Emmericher mittels Funk beim Kommandostand an der Boxenmauer beklagt: „Ich habe untersteuern. Mein Auto frisst die Reifen, weil ich so viel rutsche.“

Nichtsdestotrotz sah es aber bei zwei Drittel der Renndistanz noch so aus, dass Hülkenberg durchaus ein Kandidat für die Punkte sein könnte. Doch diese Hoffnung zerschlug sich dann ziemlich schnell. Denn innerhalb einer Runde zogen Massa und Felipe Nasri (Sauber) am Emmericher vorbei. Spätestens nach dem letzten Boxenstopp war die Hoffnung verflogen, dass es Punkte geben könnte. Denn Hülkenberg kam im Force India nicht am eigentlich noch hoffnungslos unterlegenen McLaren-Honda von Fernando Alonso vorbei. Der Spanier war zwar auf Soft-Reifen unterwegs, aber sie bauten keineswegs ab. So konnte Alonso ohne weiteren Stopp ins Ziel fahren.

Auch beim Vergleich mit Teamkollege Perez zeigte sich, dass der Mexikaner deutlich weniger Reifenverschleiß hatte und mit zwei Stopps auskam, was in diesem Fall der Schlüssel zu einer Punkteplatzierung war.

Teamkollege wird Achter

Darüber hinaus zeigte der Mexikaner auch, dass ein Force India im Renntrimm durchaus konkurrenzfähig sein kann. So überholte Perez den Williams von Massa, obwohl die Williams aktuell die höchsten Topspeedwerte aufzeigen.

Nico Hülkenberg konnte hingegen nur ein enttäuschendes Fazit ziehen: „Dieses Mal ging gar nix.“