Dinslakener Derby endet in wilden Tumulten

Am Niederrhein..  Es sollte ein großes Fußballfest werden, doch vom Kreisliga-A-Derby zwischen RWS und dem VfB Lohberg bleiben nur Fragezeichen und ratlose Gesichter. Denn was nach dem Abpfiff – das Spiel vor rund 400 Zuschauern endete 1:1 (0:0) – auf dem Platz am Fischerbusch passierte, wünscht sich kein Fußball-Anhänger: VfB-Trainer Thomas Grefen wurde vom RWS-Akteur und Schützen des 1:0-Führungstreffers Hakan Tütüncü zu Boden gestreckt. Im Anschluss kam es zu weiteren heftigen Tumulten, bei denen auch noch zwei Zuschauer verletzt wurden. Die Polizei musste anrücken.

Laut Polizeibericht war es nach dem Abpfiff zu Provokationen durch VfB-Coach Grefen gekommen. „Thomas hat meine Spieler als Bastarde beschimpft“, erklärte RWS-Trainer Mahmut Tas. Grefen dementierte: „Dieses Wort gehört gar nicht zu meinem Wortschatz. Außerdem würde das doch trotzdem keinen tätlichen Angriff rechtfertigen“, so Grefen, „natürlich weiß ich aber, dass ich mit meiner Art polarisiere.“

Videomaterial vernichtet

Nachdem Grefen aufgeholfen worden war, platzte dem Übungsleiter der „Knappen“ der Kragen: „Da habe ich zum ersten Mal RWS beleidigt. Ich habe wörtlich gefragt: Was ist das hier für ein scheiß Verein? Aber wer hätte in meiner Situation etwas anderes gedacht?“, so Grefen.

Videomaterial des Überfalls soll durch RWS-Zuschauer und nicht-aktive Spieler unbrauchbar gemacht worden sein. Grefen gab an, dass gegen die beiden RWS-Spieler Tütüncü und Recep Barut Anzeigen erstellt wurden. „Ich frage mich wirklich, ob das alles so richtig ist. Als ich am Boden lag, hatte ich wirklich Angst, weil du ja nicht weißt, was da noch kommt. Macht das wirklich Sinn solche Spiele auszutragen? Sollten wir und RWS nicht aufsteigen, werde ich in der kommenden Saison bei dem Auswärtsspiel nicht antreten. So viel steht fest“, so Grefen weiter.

Da laut Tas auch Bastian Bruß, sein Bruder und VfB-Kapitän Tim Bruß sowie Trainer Grefen sich mit geprügelt hätten, stellte RWS auch gegen diese drei Beteiligten Anzeige. Immerhin waren mit einigen Kreisvertretern genügend Personen anwesend, die Strafen gegen die beteiligten Personen und Vereine aussprechen können. Außerdem soll einer der beiden Linienrichter die ersten Tumulte gesehen und einen Sonderbericht verfasst haben.