1. FC Kleve: „Verfahren dauert noch Monate“

Am Niederrhein..  Im August 2008 schlugen die Steuerfahnder in der Geschäftsstelle des 1. FC Kleve zu, seitdem wird ermittelt. Mittlerweile gibt es seit 18 Monaten eine Anklage wegen Steuerhinterziehung gegen den ehemaligen Vorsitzenden des Vereins, Uwe Dönisch-Seidel, sowie gegen fünf weitere ehemalige Funktionäre des Clubs, die beim Landgericht Kleve zur Zulassung liegt.

Doch das Verfahren zieht sich hin, „nicht ungewöhnlich bei so komplexen Wirtschaftsstrafsachen“, wie eine Gerichtssprecherin berichtete. Jetzt kommentierte Staatsanwalt Dietmar Hirneis, der auch die Anklage gegen die Vereinsverantwortlichen führt, den aktuellen Sachstand. Er rechnet damit, dass das „Verfahren noch Monate dauert“. Weitere Angaben wollte er nicht machen.

Bekanntlich hatte im vergangenen Jahr ein Verständigungsgespräch zwischen allen Verfahrensbeteiligten stattgefunden. Das Ziel der Verteidiger ist es, einen öffentlichen Prozess – der in Kleve vermutlich zu einem Spektakel sondergleichen geraten würde – zu vermeiden und stattdessen eine Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen (Zahlung einer Geldbuße) zu erreichen. Diese Lösung wird bis zum Sommer angestrebt. Die Verteidiger haben als Argument auf ihrer Seite die Tatsache, dass unstrittig ist, dass es bei den vorgeworfenen Delikten der Steuerhinterziehung in keinem Fall um persönliche Bereicherung ging.

Halbe Million Euro Schaden

Laut Anklage sollen 37 Spieler und Betreuer des 1. FC Kleve schwarz bezahlt worden seien. Der Gesamtschaden soll bei einer halben Million Euro liegen. In einem Fall soll ein Abwehrspieler den offiziellen Verträgen zufolge beispielweise 400 Euro brutto plus Prämien erhalten haben. Aus der schwarzen Kasse erhielt er laut Anklage überdies weitere 2250 Euro netto sowie Prämien und ein zur Verfügung gestelltes Auto inklusive einer Tankkarte.