Extra-Lizenz für Le Mans

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Am 2. Mai fährt Nico Hülkenberg zum ersten Mal ein WEC-Rennen in Spa-Francorchamps. In dieser Woche stehen Tests mit dem Porsche 919 Hybrid an.

Emmerich..  Viel Zeit nach dem Ende des Grand Prix von Bahrain hatte Nico Hülkenberg nicht. Im Wüstenstaat ging es sofort zum Flughafen. Ziel war Südfrankreich. Denn nur einen Tag nach dem Formel 1-Rennen saß der Emmericher schon wieder im Cockpit. Doch dieses Mal nicht in seinem Force India-Boliden sondern im Porsche 919 Hybrid.

Anfang der Woche begann für den 27-Jährigen die letzte Phase der Vorbereitungen auf den ersten Renneinsatz mit Porsche in einem LMP1-Rennwagen. Denn am Sonntag, 2. Mai, fährt der Emmericher sein erstes WEC-Rennen in Spa-Francorchamps. Auf der Ardennen-Achterbahn steht ein Sechs-Stunden-Rennen auf dem Programm.

Zunächst saß Hülkenberg nach seiner Rückkehr nach Europa im Test in Le Castellet am Montagabend im Auto. „Außerdem werde ich noch einmal in Weissach in der Fabrik sein. Dort werde ich mit Sicherheit noch einmal eine Simulator-Session haben“, wird Hülkenberg vom Fachportal Motorport-Total zitiert.

Enger Zeitplan

Doch der Fahrplan für die nächsten Tage geht noch weiter. Denn um beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans starten zu dürfen, gibt es eine weitere Hürde. „Für Le Mans braucht man quasi eine Extra-Lizenz“, erklärt der Emmericher, der diesen Test am heutigen Mittwoch absolvieren wird. „Der Simulator ist südlich von Paris. Das sind ein paar Stunden, die es dauern wird.“

Was ihn dort erwartet, weiß Hülkenberg selbst nicht so genau. „Das ist schon speziell, das kenne ich so auch noch nicht. Wenn es so ist, dann ist es so“, sagt der 27-Jährige, der daran erinnert, dass sein Porsche-Teamkollege Mark Webber diesen Test im vergangenen Jahr auch absolvieren musste. „Dieser Simulatortest wurde vor ein paar Jahren eingeführt.“

Auch wenn Hülkenberg zuletzt schnell auf Porsche umschwenken musste, erlaubte er sich noch eine genaue Analyse des 13. Platz von Bahrain nach Position acht im Qualifying. „Im Rückblick war die Dreistoppstrategie falsch, weil ich permanent mit anderen Fahrern kämpfen musste. Für unser Auto ist es absolut Gift, hinter anderen Autos herzufahren. Das kostet massiv Abtrieb und frisst die Reifen. Das hat mich im Endeffekt Punkte gekostet.“, erklärte der Force India-Pilot im Interview mit Auto, Motor und Sport. Von einem allgemeinen Aufwärtstrend will Hülkenberg nach der guten Qualifikation nicht sprechen. Vielmehr sei die Streckencharakteristik in Bahrain dem Force India entgegengekommen.

Einen großen privaten Vorteil hat das Doppelengagement im Übrigen auch. So musste sich Hülkenberg bei der Wahl des Dienstwagens nicht zwischen einem Porsche und einem Mercedes (Motorenlieferant von Force India) entscheiden: „Ich habe beides, einen Porsche 911 GT3 und eine Mercedes M-Klasse, ein SUV. Also etwas bequemes und etwas sportliches.“