Björn Assfelder wird neuer PSV-Trainer

Am Niederrhein..  Der PSV Lackhausen setzt bei der Wahl seines künftigen Trainers erneut auf eine interne Lösung. Björn Assfelder, derzeit noch Abwehrchef und Vize-Kapitän des abstiegsbedrohten Fußball-Landesligisten, wird im Sommer Nachfolger von Roger Rütter, der sein Amt nach fünf Jahren niederlegt. Zudem fungieren Assfelder und Stefan Terhorst ab sofort gemeinsam im neu geschaffenen Amt als Sportliche Leiter am Molkereiweg.

„Wir hatten viele Bewerbungen für den Trainer-Posten. Aber das Konzept vom Björn mit einer klasse Spielphilosophie, vorgetragen in seiner ruhigen, sachlichen Art hat uns am meisten überzeugt“, sagt der 2. Vorsitzende Kai Szafranski, der in einer Kommission zusammen mit dem Vorsitzenden Stefan Peters und Geschäftsführer Paul Fritz die Entscheidung fällte. Der im Februar seinen Posten niederlegende Obmann Holger Spychalski hatte sich aus der Trainersuche ausgeklinkt.

„Wir wurden damals belächelt, als wir nach dem erfahrenen Profi Franz Raschid mit Roger Rütter einen unserer ehemaligen Jugendtrainer installiert haben. Aber der Erfolg sollte uns und dem Roger recht geben“, erklärt Szafranski.

Nach einer Sitzung mit dem Mannschaftsrat und dem Vorstand Anfang Dezember habe Assfelder den Entschluss gefasst, sich zu bewerben. „Der PSV denkt in der Trainerfrage immer langfristig. Da habe ich mir gesagt: Wenn du es jetzt nicht versuchst – wer weiß, wann du wieder die Chance bekommst“, so der 31-Jährige, der klarstellt, nicht als Spielertrainer fungieren zu wollen. „Das habe ich einmal erlebt, davon halte ich gar nichts!“

Dass im Abstiegskampf der Landesliga nun der künftige Coach und neue Sportliche Leiter in der Abwehr mitspielt, sieht zumindest der Hobby-Triathlet Assfelder nicht als Problem. „Ich kenne den Roger über 15 Jahre. Wir haben kurz darüber gesprochen und werden künftig auch öfter sprechen. Und sicherlich werden wir nicht immer einer Meinung sein. Aber für die Mannschaft bin ich aktuell nur Spieler, er ist der sportlich Verantwortliche.“

Bis auf eine Nachwuchs-Lizenz hat Björn Assfelder keine Trainerscheine, die in dieser Klasse auch nicht notwendig sind. „Mein Plan ist, später die jetzige B-Lizenz zu erwerben.“ Lieber verweist der künftige Coach auf die eigene Erfahrung mit Übungsleitern. Denn zusätzlich zu seiner Zeit im Dress der „Ersten“ der Postsportler kickte Assfelder von 2007 bis 2011 beim VfL Rhede drei Jahre in der Verbands- und ein Jahr in der Landesliga. „Da bekommt man im Laufe der Jahre viele Sachen mit – positive wie negative.“

Talente frühzeitig erkennen

Mit Blick auf seine Doppelfunktion versichert Assfelder, dass dies „keine One-Man-Show wird“. Vielmehr sei es eine Teamarbeit zusammen mit Stefan Terhorst, dem Vorstand, den anderen Trainern und dem Jugend-Koordinator. „Wir werden schnell die Gespräche mit den Spielern suchen. Das war bis jetzt nur bedingt möglich, denn sie wollen ja wissen, wer sie trainiert.“

Frage des Co-Trainers noch offen

Die Sportlichen Leiter sollen sich dabei ehrenamtlich ganz auf Fußball, die erste bis vierte Mannschaft und auch die Bindung zur Jugendabteilung kümmern. „Mit der Organisation oder der Werbung haben sie nichts zu tun“, sagt Szafranski. Der 2. PSV-Vorsitzende sieht den PSV als Ausbildungsverein an. In der Vergangenheit seien zu häufig Talente nicht erkannt worden. „Die sind teilweise sogar in der B-Liga gelandet, weil sie von uns zu spät angesprochen wurden. Das darf uns nicht mehr passieren“, verdeutlicht Szafranski.

Für den neuen PSV-Chef Stefan Peters war es der erste große Schritt im geplanten Umbruch bei den Grünen. „Durch diese Besetzung geht der Verein neue Wege und wird die positive Vereinsentwicklung weiter fortsetzen“, ist sich der Vorsitzende der Postsportler sicher.