Der Trainer des Jahres

Die Tipps von Günter Markett sind heiß begehrt. Auch die zehnjährige Leni Gertzen profitiert von den Kegelkenntnissen des Trainers.
Die Tipps von Günter Markett sind heiß begehrt. Auch die zehnjährige Leni Gertzen profitiert von den Kegelkenntnissen des Trainers.
Foto: FUNKE Foto Services

Zum x-ten Mal wirft Leni Gertzen in die Vollen. Geduldig verfolgt Günter Markett die Versuche der Zehnjährigen. Dem geschulten Auge des 50-Jährigen entgeht nichts. „Du musst gerader anlaufen“, gibt der Jugendwart des SKV Rees seinem Schützling vor dem nächsten Wurf mit auf den Weg. Diesmal fallen sieben der neun Kegel. „Gut gemacht“, lobt Markett.

Titel bei Deutschen Meisterschaften

1987 wurde der Esserdener zum Herrensportwart des Sportkegelvereins berufen, seit 1997 kümmert sich Markett vor allem um den Nachwuchs. Und das mit großem Erfolg. Zahlreiche Podestplatzierungen auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene zeugen von der hervorragenden Jugendarbeit. Erst im vergangenen Jahr konnten die Reeser vier Titel bei den Deutschen Jugendmeisterschaften abräumen. Schon 2005 war Oliver Dahmen Deutscher B-Jugend-Meister geworden. Und sogar bei Weltmeisterschaften konnten mit Stephanie Markett und Lisa Neumann zwei Athletinnen Erfolge feiern, die beim SKV das Kegel-ABC erlernt haben.

Auf eine ganz besondere Belohnung für sein unermüdliches und erfolgreiches Engagement darf sich Günter Markett im März freuen. Dann wird er in Berlin vom Deutschen Schere-Keglerbund als „Trainer des Jahres 2014“ ausgezeichnet. Die freudige Nachricht erhielt er im Dezember – per Brief von Bundestrainer Michael Teschner. „Das ist eine ganz tolle Anerkennung“, ist Günter Markett schon auf die Gala in der Bundeshauptstadt gespannt, zu der ihn seine Frau Gabriele, die ebenfalls begeisterte Keglerin ist, natürlich begleiten wird.

Eine Trendsportart ist Kegeln sicherlich nicht, daher gibt es in vielen Vereinen gravierende Nachwuchsprobleme. Nicht so in Rees. Wenn in Esserden Training ist, tummeln sich etliche Mädchen und Jungen gut gelaunt auf den Bahnen. Derzeit sind es rund 20 – und damit ein Viertel (!) aller Jugendlichen in den Kegelvereinen des Rheinlandes. „So viele Jugendliche hat mancher Fußballverein nicht“, kann Markett zu Recht stolz auf diese Resonanz sein.

„Er kann unheimlich gut auf Kinder eingehen, obwohl er selbst keine hat“, weiß Thomas Fischer, der zweite Jugendwart des Vereins. „Er ist sehr geduldig und sieht auch kleinste technische Fehler“. Das können seine Schützlinge nur bestätigen. „Günter gibt immer gute Tipps“, unterstreicht Hendrik Maas. Und schon rauscht die nächste Kugel des 14-jährigen Halderners in Richtung der Kegel. „Den Arm gerader nach vorne“, gibt’s gleich die nächste Korrektur vom Übungsleiter, der in der elterlichen Gaststätte an der Alten Schulstraße auch der Hausherr ist. „Das Kegeln wurde mir quasi in die Wiege gelegt“, sagt Markett, der selbst in der ersten Mannschaft des SKV Rees aktiv ist, die 2014 den Aufstieg in die NRW-Liga geschafft hat.

Neues Projekt: AG In der Realschule

„Man muss immer aufpassen, dass man allen Jugendlichen gerecht wird“, weiß Günter Markett, dass der Stuhl, auf dem er oft hinter seinen Schützlingen sitzt und Korrekturen vornimmt, auch ganz schnell mal zum heißen Stuhl werden kann.

„Ohne die Unterstützung eines Betreuerteams sowie der Eltern, die sich gerade im Fahrdienst sehr gut mit einbringen, wäre das ganze nicht zu realisieren“, ist es Markett ganz wichtig, dass er sich längst nicht alleine um die Kinder kümmert. Damit es auch künftig um den Nachwuchs beim SKV Rees gut bestellt ist, kurbelt der Jugendwart immer wieder Projekte an, um Jugendliche für seinen Sport zu begeistern, sei es durch Schnupperkurse oder auch Aktionen abseits der Bahnen – wie zum Beispiel Zeltlager. „Man muss immer wieder neu kämpfen“, sagt der 50-Jährige. Ab Februar wird vom Verein auch 14-tägig eine AG für die Reeser Realschule angeboten. Und wer leitet diese? Natürlich Günter Markett.