BW Dingden mit perfektem Spiel zur Vizemeisterschaft

Am Niederrhein..  Nach gerade einmal einer Stunde Spielzeit kannte der Jubel keine Grenzen. Wie im Hinspiel besiegten die Volleyball-Damen von BW Dingden den Gast TV Eiche Horn Bremen mit 3:0 (25:18, 25:22, 25:19). Dabei ließen die Blau-Weißen zu keiner Sekunde Zweifel aufkommen, welches Team sich in dieser entscheidenden Partie am letzten Spieltag die Vizemeisterschaft in der 3. Liga sichern würde. Ob Platz zwei für den Aufstieg in die 2. Bundesliga reichen wird, entscheidet sich erst Anfang Mai, wenn die Frist für die Lizenzanträge der Zweitligisten endet. Dem Jubel in der Halle am Mumbecker Bach tat dies keinen Abbruch.

Bessere Abwehrleistung geht nicht

„Das war ein perfektes Spiel“, lobte BWD-Trainer Olaf Betting seine von 500 begeisterten Zuschauern lautstark gefeierten Damen. „Eine bessere Abwehrleistung geht nicht. In der Aufschlagannahme waren wir gnadenlos überlegen und haben den Gegner quasi mit jedem Ball in Not gebracht.“ Unterstrichen wird diese Einschätzung von der Statistik. Denn die Gastgeberinnen, ihres Zeichens Aufsteiger aus der Regionalliga, lagen nur ein einziges Mal zurück – 0:1 im dritten Satz. Zwei Minuten später stand es 5:1. Zudem nutzten die nervenstarken Dingdenerinnen jeden Satz- und auch den Matchball im ersten Anlauf.

Hier und da flossen am Ende Tränen, nicht nur vor Freude. So wurde Urgestein Simone Heynck nach der Partie feierlich verabschiedet. BWD verliert mit der 1,86 Meter großen Mittelangreiferin seine längste Spielerin. „Bis auf das eine Jahr TuB Bocholt bin ich seit der Grundschule hier. Ich möchte mal eine Veränderung“, sagte die 25-Jährige, der mehrere Angebote von Zweitligisten vorliegen. „Ich habe Probetrainings und mich noch nicht entschieden“, so Heynck, die auch auf die „Gefahr“ geht, demnächst gegen ihr dann ehemaliges Team zu spielen.

Simone Heynck verabschiedet

„Wir haben erst gar nicht versucht, sie umzustimmen. Sie möchte mal etwas anderes ausprobieren, das ist okay“, so Betting. „Vielleicht stellt sie ja auch schnell fest, was sie hier hatte und kommt nach einem Jahr zurück.“ Das scheint Simone Heynck aber bereits zu wissen: „Hier herrscht ein großer Zusammenhalt. Das und die Eingespieltheit sind wahrscheinlich der Grund für diesen Erfolg, mit dem wir niemals gerechnet hatten. Unser Ziel war der Klassenerhalt.“

Der Kader des Drittliga-Vizemeisters

Nach der Vizemeisterschaftsgala ging es für die Dingdener Damen zum gemeinsamen Essen ins Steakhaus, anschließend ins Bocholter Nachtleben. Da dürfte die Finanzspritze des Sponsors Verbands-Sparkasse Wesel nicht ungelegen gekommen sein. Reinhard Hoffacker überreichte Dickmann einen Scheck in Höhe von 1000 Euro. „Es ist großartig, was hier geleistet wird. Und die Leistung heute war besonders beeindruckend“, so Hoffacker.

Nach dem Steakhaus war für Kathrin Pasel Schluss mit den Feierlichkeiten. Das Nachwuchstalent reiste am Sonntag zur U 18, die in Münster um den westdeutschen Titel kämpfte. Mit Eva Schmitz und Andrea Harbring hatte Betting bereits zwei Akteurinnen aus seinem Kader für die Jugend abgestellt. „Megageil“ fand Pasel den Erfolg. Und so traurig, nachher nicht noch mit auf die „Piste“ zu dürfen, schien der Youngster auch nicht: „Ich bin ja auch noch keine 18.“