Am frühen Morgen in den Sattel

Rees..  Die ersten Teilnehmer brauchten noch langärmelige Shirts. Denn als die Marathonfahrer der diesjährigen Radtouristikfahrt (RTF) des RC Tornado 94 frühmorgens um 6.59 Uhr am Reeser Westring auf die Straßen rollten, war es noch richtig frisch. „Dann muss man sich eben warm fahren“, lautete die Devise der 106 Ausdauersportler des Marathons über 205 Kilometer. „Aufgrund der NRW-Challenge hatten wir hier einen besonders großen Zuspruch“, freute sich Dirk Brandt vom Ausrichter. Insgesamt nahmen gestern etwa 400 Radler teil, darunter auch ein Siebenjähriger, der die 40 Kilometer absolvierte. „Mit der Resonanz sind wir zufrieden. Toll war natürlich, dass das Wetter richtig schön war“, sagte Brandt.

Der Radmarathon führte bis nach Nimwegen und zurück. Auch in diesem Jahr wieder auf verkehrsarmen Strecken durch die schöne niederrheinische Landschaft auf der linken Rheinseite.

Durch das breite Angebot der Streckenführungen sind auch die Ambitionen und Herangehensweisen ganz verschieden. „Für die Landschaft habe ich keinen Blick“, gestand Uwe Hahn vom Radsportverein Adler 07 Bottrop. „Ich bin schon sehr sportbegeistert“, betonte er. Auch wenn Hahn vor allem den Spaß am Sport sieht: „Für 30 Kilometer setze ich mich kaum aufs Rad. Wenn man regelmäßig fährt, ergeben sich die Distanzen von allein“. Für ihn gehöre das Radfahren fest zum Alltag. Hahn nahm mit fünf Gleichgesinnten die 150 km lange Rundtour in Angriff. Gestartet wurde zusammen, aber es könnte sein, dass dann später jeder sein Tempo fahre, meinte der Bottroper bei der Abfahrt.

Auch Kay Hinskes und Ludger van Bebber aus Xanten wollten die 150 Kilometer versuchen. „Ich fahre gern allein, weil ich so den Kopf frei bekomme“, erzählte Hinskes. Natürlich stehe auch die Gesundheit im Fokus. „Aber ohne Leistungsgedanken“, betonte er.

Etwas anders sehen das Simone Lambrich und Matthias Langenohl. Sie hatten sich auf die Saison extra vorbereitet – mit einem zehntägigen Trainingslager auf Mallorca. Die gut 150 Kilometer fuhren sie gemeinsam und waren doch froh, dass es hier am Niederrhein so schön flach ist. „Ich komme aus der Eifel und da würde ich 150 Kilometer nicht so einfach fahren“, schmunzelte Lambrich.

Die Brüder Matthias und Christian Stratmann standen bereits um acht Uhr mit ihren Startnummern am Westring und erwiderten auf die Frage, was sie hierhergetrieben habe, ganz lapidar: „Wir konnten nicht mehr schlafen“. Doch das stimmte so natürlich nicht, denn dass sie bei der RTF mitmachen wollten, stand schon länger fest. Auch sie begannen gemeinsam, später trennten sich ihre Wege. „Ich absolviere die 115 Kilometer“, erklärte Matthias Stratmann. Sein Bruder ging es etwas ruhiger an. Er begnügte sich mit der Hälfte.