„Ich würde es jederzeit wieder machen“

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Was wir bereits wissen
Zum ersten Mal fand im Rahmen des 13. Halderner Volkslaufes auch ein Rollstuhlrennen statt.Maria Heweling und Jochen Radzun von der Lebenshilfe Unterer Niederrhein waren dabei.

Haldern..  Zum ersten Mal fand im Rahmen der 13. Auflage des Halderner Volkslaufes „Rund ums Reeser Meer“ auch ein Rollstuhlrennen statt. Maria Heweling und Jochen Radzun waren dabei. Dass sie „jederzeit wieder“ mit machen werden, sagten sie im Interview deutlich.

Maria Heweling und Jochen Radzun von der Lebenshilfe Unterer Niederrhein wirken glücklich. Der Muskelkater in den Armen und die leichten Abschürfungen an den Händen sind längst genesen. Die Freude, an diesem Rennen teilgenommen zu haben, übersteigt die Nachwehen bei weitem.

1200 Meter absolvierten sie mit fünf anderen Teilnehmern beim ersten Rollstuhlrennen des 13. Halderner Volkslaufes. Jochen Radzun zeigt seine bereits verheilten Abschürfungen und erklärt, dass sich viele gar nicht vorstellen können, wie schwer es sei, im Rollstuhl zu sitzen und bei solch einem Rennen mitzumachen.

Was meinen Sie damit?

Jochen Radzun: Es ist viel anstrengender: Wir spüren jede Unebenheit viel deutlicher. Auch kleine Kieselsteine auf der Strecke können uns behindern. Da ist es wichtig, den passenden Rollstuhl zu haben. „Läufer“ sehen das oft aus einer anderen Sicht.

Maria Heweling: Die Strecke beim Halderner Volkslauf hatte es auch in sich. Zu Beginn der zweiten Runde dachte ich: „Schaffst du das wirklich?“

Was war das für ein Gefühl, im Ziel anzukommen und es dann wirklich geschafft zu haben?

Maria Heweling: Erleichterung! Ich fahre aber auch längere Strecken mit dem Rollstuhl, zum Beispiel von Rees nach Haldern oder zu meinen Eltern nach Haffen. Da bin ich im Training.

Jochen Radzun: Beim Rollstuhlrennen wollte ich schauen: Was geht noch? Was schaffe ich noch? Gerne wäre ich etwas schneller gewesen, aber es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht. Deswegen würde ich es jederzeit wieder machen.

Maria Heweling: Ich auch! Alle Rollifahrer, die dabei waren, haben direkt im Anschluss schon gesagt, dass sie beim nächsten Mal wieder mitmachen möchten.

Was hat Ihnen denn besonders gefallen?

Maria Heweling: Es war schön, dass es uns Rollstuhlfahrern ermöglicht wurde, überhaupt an der Veranstaltung teilzunehmen. So konnten wir zeigen, was wir auch alles können.

Dass ist in erster Linie ja auch Ihnen zu verdanken. Im vergangenen Jahr kamen der Anstoß und der Wunsch ja von Ihnen.

Maria Heweling und Jochen Radzun: Gerade beim Thema „Inklusion“ ist es da natürlich schade, dass wir auf so etwas extra hinweisen müssen.

Da haben Sie natürlich Recht. Was wünschen Sie sich denn für den nächsten Halderner Volkslauf in 2016?

Maria Heweling: Wir möchten, dass auch Menschen, die nicht auf den Rollstuhl angewiesen sind, beim Rollirennen mitmachen. Dadurch sehen die, wie es ist, auf unseren vier Rädern auf Tempo unterwegs zu sein. Es wäre schön, wenn dafür Rollstühle bereitgestellt werden könnten.

Jochen Radzun: Ich muss schauen, ob ich beim nächsten Mal aus Gesundheitsgründen wieder mitmachen kann. Ich möchte aber auf jeden Fall bei der Organisation dabei sein.

Die Unterstützung wäre sicherlich hilfreich. Für Sie war es der erste Wettbewerb dieser Art. Könnten Sie sich vorstellen, jetzt auch bei anderen mitzumachen?

Maria Heweling: Ich kann es mir vorstellen. Allerdings macht es am meisten Spaß mit den Leuten, die man kennt.