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Leichtathletik

Halbmarathon mit einem 35 km-Vorlauf

16.12.2012 | 20:00 Uhr
Halbmarathon mit einem 35 km-Vorlauf

Emmerich. Der Halbmarathon beim Emmericher Adventslauf wurde gestern um 11.15 Uhr freigegeben. Ike Radtkowski und Michael Engbers waren allerdings schon sehr viel früher gestartet. Um 7 Uhr. Die beiden Bocholter hatten bereits die „Anreise“ von 35 Kilometern nach Emmerich zu Fuß zurückgelegt.

„Wir machen öfter mal solche Verrücktheiten“, meinte Radtkowski, nachdem er insgesamt 56,1 Kilometer absolviert hatte – und im Zielbereich des Eugen-Reintjes-Stadions immer noch keine größeren Ermüdungserscheinungen zeigte.

Ein richtig verrücktes Vorhaben plant Ike Radtkowski für das kommende Jahr. Dann will der 30-Jährige einen Ultraspendenmarathon zugunsten von Waisenkindern in Uganda absolvieren und vom 14. bis 29. September von Bocholt nach Berlin laufen. Insgesamt 630 Kilometer in 15 Etappen. Und schließlich in der Hauptstadt auch noch den Marathon bewältigen.

Mölders wiederholt seinen Erfolg

Für Radtkowski waren Zeit (1:40,03 Std.) und Platzierung bei der 47. Auflage des traditionell deutsch-niederländischen Adventslaufes nach seinem „Vorlauf“ verständlicherweise nur Nebensache. Richtig schnell unterwegs war dagegen Dave Mölders. Nach dem Sieg beim Flürener Crosslauf am vergangenen Wochenende triumphierte er auch in Emmerich. „Wenn man bedenkt, dass die Strecke ja nicht einfach ist, unter anderem mit der Steigung am Eltenberg, ist die Zeit wirklich gut“, zeigte sich der Athlet vom LV Marathon Kleve auch mit den 1:13,30 Std. sehr zufrieden.

Schnellste Frau war in 1:29,33 Std. Karen aus der Fünten, die aus Saarbrücken an den Niederrhein gereist war. „Ich habe Verwandte in Mülheim und da ich in diesem Jahr noch keinen Halbmarathon bestritten hatte, war der Lauf in Emmerich eine schöne Möglichkeit“, so die Langstrecklerin, die in diesem Jahr eigentlich auch beim New York-Marathon starten wollte, der ja bekanntlich wegen des Hurrikanes „Sandy“ abgesagt worden war. „Wir sind dann aber die Strecke einfach selbst gelaufen. Vom Central Park rückwärts. Das war auch ein Erlebnis“, erzählte die Saarländerin.

Im Lauf über 10 Kilometer hieß der Sieger Christian Wimmer. Der Lehrer der Emmericher Hanse-Realschule hatte nach 35:31 Minuten einen Vorsprung von über einer Minute auf Gregor Akkerman. „Die Bedingungen waren nahezu ideal“, freute sich der 42-Jährige über angenehme und trockene zehn Grad. „Auch die Strecke war wieder sehr gut ausgeschildert. Das ist für mich als ‘Weltmeister im Verlaufen’ sehr wichtig“, schmunzelte der Ausdauersportler vom LV Marathon Kleve, der in der Regel sechsmal die Woche trainiert und dabei 70 bis 80 Kilometer zurücklegt. „Noch mehr hätte ich mich allerdings gefreut, wenn sich auch einige meiner Schüler aufgerafft hätten und mitgelaufen wären“, sagte Wimmer.

Michaela Born muss passen

Nicht dabei war diesmal Michaela Born. Die Hüthumerin, die in den letzten beiden Jahren die schnellste Frau über die 10 km-Distanz war, musste grippebedingt passen.

Über 5000 Meter erreichte der Emmericher Florian Falkenthal in 16:18 Minuten den zweiten Platz. Fünf Sekunden schneller war Stefan Ritte vom LAZ Rhede.

Insgesamt registrierte Ausrichter Emmericher TV in diesem Jahr 785 Teilnehmer und damit 44 mehr als im vergangenen Jahr. „Wenn die Resonanz gut ist und alles funktioniert, macht das natürlich große Freude“, wurden Hauptorganisator Christoph Evers und die zahlreichen Helfer wieder einmal mit einer rundum gelungenen Veranstaltung belohnt.

Michael Schwarz


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