Hoch und weit zum Bezirkstitel

Das erfolgreiche Badminton-Schulteam des Gymnasiums Aspel, das den Sieg in der ersten Regierungsbezirksrunde des Landesportfestes der Schulen  holte: v.l. Luisa Ketteler, Simon Koch, Nina Kohl, Justin Fischer, Lea Roche, Marvin Müller, Leonie Boland und Lennart Johann.
Das erfolgreiche Badminton-Schulteam des Gymnasiums Aspel, das den Sieg in der ersten Regierungsbezirksrunde des Landesportfestes der Schulen holte: v.l. Luisa Ketteler, Simon Koch, Nina Kohl, Justin Fischer, Lea Roche, Marvin Müller, Leonie Boland und Lennart Johann.
Foto: Funke Foto Services

Am Ende richteten sich alle Augen auf Marvin Müller. Erst nach dem allerletzten Satz des entscheidenden Spiels um die Badminton-Bezirksmeisterschaft der Schulen sollte der Sieger feststehen. Nachdem der 13-Jährige vom Reeser Gymnasium Aspel gegen seinen Gegner aus Krefeld-Fischeln den ersten Satz mit 21:9 dominiert hatte, dann aber den zweiten Durchgang mit 11:21 verlor, gab Lehrer Franz Wankum seinem Schützling einen wichtigen Tipp: „Du musst höher und weiter spielen, dann hast du auch mehr Zeit“.

Entscheidender Tipp

Gesagt, getan. Marvin Müller setzte die taktische Vorgabe des Coaches perfekt um, gewann den dritten Satz mit 21:8 und durfte nach dem Punkt zum 4:3 die Gratulation seiner Mitschüler in Empfang nehmen. Damit holte sich die Reeser Schulmannschaft den Sieg in der Wettkampfklasse 3 (Jahrgänge 2000 bis 2003) und schaffte gleichzeitig die
Qualifikation für die nächste Runde, in der der Regierungsbezirkssieger in Mülheim ermittelt wird.

Besonders bemerkenswert ist dieser Titel, da kein einziger Schüler Vereinsspieler ist. Der Erfolg ist das Ergebnis der Badminton-AG, die Franz Wankum seit vielen Jahren am Reeser Gymnasium anbietet. Das achtköpfige Schulteam aus der achten und neunten Jahrgangsstufe hatte in Klasse fünf mit Clear, Drop und Smash begonnen. Derzeit allerdings müssen die Federbälle meistens ruhen. Denn dienstags von 13 bis 14.30 Uhr, wenn die Badminton-AG stattfindet, steht für die Jugendlichen Unterricht auf dem Stundenplan. So beschränkte sich die Vorbereitung der Auswahl – zunächst auf Kreis- und jetzt auf Bezirksebene – auf jeweils zwei Übungseinheiten vor den Wettkämpfen. „Dabei haben wir auch ausgespielt, wer aussetzen muss, denn zwei können leider nicht zum Einsatz kommen“, erklärt der Lehrer.

Harmonie im Doppel

Das fehlende Training merkte man den Reeser Jugendlichen aber in Krefeld nicht an. Im Gegenteil. In den ersten Begegnungen trumpfte das Aspel-Team richtig auf und ging – auch zur großen Überraschung von Franz Wankum („Die anderen hatte alle Vereinstrikots an“) – mit 3:0 in Führung.

Lennart Johann und Marvin Müller harmonierten prächtig im Doppel und ließen den Gegnern vom Ma-ria-Sibylla-Merian-Gymnasium keine Chance. Anschließend siegte Lina Kohl sowohl im Mädchen-Einzel als auch im Mädchen-Doppel zusammen mit Leonie Boland. Danach allerdings standen Lennart Johann und Leonie Boland in den Einzeln auf verlorenem Posten und auch das Mixed mit Luisa Ketteler und Simon Koch hatte mit 1:2 das Nachsehen. Doch dann kam der große Auftritt von Marvin Müller.

„Das hat richtig Spaß gemacht“, freute sich Lennart Johann nach dem Happy End. Im Verein spielt der 14-Jährige Fußball beim SV Rees und Tennis beim TC BW Rees. „Badminton ist aber auch ein schöner und schneller Sport“, findet der Achtklässler. „Wenn man ein guter Tennisspieler ist, hat man generell ein ordentliches Ballgefühl und ist treffsicher“, wundert es Franz Wankum nicht, dass sein Schüler auch ohne intensives Training einen guten Smash spielt.

In der Turnhalle der Realschule, dessen Deckenhöhe für Badminton eigentlich zu niedrig ist, hat Franz Wankum seit einigen Wochen wieder neue Fünftklässler unter seinen Fittichen. „Amy, du musst noch weiter schlagen“, ruft der Pädagoge mit ruhiger Stimme in die Halle, während Jonas Baumann neben ihm steht und fragt: „Bei uns steht’s 20:20, wie geht’s denn jetzt weiter?“.

Abteilungsleiter in Emmerich

Auf beiden Feldern wechselt der Federball schon recht flüssig die Seiten. Die Bemühungen des Deutsch- und Englisch-Lehrers, der seit vielen Jahren auch Badminton-Abteilungsleiter bei der Emmericher Eintracht und dort selbst in der 37. Saison aktiv ist, tragen bereits sichtbar Früchte. „Entscheidend ist natürlich zunächst, den Ball zu treffen. Dann müssen die Kinder die Regeln beherrschen und zählen können“, sagt Wankum. Und ganz wichtig: „Wir trainieren fair zu sein. Man kann nur stolz auf einen Punkt sein, den man auch wirklich erzielt hat“.