Aufstieg durch die Hintertür

De Graafschap jubelte nach dem Sieg gegen Volendam über die Rückkehr in die Eredivisie.
De Graafschap jubelte nach dem Sieg gegen Volendam über die Rückkehr in die Eredivisie.
Foto: imago/VI Images

Doetinchem..  Die „Superboeren“ sind zurück in der ersten Liga. De Graafschap Doetinchem wird nach drei Jahren Pause in der kommenden Saison wieder in der Eredivisie an den Start gehen. Der Aufstieg kam nicht zuletzt für die Fans und Verantwortlichen der Mannschaft aus dem Achterhoek ziemlich überraschend.

Denn eigentlich verlief die vergangene Spielzeit für De Graafschap alles andere als glorreich. Am Ende der regulären Saison belegten die Blau-Weißen lediglich den sechsten Tabellenrang. Dass es doch mit dem Aufstieg klappte, liegt an der ungewöhnlichen Aufstiegsregelung in den Niederlanden, die in Europa einmalig ist.

Zum Hintergrund: Nur der Meister der niederländischen zweiten Liga, der so genannten Eerste Divisie oder Jupiler League, steigt direkt in die Eredivisie auf. Den Titel sicherte sich in der letzten Saison N.E.C. Nimwegen. Ebenso steigt auch nur der Tabellenletzte der ersten Liga direkt ab. Acht weitere Mannschaften aus der zweiten Liga kämpfen mit dem 16. und 17. der Eredivisie in drei Relegations-Runden um den Aufstieg beziehungsweise den Verbleib in der höchsten Spielklasse.

Testspiel gegen DZSV Dinxperlo

Wer aus der zweiten Liga an den Playoffs teilnehmen darf, ist dann nochmal eine echte Wissenschaft für sich. Denn die Saison wird in vier Perioden à neun Begegnungen unterteilt. Das beste Team innerhalb des neun Spiele dauernden Abschnitts der Saison ist automatisch für die Aufstiegsrunde qualifiziert, egal welcher Rang in der Abschlusstabelle eingenommen wird. Neben den vier Periodenmeistern nehmen noch die vier bestplatzierten Teams, die nicht in einer Periode vorne lagen, an den Playoffs teil.

Gespielt wird nach den Europapokal-Regeln in Hin- und Rückspiel sowie der Auswärtstorregel. De Graafschap musste in der ersten Runde gegen Almere City FC antreten, die die Jupiler League auf Rang zehn abschlossen, aber Champion der ersten Periode waren. Nach einem 1:1-Remis im Hinspiel setzten sich die „Superboeren“ in Match zwei mit 2:1 nach Verlängerung durch.

In der zweiten Runde kam es zum Duell mit dem Erstligisten Go Ahead Eagles aus Deventer. In beiden Spielen behielten die Doetinchemer mit 1:0 die Oberhand. In der finalen Runde war das Hinspiel gegen FC Volendam zunächst auf dem heimischen Vijverberg angesetzt. 11 806 Zuschauer sahen ein torloses Unentschieden. Im Rückspiel wurde dann Vincent Vermeij zum Aufstiegsheld. In der 39. Minute erzielte er den entscheidenden Treffer.

Mittlerweile sind die „Superboeren“ um Trainer Jan Vreman in die Vorbereitung auf die Eredivisie eingestiegen. Am kommenden Donnerstag steht ein Testspiel in Dinxperlo an. Gegner ist dann DZSV Dinxperlo, gegen die in der Vergangenheit auch schon des Öfteren Bezirksligist RSV Praest ein Vorbereitungsspiel absolviert hat.

Dem Aufsteiger wird zudem eine besondere Ehre zuteil. Am Freitag, 7. August, eröffnet De Graafschap Doetinchem die Saison in der Eredivisie mit einem Auswärtsspiel beim friesischen Club SC Heerenveen.