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Wo sind denn die Schwimmflügel?

11.03.2009 | 18:31 Uhr
Wo sind denn die Schwimmflügel?

Die OSC-Handballer statteten den Amateuren einen Besuch ab – und waren schnell k.o.

Der erste Sprung ins kühle Nass macht noch Spaß. Kopf über stürzt sich Tim Gentges ins Wasser. Kurz darauf aber bleibt dem 21-Jährigen das Lachen im Halse stecken. Arno Troost übernimmt das Kommando und der Wasserball-Trainer kennt keinen Spaß und erst recht keine Gnade mit seinen Gästen – den Regionalliga-Handballern vom OSC Rheinhausen. „Stehen am Rand ist verboten”, ruft ASCD-Trainer Troost Achim Schürmann und Co. zu und erntet dafür entsetzte Blicke. Nicht stehen heißt nämlich in diesem Fall Schwimmen oder Wassertreten – und beides bringt die Handballer bereits nach wenigen Minuten an den Rand der Erschöpfung.

Ein paar flotte Runden Kraulen zum Aufwärmen, eine Bahn Schmetterling – oder zumindest der Versuch – und einige Minuten Wassertreten unter Einleitung der geübten Wasserball-Cracks. Die Tipps der Profis helfen aber nur wenig. Blubbernd drohen die ersten Rheinhauser schon zu Beginn der gemeinsamen Trainingseinheit mit Wasserball-Bundesligist ASC Duisburg im Schwimmstadion abzusaufen. „Kann ich mal meine Schwimmflügel haben”, jammert OSC-Torhüter Jens Bothe. Nein, kann er nicht und eine Verschnaufpause gibt es schon gar nicht. „Wenn ihr euch beeilt, gibt es gleich noch ein Bier. Wenn ihr so weitermacht, gibt es gar nichts”, lockt Arno Troost die Gäste von der anderen Rheinseite mit einer Ladung kühlem Gerstensaft. Ob seine Jungs etwa deshalb so erfolgreich sind?

Im Wasser ist der OSC chancenlos

Die letzte von Troost angeordneten Bahnen durchs Becken ist absolviert – „zur Entspannung”, meint der ASCD-Coach – ehe es zur Taktikschulung und der allgemeinen Verschnaufpause auf die Tribüne geht. Wobei „allgemein” so nun auch nicht ganz stimmt. Denn während die Rheinhauser bereits die erste Blessuren behandeln lassen müssen – als einer der Teamältesten ereilte Achim Schürmann der erste Krampf – spulen die Amateure flugs noch ein paar weitere Bahnen Schmetterling ab, zur Vorbereitung auf das anstehende Rückspiel mit den Gästen. Beim Hinspiel auf dem Trockenen vor zwei Wochen schickte das Schürmann-Team die Jungs von der Wedau mit einer erwartungsgemäß deutlichen Niederlage nach Hause. Auf die Revanche aber musste der ASCD nun nicht lange warten.

Taktik-Nachhhilfe vom Wasserball-Trainer: ASCD-Trainer Arno Troost zeigt seinen Gästen vom OSC Rheinhausen, wie Wasserball funktioniert. Foto: Paul Schulte

Und das erste Opfer gibt es bereits nach gut einer Minute, schließlich geht es beim Wasserball immer etwas ruppiger zu. Thomas Lucas, der fliegende Holländer, stürzt sich auf Tim Gentges, oder vielmehr auf seinen modisch fragwürdigen Einteiler. Ein kurzes Handgemenge unter Wasser und der Niederländer hat Gentges seines neon-grünen Stofffetzens entledigt. „Kann mir mal bitte einer eine Badehose zuwerfen?”, zetert der splitterfasernackte Rückraum-Akteur des OSC.

„Das Trainertrio hat Muskelkater”

Aber auch Gentges' gescheitertes Ablenkungsmanöver hilft den Rheinhausern nur wenig. Das Rückspiel entscheiden die sichtlich amüsierten Amateure selbstversändlich für sich. „Ich habe noch keine Verlustmeldung bekommen. Ich denke, es leben noch alle. Aber eines steht fest. Das Trainertrio hat Muskelkater”, gesteht Schürmann. Es soll nicht das letzte Treffen der beiden Teams gewesen sein. Schürmann: „Wir werden uns auf jeden Fall ein Spiel angucken. Vielleicht gegen Spandau im Finale.”

Sandra Otten

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