Hülkenberg schraubt Erwartungen runter

Was wir bereits wissen
Formel 1. Auf dem Shanghai International Circuit ist vor allem Aerodynamik gefragt. Gerade in diesem Bereich hat Force India Nachholbedarf. Trotzdem hofft der Emmericher auf Punkte

Emmerich..  Nico Hülkenberg fährt mit einer realistischen Einschätzung nach China. „Ich habe keine großen Erwartungen“, sagt der Emmericher vor dem Rennen auf dem Shanghai International Circuit am kommenden Wochenende. „Aber wir müssen nichtsdestotrotz daran glauben, dass wir um Punkte kämpfen können.“

Genau das war aber zuletzt in Malaysia nicht möglich, wie der 27-Jährige auch unumwunden zugibt. Aber immerhin habe man in Sepang einen guten Kampf abgeliefert und werde auch weiterhin alles dafür tun, um noch mehr Performance zu finden. „Ich glaube, unser Performance-Level wird an diesem Wochenende ähnlich sein“, schiebt der Force India-Pilot hinterher.

Updates erst in Österreich

Denn die ersten beiden Rennen der Saison haben deutlich gezeigt, dass Force India aus eigenen Stücken kein Punkte-Kandidat ist. Der britisch-indische Rennstall muss auf Fehler der Konkurrenz hoffen. Immerhin hat sich der VJM08 als standfest erwiesen. Große Besserung ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. Es sieht im Moment so aus, dass das sehnlichst erwartete Update erst zum Österreich GP kommt. Der ist Mitte Juni.

Im Moment wird im Windkanal in Köln eifrig getestet. Wenn die Evaluationsphase abgeschlossen ist, werden die neuen Teile produziert, was weitere Zeit in Anspruch nimmt. Da ein Aero-Update in Monaco und Montreal – wo ganz spezielle Bedingungen herrschen – wenig Sinn macht, hat sich Force India entschieden, das Update nach Spielberg zu bringen.

„Jedem im Team gebührt Respekt, dass der VJM08 so zuverlässig ist, aber es liegt noch ein langer Entwicklungsprozess vor uns“, meint dann auch Teamchef Vijay Mallya. „Wir wissen, in welchen Bereichen wir uns verbessern müssen.“

Ein Vorteil am China GP ist, dass auch unterschiedliche Strategien zum Erfolg führen können. Denn die Reifen werden extrem belastet. „Die schnellen Kurven sind hart für die Reifen“, weiß auch Hülkenberg. „Der hohe Abrieb ist ein wichtiger Faktor im Rennen. Die Kurve eins, die scheinbar nie endet, saugt den Reifen dann auch nochmal das letzte Leben aus – besonders dem linken Vorderreifen.“

Doch der Circuit in der Millionenmetropole wird nicht nur durch die schnellen Kurven geprägt. Vielmehr bietet der Kurs einen Mix aus vielen verschiedenen Elementen. Das besondere Augenmerk wird aber auf der Aerodynamik liegen, was schon mal schlechte Voraussetzungen für Force India sind.

Abseits der Strecke genießt Hülkenberg in jedem Fall seinen Aufenthalt in der Hafenstadt mit 23 Millionen Einwohnern. „Shanghai ist ein cooler Ort“, sagt der Emmericher. „Ich wohne immer im Zen-trum der Stadt, wo man die ganze Energie spüren kann. Da passiert so unglaublich viel und alle sind immer unheimlich geschäftig.“