Emmericher freuen sich auf ein echtes Finale

Emmerich..  In der Verbandsklasse ist die erste Mannschaft des Emmericher Schachclubs weiter in der Erfolgsspur. Im vorletzten Saisonmatch behauptete sich der Titelaspirant knapp mit 4:3:3:5 gegen den SK Düsseldorf IV.

Gyula Dobo ins Ausland verzogen

Dabei hatte es für die Emmericher vor dem Match einen herben Dämpfer gegeben. Gyula Dobo, der bisher sehr erfolgreich am zweiten Brett agiert hatte, war kurz zuvor ins Ausland verzogen, was eine erhebliche Schwächung für das Team bedeutet. So entschied Kapitän Jochen Hei-mer, dieses Brett gegen Düsseldorf frei zu lassen.

Da allerdings auch beim Gegner ein Akteur fehlte, stand es bereits vor Beginn 1:1. „Überhaupt wies die Besetzung des Gegners aus Düsseldorf einige Besonderheiten auf, die man wohl nur beim Schach finden kann“, erklärte Heimer. So absolvierte an Brett sechs der bereits 80-jährige Mikail Ascherov eine blitzsaubere Partie, bei der er Heimer keinerlei Chance ließ.

Altersunterschied von 69 Jahren

An Brett acht spielte die erst elfjährige Eva Rudolph, die allerdings schachlich gesehen absolut keine Anfängerin ist, hat sie doch im letzten Jahr bei der Deutschen Jugendmeisterschaft teilgenommnen.

Zunächst brachte Youngster Anton Geerling die Rheinstädter in Führung, als sein Gegner schon in der Eröffnung einen fürchterlichen Bock schoss und eine Figur einstellte. Wie bereits erwähnt musste Jochen Heimer bald darauf den Ausgleich hinnehmen; nach einer umkämpften Remispartie mit beiderseitigen Chancen holte Kristoffer Kerkhof anschließend ein wichtiges Remis, worauf sich in unklarer Lage auch Spitzenbrett Harald Frericks einlassen musste.

Dramatisch wie häufig ging es am Brett von Jürgen Bramkamp zu, der wieder mal in hochgradiger Zeitnot agierte und schließlich ein Turmendspiel mit Minusbauern abwickeln konnte, das für den Gegner nicht zu gewinnen war: Mit dem Remis stand es 3,5:3,5.

Rene Berntsen behält die Nerven

Nun musste die Partie an Brett acht entschieden werden, wo der Emmericher Rene Berntsen gegen Eva Rudolph kämpfte und sich trotz starker Gegenwehr nach sechs Stunden einen Turm und schließlich den ganzen Punkt sichern konnte.

Damit steht der Emmericher Schachclub weiter mit an der Tabellenspitze und muss nun am 17. Mai im letzten Saisonmatch beim punktgleichen Spitzenreiter Meiderich/Ruhrort antreten, bei dem wegen der schlechteren Brettpunktzahl jedoch ein Sieg herausspringen muss, um die Meisterschaft zu sichern. „Bei der angespannten Personalsituation wird das aber ein schwieriges Unterfangen“, meint Heimer.