Der Hammer mit dem Hammer

Rhede..  Der NRW-Hammerwurf-Cup im Rheder Besagroup-Sportpark brachte durch Ashraf Amgad Elseify aus Katar mit 78,04 Metern einen neuen Landesrekord. Da sich auch Maximiliane Langguth auf 57,89 Meter steigerte , war das der perfekte Auftakt zum 45. internationalen Leichtathletik-Meeting. Das lockte rund 500 Fans ins Sportzentrum. 250 Aktive aus 15 Nationen gingen in Sprint-, Lauf und Sprung-Disziplinen an den Start.

Lokalmatador David Klöckner blieb über die 110-Meter-Hürden in 13,95 Sekunden erstmals unter der 14-Sekunden-Marke. Dabei hatte das Team um LAZ-Stützpunktleiter Jürgen Palm zwischenzeitlich immens mit dem Wetter zu kämpfen. Es gab heftige Windböen. Sonnenschirme flogen durch die Luft, Blumendekorationen fielen um, ebenso wie ein Windmessgerät, das ersetzt werden musste. Palm reagierte. Der Männer-Weitsprung und Frauen-Dreisprung wurden kurzerhand in die andere Richtung ausgetragen, die 110-Meter-Hürden der Männer von der Gegengeraden vor die Haupttribüne – was Klöckner ausnutzte, da sich auch die Bedingungen wieder beruhigt hatten. Im Sog vom Sieger Alexander John (LAZ Leipzig; 13,63) schaffte er sein ganz großes Ziel.

„Ja, eine Zeit unter 14 Sekunden hatte sich schon lange angedeutet. Bisher waren die Bedingungen bei den vorherigen Wettkämpfen ganz einfach nicht gut“, sagte Klöckner, der sofort selbstkritisch anfügte: „Ausbaufähig ist auf jeden Fall noch der Start. Aber hinten heraus bin ich richtig flott unterwegs. Deshalb bin ich auf jeden Fall auch zufrieden.“

Heftige Windböen

Zu den wechselhaften Bedingungen sagte Klöckner: „Ich wusste ganz einfach, dass ich diese Zeit schon länger draufhabe. Deshalb habe ich mich nicht davon verrückt machen lassen“ – zumal bei seinem Lauf der Wind abgeebbt war.

„Leichtathletik ist nun mal eine Freiluft-Veranstaltung. Aber trotzdem gab es ganz gute Ergebnisse. Und die guten Athleten zeigen auch bei diesen Bedingungen gute Leistungen“, so Palm.

Damit lobte er vor allem seinen Schützling David Klöckner, der erstmals unter 14 Sekunden geblieben war. Damit ist er in den Top-Ten von Deutschland. „Unsere Leute sind generell gut dabei“, sagte der LAZ-Stützpunktleiter. „Die internationalen Gäste schlagen sich auch gut.“ Die Irin Kelly Proper siegte wie im Vorjahr über die 200 Meter. Gut waren die Siegerzeiten von Friedrike Möhlenkamp (54,12) und Anna Raukuc (Hürden; 57,62) über die Stadionrunde.

Dieses Wortspiel drängt sich ganz einfach auf: Das war der Hammer mit dem Hammer. Ashraf Amgad Elseify hat mit neuer persönlicher Bestleistung von 78,04 Metern den NRW-Hammerwurf-Cup gewonnen. Dieser Wettbewerb war vor dem eigentlichen 45. internationalen Leichtathletik-Meeting vorgelagert worden. Der erst 19-Jährige, der Dauergast in Rhede ist, steigerte sich um rund zwei Meter und stellte auf dem Nebenplatz im Besagroup-Sportpark somit einen neuen Landesrekord für Katar auf.

Markus Esser brachte es auf 73,37 Meter. In der nationalen Bestenliste ist er somit nun Zweiter. Dennoch ist diese Weite für den mehrfachen deutschen Meister des TSV Bayer Leverkusen dann doch enttäuschend. Nick Hövelbrinks aus Rhede holte sich Rang fünf (51,09).

Großen Jubel gab es auch bei Maximiliane Langguth: Die Hammerwerferin des LAZ Rhede steigerte sich bei extrem heißen Temperaturen auf 57,89 Meter und löste somit das erhoffte Ticket für die nationalen Titelkämpfe. 56 Meter hätte sie eigentlich „nur“ erzielen müssen, pulversierte der Schützling vom Rheder Trainer Werner Niehaus somit ihre vorherige Bestleistung. Das war natürlich ein genialer Auftakt für das LAZ-Wochenende.

LAZ-Starter sichern sich DM-Tickets

„Das Hammerwerfen war vom Meeting natürlich sportlich das Beste“, sagte LAZ-Stützpunktleiter und Meeting-Organisator Jürgen Palm, der über Ashraf Amgad Elseify sagte: „Er ist so ein bisschen ein Rheder Junge, weil er jedes Jahr monatelang in Rhede trainiert. Deshalb hat uns seine Leistung riesig gefreut.“

Und da nun auch „Maxi“ Langguth das DM-Ticket gesichert hat, sagte Palm: „Wir haben jetzt fünf Einzelstarter bei den deutschen Meisterschaften. Das hatten wir, seitdem ich in Rhede bin, und das sind auch schon 18 Jahre, noch nicht und davor auch lange nicht. Das zeigt, dass wir in der breiten Spitze auch gut aufgestellt sind.“

Es folgten dann noch einige weitere und gute Resultate für die Aktiven des gastgebenden LAZ Rhede. So wagte zum Beispiel Jana Groß-Hardt einen Ausflug auf die Mitteldistanz. Sie lief über die 1500 Meter kurz hinter Jasmin Nieland ins Ziel ein.

Im Fokus stand einmal mehr Klaudia Kaczmarek, die einen Doppel-Start im Weit- und Dreisprung absolvierte. Sie wurde mit 6,16 beziehungsweise 12,91 Metern jeweils Dritte. Es siegten Lisa Kurschilgen (TV Wattenscheid; 6,30) und die Finnin Essi Lindgreen (13,37). Die ganz großen Stars fehlten dieses Mal in den Sprung-Disziplinen.