Bezirksligisten fahren in Richtung Ruhrgebiet

Ein Derby zwischen dem SV Vrasselt und RSV Praest wird es auch in der neuen Saison geben. des Öfteren wird der Weg für die Emmericher Bezirksligisten aber auch in Richtung Ruhrgebiet führen.
Ein Derby zwischen dem SV Vrasselt und RSV Praest wird es auch in der neuen Saison geben. des Öfteren wird der Weg für die Emmericher Bezirksligisten aber auch in Richtung Ruhrgebiet führen.
Foto: FUNKE Foto Services

Am Niederrhein..  Von einer Überraschung sprach Sascha Brouwer, als er gestern von der Gruppeneinteilung der Fußball-Bezirksligisten für die kommende Saison erfuhr. Denn künftig sind neben bekannten Mannschaften aus dem Kreis 11 nicht mehr linksrheinische Teams der Gegner, sondern mehrere Vereine aus Oberhausen und Bottrop.

„Eine Gruppe mit Ruhrgebietsvereinen ist sicherlich noch einmal stärker“, vermutet der Coach der Blau-Weißen. „Ich muss mich aber erst einmal schlau machen über diese Teams“. In Richtung Ruhrgebiet sei man ja schon länger nicht mehr gefahren, es könne durchaus reizvoll sein, auch mal wieder etwas anderes zu sehen, meint Brouwer zur Liga, der 17 Teams angehören.

Michael Kühn, Vorsitzender des RSV Praest, befand sich am Donnerstagmorgen gerade in Oberhausen und sprach mit einem Arbeitskollegen, der bei Arminia Klosterhardt tätig ist, als er erfuhr, dass die beiden in der nächsten Spielzeit sportliche Konkurrenten sind. „Nach einem ersten kleinen Schock habe ich mir die Gruppe mal genauer angeguckt und rein geographisch gesehen, macht das schon Sinn“, sagt Kühn. „Wir freuen uns auf jeden Fall auf die neue Herausforderung“.

Schade sei allerdings, dass künftig nicht mehr Holger Tripp als Staffelleiter für diese Gruppe zuständig sei. „Die Zusammenarbeit mit ihm ist immer sehr harmonisch verlaufen“, so der RSV-Chef.

„Das ist schon eine Hammergruppe. Die Leistungsdichte wird immer enger“, sagt Jörg Gonschior, Trainer des Hamminkelner SV. „Aber es ist auch reizvoll, denn Traditionsvereine wie Adler Osterfeld oder Sterkrade 06/07 bringen auch Zuschauer mit.“ Gonschior weiter: „Für mich ist diese Einteilung weiterhin ein Fingerzeig in Richtung Kreisstrukturreform, die nicht vom Tisch sein wird.“

„Ich bin sehr zufrieden. Das wird eine interessante Geschichte“, meint Dirk Lotz, neuer Trainer von 08/29 Friedrichsfeld. „Mit dem VfB Bottrop und SF Königshardt sind auch zwei Landesliga-Absteiger dabei, die sicher wieder oben angreifen wollen. Aber auch wir haben unsere Ansprüche“, betont Lotz.

Anzahl der Absteiger nicht geklärt

Noch nicht endgültig geklärt sind die Auf- und Abstiegsregelungen. „Das wird in rund drei Wochen der Fall sein“, erläutert Wolfgang Jades, der aber direkt klar macht. „So viele Absteiger wie in den letzten Jahren wird es nicht mehr geben. Gerade die Bezirksliga musste ja extrem bluten, nun wird sich der Abstieg moderat halten.“ Der Vorsitzende des Fußballausschusses im FVN fährt fort: „Aus der Oberliga und Bezirksliga wird es eine feste Anzahl an Absteigern geben. In der Landesliga ist das noch nicht möglich. Auch die Anzahl der Aufsteiger wird noch variieren“, so Jades, der den Vizemeistern der Bezirksligen eine Aufstiegsrelegation in Aussicht stellt.

Eine Anzahl von drei Absteigern aus den Bezirksligen erscheint angesichts der Eckdaten wahrscheinlich. In der Landesliga wird man weiter hinauf bis zur Regionalliga blicken müssen. Denkbar sind dort vier Absteiger – bei allerdings nun 18 anstelle von nur 14 Teams wie in der abgelaufenen Saison. Die Ligenstrukturreform, die die Anzahl der Bezirksliga-Gruppen von neun auf sechs reduziert hat und der zuletzt auch eine Landesliga-Gruppe zum Opfer fiel, befindet sich damit auf der Zielgeraden.

Zum Thema „Härtefälle“ bei den Einteilungen der Gruppen hat Thomas Klingen noch ein Beispiel. „Recht machen kann man es nie allen Vereinen. Aber in diesem Jahr mussten wir den VfL Jüchen und die SpVg Odenkirchen auf zwei Landesligen verteilen, weil es anders einfach nicht gepasst hat“, so der Staffelleiter der Gruppe 1. „Die Vereine liegen an einer Straße, wenige Kilometer voneinander entfernt und haben sich auf ihr Derby gefreut. Das sind Entscheidungen, die auch uns richtig weh tun.“

Die Einteilung ist nunmehr verbindlich und nicht anfechtbar.