Hitze hält viele Reiter vom Start ab

Am Niederrhein..  Christiane Rittmann hatte Verständnis. Viele Teilnehmer hatten kurzfristig ihren Start beim Vielseitigkeitsturnier des Reitverein Lippe-Bruch Gahlen abgesagt. „Ich kann das gut nachvollziehen“, so die Vorsitzende. Das Thermometer zeigte 36 Grad an. Unter dem Strich ging lediglich die Hälfte der 450 gemeldeten Starter tatsächlich ins Gelände. „Ich find es schade für die Helfer, die im Vorfeld viel Zeit für den Wettbewerb geopfert haben. Aber für das Wetter können wir ja nichts“, sagte Rittmann.

Der Verein hatte im Vorfeld zahlreiche Vorkehrungen getroffen, um den anwesenden Teilnehmern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Überall hatte der RV Gahlen Pavillons auf der Anlage platziert, die Schatten für die Zuschauer spendeten. In den Zelten standen Speisfässer mit Wasser zum Kühlen von Händen und Füßen. Für die Pferde hatte der Klub - etwas abseits - eine kleine Station aufgebaut. Dort überwachte ein Tierarzt jedes Pferd nach dem anstrengendsten Teil der Vielseitigkeitsprüfung – dem Geländeritt. Diese Kontrolle machte der Ausrichter für die Teilnehmer zur Pflicht.

„Als Verein in der Pflicht“

Jens Hoffrogge, Aushängeschild des Klubs in Sachen Vielseitigkeit, war allerdings überrascht, wie solide seine Pferde, die zugegeben sehr gut trainiert sind, den Extrembedingungen standgehalten hatten. „Der Tierarzt hat die Atmung und den Puls überprüft. Die Werte waren nach dem Geländeritt ganz normal, wie, als wären wir bei 10 Grad weniger geritten. Der leichte Wind hat beim Galoppieren das Pferd schon abgekühlt“, sagte Hoffrogge.

An der aufgebauten Station wurden die Pferde durch eine spezielle Milchvieh-Kühlungsanlage, die der Tierarzt organisiert hatte, mit Sprühregen abgekühlt. „Wir haben wirklich sehr viel Wasser an beiden Turniertagen verbraucht. Bei diesem Wetter stehen wir als Verein in der Pflicht“, so die Klubchefin.

Lokalmatador überzeugt

Sportlich feierte Jens Hoffrogge einige achtbare Erfolge. Mit seinem Nachwuchspferd Emsfee erreichte das Paar in der Vielseitigkeit Klasse A, die Ben Leuwer (RJC Rodderberg) mit Catelan gewann, den siebten Platz. „Emsfee hat das toll gemacht. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, freute sich Hoffrogge, der erst seit drei Monaten mit der Stute auf Turnieren reitet. In der Geländepferdeprüfung Klasse L landete er mit Rangi auf dem dritten und mit Grand Acteur auf dem vierten Rang. Mit Black Rock schaffte der Lokalmatador in der Geländepferdeprüfung Klasse A, einer Qualifikationsprüfung für das Bundeschampionat der fünfjährigen Vielseitigkeitspferde, den zweiten Platz. Diese Abteilung gewann Arne Bergendahl (ZRuFV von Lützow Hamminkeln) auf Lamango. Das Duo wurde zudem Zweiter in einer L-Geländepferdeprüfung.

In der Dressur der Vielseitigkeitsprüfung der Klasse L verpasste Clara Sophie Abeck vom RSV St. Hubertus Obrighoven auf Don Edosto nur knapp den Sieg und wurde Zweite. Zweite in der Gesamtwertung der A-Vielseitigkeitsprüfung wurde ihre Vereinskollegin Anne Mara Traut auf Geronimo.