Force India fährt mit altem Auto

Foto: Sahara Force India NRZ
Was wir bereits wissen
Nico Hülkenberg und Sergio Perez werden nun wohl doch ab Donnerstag bei den Tests in Barcelona am Steuer sitzen. Gerüchte um Ersatzpilot.

Emmerich..  Die Informationspolitik von Force India gibt in diesen Tagen ein konfuses Bild ab. Vor der zweiten Testphase der Formel 1, die am morgigen Donnerstag beginnt, widersprechen sich die Verantwortlichen des indisch-britischen Rennstalls beinahe täglich.

Die gute Nachricht vorweg: Force India wird an den Testfahrten teilnehmen. Die schlechte Nachricht: Der Rennstall wird mit dem Vorjahresmodell auf die Strecke gehen. Somit kommt auch nicht die neue Mercedes Power Unit zum Einsatz, da sie einen komplett anderen Aufbau hat und nicht in den Wagen aus der vergangenen Saison passt. Auch die Frontpartie des alten Wagens wird nicht angepasst. So wird Force India hauptsächlich Daten über die neuen Reifen sammeln können.

Ganz viele Nebelkerzen wurden in den vergangenen Tagen gezündet bezüglich des fahrenden Personals. Nico Hülkenberg und Sergio Perez werden in Barcelona vor Ort sein. Das hat Force India mittlerweile bestätigt. Ob sie auch auf die Strecke dürfen, ist fraglich. So hatte Co-Teamchef Robert Fernley am Wochenende gegenüber „Motorsport-Total.com“ erklärt, dass „ein Ersatzpilot“ im Vorjahresboliden zum Einsatz kommen wird.

Mercedes-Testfahrer Pascal Wehrlein sollte angeblich dieser Ersatzmann sein. Aus dem Umfeld von Wehrlein wurde diese Nachricht gestern weder bestätigt, noch dementiert. „Stand jetzt ist in diese Richtung noch überhaupt nichts beschlossen“, hieß es dazu von seinem Management.

Force India bemühte sich dann ebenfalls um eine Korrektur der Aussagen von Fernley. Der stellvertretende Teamchef habe keineswegs den Einsatz von Hülkenberg und Perez ausgeschlossen. Vielmehr wurde ein Foto der beiden Stammfahrer getwittert. „Das dynamische Duo“ sei bereit für den ersten Einsatz in dieser Saison heißt es dazu sinngemäß.

Wieviel Einsatzzeit am Steuer der Emmericher und sein mexikanischer Teamkollege erhalten werden, ist aber unklar. Ob die beiden Stammfahrer auch an allen vier Testtagen in Barcelona sein werden, muss sich zudem erst noch zeigen.

Crashtest bestanden

Während die Trucks mit dem Vorjahresauto unterwegs nach Spanien sind, wird in der Fabrik in Silverstone eifrig am Aufbau des VJM08 gewerkelt. Denn es besteht nach wie vor Zeitdruck. Der Rennstall des indischen Multi-Unternehmers Vijay Mallya möchte nach jüngsten Meldungen mit dem neuen Wagen die abschließenden Testfahrten vom 26. Februar bis 1. März ebenfalls in Barcelona bestreiten. Mittlerweile hat das Chassis auch den vorgeschriebenen Crashtest des Automobilweltverbandes FIA erfolgreich bestanden.

Die entscheidende Frage in der momentanen Situation ist aber die finanzielle Lage von Force India im Allgemeinen. Es sollen Schulden angehäuft worden sein. Gar von einer möglichen Pleite ist die Rede. Dass der Mercedes-Testfahrer Wehrlein Cockpit-Zeit bekommen könnte, wird als eine Art Kompensationslösung betrachtet.

Unlängst legte Force India auch ein Veto gegen die Teilnahme von Marussia an der diesjährigen Formel 1-Saison im Auto von 2014 ein. Robert Fernley machte keinen Hehl daraus, dass es beim Veto auch um mögliche Preisgelder in Höhe von 45 Millionen Euro geht. „Ich würde lügen, wenn ich nein sagen würde. Aber wir werden in Australien fahren, selbst wenn unsere Saisonvorbereitung gewiss nicht optimal verläuft“, betont der stellvertretende Teamchef.