Bloß nicht noch ein Fehlstart

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Anholt..  Der Saisonstart war mehr als holprig verlaufen. Gar von einem „Desaster“ sprach Trainer Hans-Georg Trinker, nachdem es für Westfalia Anholt in den ersten acht A-Liga-Spielen keinen Sieg und ganze zwei Punkte gegeben hatte. Somit mussten die Schwarz-Weißen – wie fast immer in den vergangenen Jahren – erst einmal der Musik hinterherlaufen, wobei die Hypothek diesmal besonders schwer wog. Dabei war die Westfalia im Vorfeld sogar von einigen Konkurrenten als Geheimfavorit gehandelt worden.

Katastrophaler Beginn

„Es gab einen längeren Akklimatisierungsprozess“, musste der neue Übungsleiter am Pannebecker feststellen, dass viele gute Einzelspieler nicht zwangsläufig auch eine erfolgreiche Mannschaft bilden. So blieben – auch wenn die Anholter in den ersten Partien oft gar nicht mal die schlechtere Elf waren – die Erfolgserlebnisse zunächst konsequent aus. Das einzig Positive sei gewesen, dass der Vorstand trotz dieser Negativserie immer ruhig geblieben sei, erinnert sich Trinker.

Deutlich besser lief es dann ab Mitte Oktober, als in den folgenden sechs Partien 15 Zähler verbucht werden konnten. Schließlich gab es zum Abschluss des Jahres 2014 noch zwei klare Niederlagen gegen den 1. FC Bocholt II (0:4) und die DJK SF 97/30 Lowick (0:7). „Auch wenn dass die beiden Topteams sind, waren das schon sehr happige Ergebnisse“, ärgert sich Trinker. „Allerdings haben uns da auch acht, neun Spieler gefehlt. Das ist ein Qualitätsverlust, der irgendwann nicht mehr zu kompensieren ist“, stellt der erfahrene Coach fest. „Leider haben sich die personellen Probleme durch die komplette Hinrunde gezogen“.

So fielen unter anderem mit Ali El-Abbas, Christoph Konnik und Peter Hetkamp zentrale Akteure mehrere Wochen aus. Kevin Oppermann konnte quasi noch gar kein Spiel bestreiten. Ebenfalls passen musste zuletzt Arno Messing nach einem Arbeitsunfall, bei dem beide Füße in Mitleidenschaft gezogen wurden. Noch ist nicht abzusehen, wann Messing wieder gegen den Ball treten kann.

Weitere drei Akteure stehen den Schwarz-Weißen aus beruflichen Gründen zur Rückrunde nicht mehr zur Verfügung. Allen voran Markus Gasseling, der bisher als spielender Co-Trainer von Hans-Georg Trinker fungierte. „Das ist ein Verlust, der sehr weh tut“, bedauert der Coach die Entscheidung seines Assistenten, der nur noch im Notfall einspringen will. Der Posten soll nun in Kürze mit einer internen Lösung besetzt werden. Des weiteren muss Trinker künftig auch auf Fabian van Hal und Jaffar Ahmidouf verzichten.

Epping und Willing kehren zurück

Auf der anderen Seite sind in der Winterpause mit Manuel Epping und Dominik Willing zwei Akteure von BW Bienen nach Anholt zurückgekehrt. „Wir werden mal schauen, wo wir sie einsortieren“, sagt Trinker. „Manuel dürfte aber zum Kader der ersten Mannschaft gehören“. In der Hinrunde hatte der Youngster bereits einige A-Liga-Einsätze in Bienen erhalten.

Am Sonntag wird „Hoppel“ Trinker zur ersten Trainingseinheit im neuen Jahr bitten. Das erste Testspiel am 24. Februar ist dann mit der Bezirksliga-Reserve der SV Hönnepel-Niedermörmter gleich ein ordentlicher Prüfstein.

„Wir müssen aufpassen, nicht wieder in den Abstiegsstrudel zu geraten“, will der Coach einen ähnlichen Fehlstart wie in der Hinrunde unbedingt vermeiden und möglichst schnell im sicheren Fahrwasser landen. Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt für den Tabellen-13. aktuell fünf Zähler. „Dabei wäre es natürlich hilfreich, wenn wir von weiteren personellen Rückschlägen verschont bleiben“, hofft Trinker, der derzeit Gespräche mit dem Vorstand über eine weitere Zusammenarbeit führt.