Fünf Sterne für ein ganz besonderes Engagement

Helmut Joosten (2.v.li.) und sein Stellvertreter Ralf Bonen
Helmut Joosten (2.v.li.) und sein Stellvertreter Ralf Bonen
Foto: NRZ

Rees..  Auf dem kürzlich abgehaltenen Verbandstag wurde Helmut Joosten erneut für zwei weitere Jahre bestätigt. Bereits seit 2003 steht der Reeser an der Spitze des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes (WTTV). In dieser Zeit hat der 65-Jährige zahlreiche erfolgreiche Projekte mit auf den Weg gebracht.

Aus diesem Grund wurde dem Funktionär jetzt in Düsseldorf die Sportplakette des Landes NRW verliehen. „Sie unterstützen mit Ihrem persönlichen Einsatz in ganz besonderem Maße den Breiten- und Leistungssport in unserem Land. Sie tragen dazu bei, dass der Sport einen so hohen Stellenwert in Nordrhein-Westfalen hat“, sagte Ministerin Ute Schäfer, die insgesamt elf Personen für ihr „herausragendes Engagement“ ehrte. „Das ist natürlich eine schöne Anerkennung für die Arbeit, die man in den vergangenen Jahren gemacht hat“, freut sich Joosten, „wobei ich allerdings auch nur Teil eines funktionierenden Teams bin.“

Effektiv und ehrenamtlich

Ein Projekt, das zuletzt auch bundesweit für Anerkennung sorgte, sind die Bemühungen des Tischtennis-Verbandes um ein effektives Qualitätsmanagementsystem nach dem EFQM-Prinzip. So wurde bei der Verleihung des „Ludwig-Erhard-Preises“ im vergangenen November in Berlin mit dem WTTV neben zahlreichen Wirtschaftsunternehmen erstmals auch eine Sportorganisation ausgezeichnet – und das gleich mit der höchsten Exzellenz-Stufe von fünf Sternen. Helmut Joosten und sein Stellvertreter Ralf Bonen erhielten die Urkunde aus den Händen von Uwe Beckmeyer, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Besonders bemerkenswert: Im Gegensatz zu den – auf Profit ausgelegten – Unternehmen wird die Arbeit im WTTV zwar auch „firmenähnlich“ und auf professionelle Weise geleistet, aber auf ehrenamtlicher Basis.

„Der heutige WTTV ist überhaupt nicht mehr mit dem vor zehn Jahren zu vergleichen“, sagt der Reeser, der beim drittgrößten Verband im Deutschen Tischtennis-Bund seit rund fünf Jahren mit der Management-Methode EFQM arbeitet, um die Strukturen auf allen Ebenen zu optimieren. „Der Weg der Verbesserungsprojekte ist als Spirale angelegt, viele Dinge ergeben sich zwangsläufig. Wir haben die Aufgabenstrukturen verändert, das war der Schlüssel um effizienter arbeiten zu können“, erklärt Joosten. Arbeitsfelder sind beispielsweise die Verbandsführung, die Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit sowie die Arbeitsprozesse. Basis sei zunächst gewesen, dass man sich selbst bewerte und hinterfrage, so der WTTV-Chef, der den Verband damals als nicht mehr „zukunftsfähig“ aufgestellt sah. So sei schon der Vorstand viel zu groß gewesen, der von elf auf fünf Personen reduziert wurde.

Der Verband werde jetzt auch regelmäßig von außerhalb geprüft und dabei die Grundsätze des EFQM-Systems gecheckt, erläutert Joosten. „Bei der Prüfung wird der Finger immer direkt in die Wunde gelegt und ganz deutlich auf Optimierungspotenziale hingewiesen.“

Projekt Vereinsentwicklung

In den vergangenen Jahren hatten Helmut Joosten und sein Team auch schon die umfassende Strukturreform im WTTV sowie die Einführung des Internetportals click-tt und my tischtennis.de, die sich ebenfalls als echte Erfolgsgeschichten erwiesen, beschäftigt. Ein wichtiges aktuelles Projekt sei die „Vereinsentwicklung im WTTV“, sagt der Vorsitzende. Dabei werden zu den vier Themenfeldern Vereinsführung, Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliedergewinnung und Finanzen verschiedene Workshops und Seminare angeboten. „Die könnten allerdings durchaus noch besser besucht werden. Viele Vereine wissen noch gar nicht, dass ihnen das Wasser bereits bis zum Hals steht und insbesondere eine konstruktive Nachwuchsarbeit geleistet werden muss, wenn man auch in ein paar Jahren noch bestehen will“, sagt Joosten. Er sei froh, dass er seinen Verein, den TTV Rees-Groin, da immer als positives Beispiel nennen könne. „Wenn man heute junge Menschen gewinnen will, die im Verein mitarbeiten, muss man vor allem begrenzte Aufgaben verteilen, die auch zu bewältigen sind“, unterstreicht Joosten, der 1974 seinen ersten Funktionärsposten beim TTV Rees-Groin übernahm und anschließend auch in diversen Funktionen auf Kreis- und Verbandsebene tätig war.

Dem Heimatverein weiter verbunden

Aktiv zum Schläger in einem Tischtennisteam greift der 65-Jährige, der jahrelang Leistungsträger in der ersten Reeser Mannschaft war, nicht mehr, seitdem er 2003 den Vorsitz des WTTV übernommen hat. „Ich habe mich damals ganz bewusst zu diesem Schritt entschieden, da beides terminlich nicht mehr zu vereinbaren war“, erzählt der pensionierte Lehrer, der seinem Verein aber weiterhin eng verbunden ist – unter anderem als Zuschauer bei den Meisterschaftsspielen, als Turnierleiter und -sprecher bei Tischtennis-Veranstaltungen in Rees – oder „einfach wenn mein Rat mal gebraucht wird“.

Seit fünf Jahren schlägt Helmut Joosten aber doch wieder Bälle über das Netz – allerdings die etwas größeren. „Durch meinen Sohn Florian, der Tennis spielt, habe ich vor fünf Jahren beim TC BW Rees begonnen und bin dort Ergänzungsspieler der Herren 65-Mannschaft.“