BW Dingden ist erneut nicht zu stoppen

Am Niederrhein..  Hier eine kurze Umarmung, da ein schneller Händedruck: Dirk Juch reagierte auf den Gewinn der Hamminkelner Fußball-Stadtmeisterschaft in der vollbesetzten Halle eher verhalten. Der Trainer beging die Titelverteidigung seiner A-Liga-Kicker von BW Dingden derart nüchtern, weil der Sieg alsbald festgestanden hatte. Beim 6:2 im Finale über den Klassenkonkurrenten SV Brünen hatten die Blau-Weißen früh für klare Verhältnisse gesorgt. Vielleicht ist bei Juch schon etwas Gewöhnung eingetreten, denn der Triumph in der Halle bedeutete bereits die dritte erfolgreiche Stadtmeisterschaft in seiner nun einjährigen Amtszeit. Der 48-Jährige hat bisher immer das letzte Spiel gewonnen, wenn die Hamminkelner Fußballer ihre Besten suchen.

Mit einer ähnlichen Souveränität, wie ihr Coach feierte, war das Dingdener Hallenteam zuvor aufgetreten. Nur im ersten Turnierspiel fehlte ihr diese Attitüde: Gegen den SV Brünen, der sich als ungeschlagener Erster der Gruppe B durchsetzen sollte, verloren die Blau-Weißen mit 0:1. „Danach haben wir uns aber gesteigert“, stellte Juch fest.

Diesen Formanstieg spürte im Halbfinale der ewige Rivale und tadellose Gastgeber Hamminkelner SV. Das Vorjahresendspiel war die hochklassigste und spannendste Partie des Tages: Die HSV-Führung von Tom Klump (9.) drehten Felix Kortstegge (10./15.) und Rene Schmitz (13.). Der Hamminkelner Anschlusstreffer wiederum durch Klump kam zu spät (18.). „Der Dingdener Sieg geht zu 100 Prozent in Ordnung“, fand HSV-Co-Trainer Andreas Burghammer hinterher.

Im zweiten Halbfinale stoppte der SV Brünen das Überraschungsteam des SV Ringenberg mit Tore durch Torsten Bongers (4.), Antranik Kodak (6.) und Lukas Lenkeit (8.). Niklas Waterkottes 1:3 in der 14. Minute war Ausdruck der Ringenberger Moral, änderte jedoch nichts mehr an den Tatsachen: BWD bekam im Finale die Gelegenheit zur Revanche gegen den SV Brünen.

Anders als zu Turnierbeginn nutzten die Dingdener nun ihre Chancen eiskalt aus. Kortstegge traf bereits nach 27 Sekunden und legte in der 2. Minute das 2:0 nach. Ameling (11.), Selcuk Özdas (15.), Felix Paus (17.) und Björn Kräbber (19.) schossen das Ergebnis in die Höhe, während sich Christian Purps (18.) und Lenkeit (20.) um Schadensbegrenzung bemühten.

Kortstegge und Lenkeit sind die besten Torschützen

„Sechs Stück zu bekommen, tut natürlich etwas weh. Uns fehlte am Ende die Kraft, aber eigentlich bin ich mit unserem zweiten Platz zufrieden“, meinte SVB-Trainer Steffen Herden. „Mit BW Dingden hat die beste Mannschaft gewonnen.“ Burghammer stimmte dieser Einschätzung ohne Bitterkeit zu. Sein HSV hatte mit dem 4:3 gegen den SV Ringenberg im Spiel um Platz drei, das im Neunmeterschießen ausgetragen wurde, einen ordentlichen Abschluss geschafft.

Trotz der Niederlage sah auch SVR-Coach Nikolay Glouhtchev den Wettbewerb als gelungen an: „Wir wollten die Gruppenphase überstehen, das haben wir erreicht.“ Der 42-Jährige fand sich vom zweiten Spiel an plötzlich im Tor wieder, weil sich Stammkeeper Steffen Ott eine Bänderverletzung zugezogen hatte. „Zum Glück bin ich kein Torwart geworden“, sagte Glouhtchev mit einem Lächeln im Gesicht. Dabei hatte er sich mit einigen Paraden ausgezeichnet.

So viel Einsatz wurde von Dirk Juch gar nicht eingefordert. „Ich musste nicht viel sagen, das hat die Mannschaft gut gemacht“, lobte er. Bei den Stadtmeisterschaften scheint es derzeit für BW Dingden wie von alleine zu laufen.