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Der 50. und letzte Adventslauf

09.12.2015 | 21:00 Uhr
Der 50. und letzte Adventslauf

Emmerich. Der kommende Sonntag wird für Christoph Evers ein gleichsam freudiger wie auch trauriger Tag. Zum 50. Mal ist der Emmericher Turnverein Ausrichter des Adventslaufes, die Jubiläumsveranstaltung wird allerdings auch die letzte sein. „Das tut uns allen in der Seele weh. Wir können aber den riesigen Aufwand einfach nicht mehr stemmen, weil sich keine adäquaten Nachfolger finden. In diesem Jahr wird es schon ganz knapp, die Arbeit zu bewältigen“, erklärt der erste Vorsitzende des ETV, der seit 22 Jahren auch die Verantwortung für die älteste Laufveranstaltung in der Region trägt.

Allgemeine Entwicklung

In den letzten Jahren haben die Ausrichter immer wieder versucht, Nachfolger zu finden – mit sehr mäßigem Erfolg. Daher hat der Vorstand des ETV jetzt entschieden, die Reißleine zu ziehen. Dabei wähnt Evers den Verein nur als Vorreiter einer künftigen Entwicklung. „Es werden bestimmt noch weitere ehrenamtlich organisierte Läufe sterben, weil sich immer weniger Helfer finden und der Trend immer mehr zu kommerziellen Großveranstaltungen wie den Marathons in den Großstädten geht“.

So werden die Teilnehmer am Sonntag ab 10 Uhr, wenn der Startschuss für die 5000 Meter fällt, zum letzten Mal im Emmericher Eugen-Reintjes-Stadion auf die Strecke gehen und dort dann auch wieder ins Ziel einlaufen. Um 11.15 Uhr beginnt der Halbmarathon, um 11.30 Uhr die 10 000 Meter. Evers wird wie immer in den letzten Jahren die Schilder, etwa 100, vorher entlang der grenzüberschreitenden Strecke aufhängen und diese dann auch noch einmal am Sonntag kontrollieren. Sein Wecker wird deshalb schon frühmorgens um 4 Uhr klingeln. „Es gibt bei so einem Lauf so viele Baustellen, die es zu bewältigen gilt und jedes Rädchen muss ins andere greifen, damit alles reibungslos ablaufen kann. Und manche Arbeiten, wie beispielsweise Tische oder Podeste schleppen oder Pokale besorgen, sieht man gar nicht richtig“, sagt der ETV-Vorsitzende. So werden die Siegerehrungen auch in diesem Jahr im PZ des Gymnasiums vorgenommen.

Nachmeldungen sind möglich

Vor allem stressresistent müssten die Helfer in der Nachmeldestelle sein, die das auch schon seit vielen Jahren erledigen, erzählt Evers. So werden auch an diesem Sonntag noch einmal etliche Kurzentschlossene erwartet, die sich bis 45 Minuten vor Beginn der Läufe gegen eine zusätzliche Gebühr von zwei Euro einschreiben können. Bis gestern hatten sich etwa 600 Ausdauersportler angemeldet, so dass sich der ETV bei der finalen Veranstaltung bereits jetzt über ei-ne sehr gute Resonanz freuen darf.

Anfänge in der 60er Jahren

Die Anfänge des Adventslaufes lagen in den 60er Jahren. Damals war das Joggen am Niederrhein angekommen und so beschloss man auch in Emmerich, eine Veranstaltung mit fünf und zehn Kilometern anzubieten. Namen wie Karl-Heinz Ufert, Hardy Buchen, Dieter Behrend und Gerd Gathmann sind mit dem Lauf eng verbunden. Sie organisierten im alten Stadion die Läufe, die dann später auch in die Niederlande führten. Vor allem die guten Kontakte ins Nachbarland brachten im Laufe der Jahre immer höhere Meldezahlen.

Der Emmericher Halbmarathon wird 2015 zum 38. Mal über die Bühne gehen, seit zwölf Jahren sind auch die (Nordic)-Walker aktiv. „Der Stadtsportbund mit Rüdiger Helmich an der Spitze, die Malteser, das THW, die DLRG und der VfB Rheingold sind seit vielen Jahren zuverlässige Partner des Events“, zählt Evers auf. „Und auch die Niederländer unterstützen mit der Verkeersregelaars um Theo Putman den Lauf. Die Radsportler der Eintracht begleiten zudem die Läufer auf den Strecken“.

Die Laufstimme des Niederrheins

Im Stadion sorgt Dirk Wickermann seit vielen Jahren für die Musik und Platzwart Tim Haake steht ebenso wieder den ganzen Tag bereit, um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren. Und natürlich wird beim Finale mit Laurenz Thissen auch noch einmal „Die Laufstimme des Niederrheins“ die Läuferinnen und Läufer begleiten. Thissen will künftig ebenfalls kürzer treten. „Auch eine Moderation erledigt sich nicht von alleine. Etliche Vorbereitungen sind zu treffen, Informationen über die Teilnehmer müssen gesammelt, der Ablauf eingeprägt werden. Auch dieser Job kostet viel Kraft“, weiß Evers, der dem Sonntag schon jetzt mit Wehmut entgegen schaut. „Ich habe mich immer gefreut, wenn die Läufer ins Ziel gekommen sind und ich gesehen habe, dass sie zufrieden sind, das war immer die Belohnung für all die Strapazen“.

Michael Schwarz

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2015-12-09 21:00
Emmerich Rees Isselburg