Aufholjagd wird nicht mit einem Punkt belohnt

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Emmerich..  Im bisherigen Saisonverlauf konnte Nico Hülkenberg mit der Leistung seines Autos nicht zufrieden sein. Beim Großen Preis von Monaco wären Punkte drin gewesen, aber ein Unfall wenige Meter nach dem Rennstart vereitelten dieses Ziel. Trotz sensationeller Aufholjagd beendete der Force India-Fahrer das Rennen als Elfter außerhalb der Punkteränge.

Der Emmericher ging von Position elf ins Rennen. Doch in der Mirabeau-Kurve kam es zur Kollision mit Fernando Alonso (McLaren). „Fernando hat mich in der ersten Runde mehr oder weniger in die Mauer gedrückt. Ich wusste, dass er da war, also ließ ich ein bisschen mehr Platz, eigentlich war er auch schon an mir vorbei. Aber beim Bremsen muss er das Heck verloren haben, so dass er mir in die Seite krachte und mich in die Mauer schob“, so der Force India-Pilot, der aber dem spanischen Ex-Weltmeister keine Vorwürfe machte. „In meinen Augen war das ein Rennunfall, er hat das nicht absichtlich gemacht.“ Das sahen die Rennkommissäre allerdings anders. Der spanische Ex-Weltmeister wurde mit einer Fünf-Sekunden-Strafe beim Boxenstopp belegt. Alonso empfand dies als „komisch“ beziehungsweise „willkürlich“.

Wie auch immer der Unfall zu bewerten sein mag, er ruinierte das Rennen von Hülkenberg, der frontal in die Bande einschlug und seinen Frontflügel irreparabel beschädigte. Danach schleppte er sich zurück an die Box, wo es eine neue Nase gab.

Nach dem unfreiwilligen Zwischenstopp musste sich Hülkenberg im Feld ganz hinten einreihen, was in Monte Carlo ein immenser Wettbewerbsnachteil ist. „Wenn die Führenden überrunden, dreht sich die Abwärtsspirale. Wir hatten gutes Tempo, sind aber nur noch hinterhergehechelt“, meinte Hülkenberg, der sich sicher war, das er es ohne den Unfall in die Punkte geschafft hätte, denn „der zusätzliche Boxenstopp und der Wechsel haben mich viel Zeit gekostet“.

Nichtsdestotrotz gab der Emmericher nicht auf und bewies die weiteren 77 Runden Durchhaltevermögen. Fast schon sensationell kämpfte er sich mit dem Force India Platz um Platz weiter nach vorne. Bis er kurz vor dem Ende plötzlich auf Position elf lag. Durch eine Safety Car-Phase, ausgelöst durch einen heftigen Einschlag in die Streckenbegrenzung von Max Verstappen (Toro Rosso), war das Feld wieder ganz dicht beieinander. Doch schnell musste Hülkenberg einsehen, dass ein Angriff auf Position zehn, den Carlos Sainz jr. okkupierte, ziemlich utopisch war. „Ich war Elfter und Sainz war auf alten Reifen unterwegs, aber der Toro Rosso ist einfach eine Bombe“, so Hülkenberg. „Selbst mit so alten Reifen ging der immer noch ab wie Schmitz’ Katze. An dem wäre ich niemals vorbeigekommen, da hätten wir noch drei Jahre weiterfahren können.“

Immerhin konnte sich Force India wenigstens über WM-Punkte freuen, weil Hülkenbergs Teamkollege Sergio Perez Siebter wurde.