Erneuter SVV-Sieg lässt den RSV noch bangen

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Praest..  Die Derby-Bilanz in dieser Saison spricht eine deutliche Sprache. Auch im dritten Duell – zwei in der Meisterschaft, eines im Kreispokal – behielt der SV Vrasselt gestern die Oberhand. 3:2 (1:1) hieß es am Ende aus Sicht der Blau-Weißen. Der RSV Praest verpasste damit den vorzeitigen Klassenerhalt in der Bezirksliga. Mit dem SV Bislich, Viktoria Winnekendonk, SV Spellen (jeweils 35 Punkte) sowie Olympia Bocholt (37) könnten noch vier Konkurrenten an den Schwarz-Gelben vorbeiziehen, die zwei Spieltage vor Schluss bei 40 Zählern stehen geblieben sind und selbst nur noch ein Match am kommenden Sonntag beim PSV Wesel-Lackhausen II bestreiten.

Frühe Führung durch Szczepinski

„Die bessere Mannschaft hat diesmal verloren“, ärgerte sich RSV-Coach Roland Kock vor allem über die ausgelassenen Möglichkeiten seiner Elf in der ersten Hälfte. Dabei begann das insgesamt sehr flotte und ansehnliche Match zunächst optimal für die Hausherren. Nach einem langen Freistoß von Patrick Gottschling und einem SVV-Stellungsfehler tauchte Michal Szczepinski völlig frei vor dem Gehäuse auf und verwandelte zum 1:0 (6.). Vier Minuten später parierte auf der anderen Seite RSV-Keeper Sascha Zwiekhorst gegen Jeremias Geurtsen.

Anschließend erarbeitete sich der RSV ein deutliches Übergewicht, scheiterte aber mehrfach in aussichtsreicher Position. Nach einem Fehler von Erdal Taskiran kam SVV-Keeper Luca Pollmann gerade noch an einen Schuss von Dennis Thyssen und lenkte das Leder an die Latte (25.). In der 28. Minute schoss Szczepinski nach einem Vrasselter Ballverlust im Mittelfeld und der anschließenden Hereingabe von Marvin Müller den Ball aus kurzer Distanz über das Gehäuse. Danach verpasste Marcel Wolters eine Hereingabe von Dennis Thyssen (37.) nur knapp. Besser machten es die Gäste, als plötzlich Mathias Pfände nach einem Pass in die Tiefe aufs Praester Tor zulief, von Juri Wolff nicht gestoppt werden konnte und auch Sascha Zwiekhorst mit einem Heber keine Chance ließ (40.). Anschließend fehlte bei einem Freistoß von Wolff nicht viel (43.). „Wenn wir zur Pause mit zwei oder drei Toren zurückliegen, dürfen wir uns nicht beschweren“, war Vrasselts Keeper Luca Pollmann mit der Leistung seiner Vorderleute im ersten Durchgang gar nicht einverstanden.

Zweimal Pfände, einmal Warthuysen

Zu Beginn der zweiten Hälfte änderten sich dann aber zunächst die Kräfteverhältnisse und die Vrasselter kamen nach vergebenen Chancen von Marc Warthuysen (50.) und Benjamin van Niersen (51.) auch zum 2:1 durch Warthuysen (55.). Die Hausherren reklamierten aber, dass der Treffer irregulär sei. So monierte RSV-Co-Trainer Ralf Kniest: „Das war doch klares Abseits“. Nach einer knappen Stunde legten die Blau-Weißen nach, als erneut nach einem langen Pass von Alex Lohmann Pfände einen Tick eher als RSV-Keeper Zwiekhorst am Ball war und zum 3:1 versenkte.

Nun waren vor 350 Zuschauern am Offenberg wieder die Gastgeber an der Reihe. Dennis Thyssen (67.), Patrick Gottschling (70.) und Marvin Müller (72.) hatten zunächst Möglichkeiten zum Anschlusstreffer, für den dann Michael Schulz sorgte. Der Praester verwandelte einen Strafstoß nach Foul an Thyssen (73.). In der Schlussphase versuchten die Gastgeber genauso zum Ausgleich zu kommen, wie die Vrasselter mit dem vierten Treffer die Partie zu entscheiden. Letztendlich blieb es beim knappen Erfolg der Gäste.

„In der ersten Hälfte hatten drei, vier Leute von uns einen rabenschwarzen Tag und normalerweise ist ein Spiel dann schon weg“, sah auch SVV-Trainer Sascha Brouwer trotz der Steigerung seiner Mannschaft im zweiten Durchgang einen letztendlich glücklichen Erfolg.