Hobby war gestern, Liga ist heute

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Sie ist hochmotiviert und zielsicher. Im Training bekommt der Trainer das hautnah zu spüren. Natürlich völlig unbeabsichtigt trifft der Tennisball von In-grid van de Lest ihren Coach Marco Oversteegen. Der Niederländer nimmt’s mit Humor, lobt vielmehr den Elan seiner Power-Mädels: „Sie bereiten sich gut vor, da wird was Schönes bei herauskommen“, ist der 49-Jährige überzeugt.

Seine Truppe – das sind die künftigen Damen 40 des TC RW Emmerich. Und die bereiten sich gerade auf ihr großes Abenteuer vor: echte Wettkämpfe. Anfang Mai steigen sie in ihre erste reguläre Medensaison ein. Da geht es in jeweils sechs Einzeln und drei Doppeln richtig um Punkte. Aus Hobby wird Ernst. Anfänger- und Schnupperkurse waren gestern, Liga ist heute. Vermutlich werden die Damen in der Bezirksklasse D klein anfangen, darunter gibt’s nichts mehr. Dennoch wird man auch weitere Strecken in Kauf nehmen müssen, bis nach Geldern, Xanten oder Sonsbeck. Das werden dann längere Tage, da müssen die Emmericherinnen viel mehr Zeit in den weißen Sport investieren.

Damen 40 schließen Lücke

Der Ehrgeiz ist längst geweckt. Und der Trainer traut ihnen durchaus einiges zu: „Sie sind ein echtes Team, das soll es bringen.“ Auch Vereinsvorsitzender Gregor Langen ist happy, dass Peter Mies, der die Damen auf der Hobbyebene betreute, die Lücke zwischen den Damen 30 und Damen 50 geschlossen hat: „Wir vom Vorstand haben das sehr begrüßt.“ Natürlich schwant Langen, dass die Neulinge in ihrer ersten Saison Lehrgeld zahlen müssen, aber bange ist ihm darum nicht. Seine Damen, davon ist er überzeugt, werden Emmerich nicht blamieren: „Wir werden das gemeinsam durchstehen.“ Auf alle Fälle mit viel Spaß.

Die Emmericherinnen trotzen dabei mutig einem Negativ-Trend. Tennis, so Peter Mies, ist allgemein auf dem Rückmarsch: „Bei uns geht es vorwärts. Dass eine neue Mannschaft gemeldet wird und dann in diesem Alter, ist eher selten.“ Auch für Mies steht fest: „Sie werden der Konkurrenz das Fürchten lehren. Sie haben Blut geleckt und wollen unbedingt Medenspiele bestreiten.“

Französin mit exzellenter Vorhand

Die NRZ stellt den etwas anderen „Nachwuchs“ kurz vor, der zeigt, dass gerade im Tennis jeder willkommen ist, selbst wenn er ab 40 Jahre alt aufwärts ist. Eine Mannschaft sollte aus zehn bis zwölf Spielerinnen bestehen, und die kriegt der TC RW locker zusammen.

Sophie Bossmann vom Ingenhof aus Hüthum ist Mannschaftsführerin. Die Französin aus St. Etienne hat eine exzellente Vorhand. Sophies Traum: „Einmal in Roland Garros in Paris zu spielen!“ Oder zumindest in Wimbledon ...

Claudia Smeenk spielt seit vier Jahren, bei den Hobby-Stadtmeisterschaften schlug sie an der Seite von Gregor Langen auf. Ihre Stärke ist ihre Gelassenheit.

Anna Palluch hat früher Volleyball gespielt: „Tennis ist eine schöne Sportart, Peter Mies hat sie mir beigebracht. Ich probier’s einfach mal aus.“ Die Ausdauer ist ihr Markenzeichen.
Carmen Jansen aus Elten ist auch seit drei Jahren beim TC RW mit von der Partie, hat aber auch vorher schon dem Tennissport gefrönt. „Ich spiele gerne gegen eine andere Mannschaft“, sagt sie, „mehr als verlieren kann man ja nicht“. Vor allem am Netz ist sie „hammerstark“.
Ingrid Braam sagt: „Ich bin durch meinen Mann Hans-Josef zum Tennis gekommen. Seit anderthalb Jahren bin ich wieder drin, nachdem ich zehn Jahre pausiert habe.“ Sie gilt als wahres Motivationswunder.
Barbara Brauer-Lütkemöller ist vor zehn Jahren über einen Schnupperkurs zum Tennis gekommen und dabei geblieben: „Ich freue mich besonders darauf, jetzt im Team zu spielen.“ Sie gibt nie auf, ist eine Kämpfernatur.

Hildegard Horn ist ein „alter Hase“. Lange hat auch sie nur hobbymäßig agiert: „Ich habe mich überreden lassen und warte ab, was auf mich zukommt. Ich habe ja Zeit, weil ich nicht mehr beruflich aktiv bin.“ Ihr Plus ganz klar: Erfahrung!
Annette Büscher ist auf dem Spielfeld ob ihres Aufschlags gefürchtet. Kraft und Vorhand sind weitere Stärken.
Susanne Walbohm gehört seit drei, vier Jahren zur sportlichen Damen-Runde und ist ebenfalls mit großem Eifer bei der Sache.

Angela Gruyters jagt seit zehn Jahren dem Tennisball hinterher: „Ich treibe gerne Sport. Es macht mir einfach Spaß, zu kämpfen.“ Vorhand, Netzspiel und Ehrgeiz zeichnen sie besonders aus.
Zita Günnewig ist auch schon seit rund zehn Jahren mit von der weißen Partie. Eine ihrer sportlichen Eigenschaften ist, dass sie nie aufgibt.
Ingrid van de Lest gilt als hochmotiviert und zielstrebig – und als treffsicher, sonst müsste sich ihr Coach nicht so sehr in Acht nehmen ...