Zwei-Jahres-Strategie für Rückkehr

Stefan Janßen hat das Training mit dem VfB aufgenommen.
Stefan Janßen hat das Training mit dem VfB aufgenommen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der VfB Homberg will wieder in die Oberliga – aber nicht mit der Brechstange. Am Dienstagabend fand der Trainingsauftakt unter Neu-Coach Stefan Janßen statt. Joel Schoof ist nun verpflichtet.

Duisburg..  Mit der neuen Ligazugehörigkeit hat sich Hombergs Vizepräsident Wolfgang Graf immer noch nicht angefreundet. „Ehrlich gesagt kann ich es bis heute noch nicht glauben, dass wir aus der Fußball-Oberliga abgestiegen sind. Ich hatte vor Jahresfrist eine Position um Platz zehn für realistisch gehalten. Am Ende war es ja auch um Platz zehn – allerdings acht Ränge schlechter“, meint das VfB-Urgestein mit einem gehörigen Schuss Selbstironie.

Nach der Einteilung in die Landesligagruppe 2 ist bei den Hombergern, die am Dienstag unter Neu-Trainer Stefan Janßen in die Vorbereitung gestartet sind, so etwas wie leichte Aufbruchstimmung erkennbar. Graf: „Mit Speldorf, Straelen, Wesel-Lackhausen und Sonsbeck treffen wir alle Bekannte. Dazu gibt es die Stadtduelle mit dem FSV Duisburg und dem Duisburger SV 1900. Ich denke schon, dass es eine interessante Spielklasse ist, in der wir uns auf keinen Fall verstecken müssen.“

Mit vollmundigen Ankündigungen halten sich die Linksrheinischen zurück. Der VfB Homberg hat eine Zwei-Jahres-Strategie entwickelt, um sich in der Oberliga zurückzumelden. „Mit der Brechstange“, warnt Graf, „können wir an die Sache nicht herangehen. Wir bilden nach dem Abstieg eine neue Mannschaft, haben mit Stefan Janßen einen neuen Coach. Man bildet kein Team, in dem man eine vierwöchige Vorbereitung durchläuft. So etwas kann bis zum Herbst oder Winter dauern, bis alles greift.“

Deswegen wird der neue Kader auch nicht vom ersten Tag an unter Starkstrom gesetzt. „Wir geben den Jungs ein Stück weit Zeit“, sagt der Fußball-Abteilungsleiter, „aber ich sage auch ganz klar, dass es nicht unser Anspruch ist, perspektivisch in der Landesliga zu bleiben.“

Mit den Ratingern Dennis Wibbe (22/Mittelfeld) und Julian Dusy (23/Abwehr) sowie dem aus Baumberg geholten Marcel Kalski (24/Angriff) hat sich der VfB durchaus Qualität aus der Oberliga geangelt. Sergen Sezen (20/linkes Mittelfeld) hat bei Rot-Weiß Oberhausens U 23 ebenfalls Fünftliga-Erfahrung gesammelt. Gleiches gilt für Joel Schoof (24/Innenverteidigung), dessen Verpflichtung vom TV Jahn Hiesfeld nun perfekt ist.

Keeper Phillip Gutkowski (20/zuletzt Hönnepel-Niedermörmter) und Murat Kara (21/Sterkrade-Nord) sind Rückkehrer mit Stallgeruch. Das Duo hat früher schon beim VfB gespielt. Graf: „Uns kommt es auch darauf an, wieder mehr Homberger Jungs im Kader zu haben.“ Dieses Kriterium erfüllen Timo Friede und Stefan Schindler, die aus der VfB-Reserve nach oben rücken. Was der Homberger „Vize“ bereits in den Gesprächen mit den neuen Akteuren festgestellt hat: „Die Leute, die wir geholt haben, sind alle heiß, für Homberg zu spielen.“ Ins Training startet der Oberliga-Absteiger mit einem 20er-Kader. Zwei Positionen sind noch offen. „Wir schauen uns noch nach einem rechten Verteidiger und einem Achter für das Mittelfeld um“, so Graf, der die hohe Fluktuation im Kader als sinnvoll erachtet: „Wir wollten relativ viele Spieler austauschen, um nicht zu große Altlasten aus der vergangenen Saison mitzunehmen.“ Verbliebene Haudegen wie Sunay Acar, Almir Sogolj oder Thomas Schlieter wollen in der kommenden Spielzeit mit dazu beitragen, den VfB-Kahn wieder auf Kurs zu bringen.

Beim Trainingsauftakt fehlten die angeschlagenen Thomas Schlieter und Robin Spicker sowie Cengizhan Erbay, Tolga Dügenciolglu und Murat Kara (alle Urlaub). Graf: „Bis zum Wochenbeginn sind alle da.“