Groteske Chancenverwertung beim Bislicher 0:5

Am Niederrhein..  Nur 36 Tore hat der SV Bislich in seinen 28 bisherigen Saisonspielen geschossen. Keine Mannschaft jubelte seltener in der Fußball-Bezirksliga. „Wir stehen nicht umsonst in dieser Statistik ganz unten“, sagte Dennis Lindemann in seinem tiefen Frust über die 0:5 (0:2)-Heimniederlage gegen die SV 08/29 Friedrichsfeld. Nach einem seltsamen Fußballspiel, das sich für die abstiegsgefährdeten Bislicher im Laufe der zweiten Halbzeit zum Debakel entwickelte, diskutierten sie an der Frankenstraße trotz der fünf Gegentore nicht etwa über die Abwehrleistung. Vielmehr stand die eklatante Abschlussschwäche im Zentrum der Kritik.

„Was soll man noch sagen, wenn man so viele hochkarätige Torchancen vergibt?“, fragte SVB-Trainer Dennis Lindemann rhetorisch und schien beim Gedanken an die gescheiterten Versuche tatsächlich körperliche Schmerzen zu spüren. Seine Elf war zwar bereits nach vier Minuten durch Friedrichsfelds Torjäger Thomas Giesen in Rückstand geraten, auch weil Torhüter Sven Scholten bei einer Freistoßflanke auf der Linie geblieben war. Doch danach setzten die Hausherren zu einem mitunter grotesk anmutenden Fehlschießen an.

Angelo Sicurellos und Alpha Samouras gefährliche Kopfbälle entschärfte noch Gäste-Keeper Christian de Groodt stark (8.). Doch im direkten Anschluss brachte Engin Vural die Bislicher Bank um Lindemann erstmals zur Verzweiflung: Der Routinier scheiterte mit einem schwach geschossenen Strafstoß an de Groodt, nachdem Sebastian Buhners im Strafraum zu Fall gebracht worden war.

Friedrichsfeld präsentierte sich abgezockter und nutzte seine zweiten Chance zum 2:0. Buhners verschätzte sich bei einem langen Ball, den der Ex-Bislicher Marvin Prietzel in seinem Rücken annahm und flach abzog (23.). Das nächste Beispiel für den Unterschied zwischen beiden Mannschaften am gestrigen Nachmittag gab es Sekunden vor der Pause: Sicurello verzog aus bester Position.

So haben sie gespielt

Dieses Muster änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht: Während Daniel Hinnemann nach starker Vorarbeit von Thomas Giesen zum 3:0 erhöhte (65.), vergaben Hakan Isik (52.) und Samoura (67.) aus jeweils fünf (!) Metern freistehend. Gegen eine sich auflösende Bislicher Hintermannschaft trafen auch noch Denis Mühleweg (74.) und erneut Thomas Giesen (82.).

„Ohne Moritz Schiermeister und Marc Ressel schießen wir einfach zu wenig Tore“, stellte Dennis Lindemann mit Blick auf die lange verletzten Torjäger fest. Nur weil auch der PSV Wesel II gleichzeitig in Uedem unterlag, rutschten die Bislicher nicht auf einen Abstiegsplatz.