Hülkenberg sitzt im weißen Renner

Was wir bereits wissen
Während der Emmericher mit Force India in der Formel 1 der Musik aktuell hinterherfährt, läuft beim LMP1-Projekt von Porsche alles nach Plan. Zuffenhausener setzen für Le Mans auf Dreifarbenkonzept.

Emmerich..  Die Formel 1 könnte in diesem Jahr für Nico Hülkenberg zu einer Geduldsprobe werden. Die starke Punkteausbeute von Force India in Melbourne scheint eine Eintagsfliege gewesen zu sein. In jedem Fall ist der britisch-indische Rennstall am vergangenen Wochenende in Malaysia auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden.

Dabei hat die Geschichte zwei Seiten. Hülkenberg und sein mexikanischer Teamkollege Sergio Perez, die innerhalb eines Wimpernschlags hintereinander durchs Ziel fuhren, lagen 38 Sekunden hinter den Punkterängen. Die Rechnung ist einfach: Hätte Hülkenberg nicht die Zehn-Sekunden-Zeitstrafe kassiert und wäre der dritte Boxenstopp hinfällig gewesen, ein Platz in den Top Ten wäre rein rechnerisch locker erreichbar gewesen.

Unplanmäßiger Boxenstopp

Andererseits zeigte der unplanmäßige Boxenstopp auch, dass sich die Strategen bei Force India total bei der Haltbarkeit der Reifen verkalkuliert hatten. Der Funkspruch von Hülkenberg an die Box in Runde 43 („Sorry Jungs, ich weiss, dass Ihr das jetzt nicht gerne hört, aber auf diesen Reifen schaffe ich es wohl nicht mehr ins Ziel“) spricht in diesem Zusammenhang Bände.

Die bittere Wahrheit von Malaysia ist auch, dass Hülkenberg das Rennen als Vorletzter beendete. Hinter dem 27-Jährigen lag nur noch Roberto Merhi im hoffnungslos unterlegenen Marussia.

Die Baustellen am Force India sind derweil komplex. Die Fahrer beklagen sich über das schwierige Handling und Probleme mit der Fahrzeugbalance. Grundsätzlich – das haben die ersten beiden Qualifyings bewiesen – fehlt der Speed über eine Runde. In der Vorsaison galt der Force India als reifenschonendes Auto. Dieser Vorteil ist beim aktuellen VJM08 auch perdu.

Während Hülkenberg am Wochenende in Malaysia schwitzte, läuft bei seinem zweiten Arbeitgeber alles nach Plan. Porsche stellte auf der französischen Rennstrecke Paul Ricard seine unterschiedlichen Designs für den 919 Hybrid vor. Mit dem Prototypen wird der Emmericher am Rennen in Spa-Francorchamps sowie den 24 Stunden von Le Mans teilnehmen. Der Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen setzt auf ein innovatives Dreifarbenkonzept.

Der rote Prototyp ist in Farbe und Startnummer eine Hommage an jenen Porsche, der 1970 den ersten von bis heute 16 Gesamtsiegen der Marke in Le Mans holte. So viele Erfolge gelangen noch keiner anderen Marke beim wohl härtesten Langstreckenrennen der Welt. Der schwarze LMP1 mit der Startnummer 18 symbolisiert die enge technische Verwandtschaft zwischen dem Rennwagen Porsche 919 Hybrid und dem ebenfalls hybridisierten Supersportwagen Porsche 918 Spyder. Der dritte im Bunde, der weiße Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer 19, trägt auch in Le Mans die Farbe, mit der Porsche nach 16 Jahren Abwesenheit in den Spitzensport zurückkehrte. In diesem Prototyp mit der klassischen Farbe für Rennwagen aus Deutschland wird Hülkenberg sitzen. „Von der Rennstrecke für die Straße zu lernen, hat Tradition bei Porsche. Insofern ist es absolut stimmig, unsere Le-Mans-Prototypen auch in ihrer Farbgebung zumindest teilweise an die Rennsporthistorie anzubinden“, sagt Wolfgang Hatz, Vorstand für Forschung und Entwicklung der Porsche AG.