Auf dem Sprung zur nächsten Meisterschaft

Fetzige Musik dröhnt aus den Boxen. Mit „World in our hands“ heizt Taio Cruz den Mädchen schon beim Aufwärmen im Klever „Allround Sports“ kräftig ein. Zum Beat der Musik legt die Gruppe los. Noch ist es ein langer Weg, bis die neue Choreographie für den nächsten großen Auftritt perfekt aufs Parkett gelegt wird.

Wer beim Videoclipdancing erfolgreich sein will, muss eine synchrone und einfallsreiche Choreographie mit vielen „Bildwechseln“ präsentieren. Ausstrahlung und ein cooler Style sind ebenfalls wichtig, um die Zuschauer und vor allem die Wettkampf-Jury zu überzeugen.

Schon seit einigen Jahren wird sich bei der Tanzschule Böhm aus Emmerich zu den Hits der Stars bewegt und der Nachwuchs für die „Moves“ beim
Videoclipdancing begeistert.



Bis zum letzten Jahr hat Chefin Sabine Böhm die „Allround Kids“ selbst trainiert. „Aktuell haben wir aber eine neue Herausforderung gesucht, erarbeiten jetzt die Choreographien komplett selbst“, erklärt Patricia Koenen. Sie hat gerade die Aufwärmmusik, ein Potpourri aus den aktuellen Charts, abgestellt.

Nach kurzer Verschnaufpause geht es aber schon wieder weiter. Bernadette Saloga stellt sich in die erste Reihe und zeigt einen Teil ihrer selbst erarbeiteten Choreographie, streckt das rechte Bein zur Seite, zieht es wieder heran an den Körper, legt beide Hände hinter den Kopf, schüttelt ihr blondes Flatterhaar, breitet die Arme aus, springt in die Höhe, um dann kurz auf der Stelle zu steppen. Alles geht in rasantem Tempo, stets im Rhythmus der Melodien. Immer mal wieder muss die Musik abgedreht, der Part wiederholt werden. „Wir sind einfach noch nicht richtig synchron“, klagt Tänzerin Carolin Hövelmann.

Training für die „Westdeutsche“

„Es macht eine Menge Spaß vor allem dann, wenn man die Schritte kann“, sagt Patricia Koenen. Schließlich können sich die Tänzerinnen im Alter von 16 bis 27 Jahren selbst ein bisschen wie Stars auf der Bühne zu fühlen. Die „Allround Kids“ haben erstmals 2006 die Deutsche Meisterschaft gerockt und sich dann 2009,

2010 und 2011 den Meistertitel dreimal in Folge geholt. Im vergangenen Jahr langte es zum zweiten Mal in Folge zum Vizetitel bei den „Adults“. Viele Erfolge bei Westdeutschen Meisterschaften kommen hinzu. Auch die „Kleinen Helden“, die jüngere Gruppe der Tanzschule Böhm, hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Podestplätze erreichen können.

Derzeit trainieren die 15 jungen Damen der „Allround Kids“, von denen einige aus Emmerich kommen, wieder für eine Westdeutsche Meisterschaft, die am 2. Mai in Unna über die Bühne geht. Bei den Proben sieht man, dass die Lust am Videoclipdancing quasi von ganz alleine kommt. Sobald die Musik angeht, beginnen alle sofort sich zu bewegen. So einfach, wie es aussieht, ist es aber nicht. „Der Sport wird oft unterschätzt“, weiß Patricia Koenen. Denn Kraft und Kondition sind Voraussetzung, es muss regelmäßig und hart trainiert werden, damit die Bewegungen der Tänzerinnen wirklich synchron ablaufen.

Mitmachen kann jeder. Fast jeder. „Ein einigermaßen gutes Rhythmusgefühl ist Voraussetzung“, sagt Katharina Trilsbeek. „Teamgeist, Ehrgeiz und Disziplin sollten außerdem vorhanden sein“, fügt Patricia Koenen hinzu.