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Duisburg

Winterlauf bei Frühlingswetter

10.02.2008 | 21:58 Uhr

LEICHTATHLETIK. Einige Läufer kippten wegen der Wärme im Ziel um. Auch der Kampf um die Spitze war sehr hitzig.

Felix Brüll muss bei dem Gedanken an die Anfänge der Winterlaufserie schmunzeln: "Wir haben die Zeiten noch mit der Hand gestoppt und anschließend den Startnummern zugeordnet", erinnert sich der Vorsitzende des ASV Duisburg. "Die Teilnehmer mussten einen Zielkanal passieren, durch den gerade einmal ein Läufer passte. Das konnte schon einmal zum Stau führen, aber bei 250 Läufern ging das noch."

4100 Athleten am Start

So war es vor 22 Jahren. Inzwischen hat sich einiges geändert. Beim Auftakt zur 23. Auflage, die der ASV am Samstag in Wedau ausrichtete, waren es insgesamt rund 4100 männliche und weibliche Läufer, die an den Start der kleinen und großen Serie gingen - und um deren Zeit mit der Hand zu stoppen, wären weit mehr als die 130 Helfer, die rund um die Regattabahn im Einsatz waren, nötig gewesen. Zum Glück gibt es die Chiptechnik - und der Zieleinlauf auf der Dreieckswiese hat sich in Form eines großen roten Bogens inzwischen enorm vergrößert.

Auch die Winter-Temperaturen haben sich im Laufe der Zeit verändert. Hatten die Läufer in der Vergangenheit noch mit Schnee zu kämpfen, so war es am Samstag die Wärme. Nach 10 000 Metern bei bestem Frühlingswetter kippten gleich mehrere Athleten nach dem Ziel vor Erschöpfung um. "Die Leute ziehen ihre Wintersachen an und nach fünf Kilometern steht ihnen der Schweiß in der Bluse", weiß Brüll, der "lange für das gute Wetter telefoniert" hat, scherzt der ASV-Chef mit Blick nach oben.

Die schnellsten Läufer der großen Serie hatten mit der Wärme keine Probleme. Im Gegenteil. Manuel Meyer vom TV Wattenscheid (30:40 Minuten), Jörg Hansen (31:42), der Gesamtsieger aus den Jahren 2000 und 2001, gefolgt von Titelverteidiger Karsten Kruck (31:43) hatten viel Spaß an der "optimalen" neuen Strecke , waren wohl auf und mit ihren Zeiten "sehr zufrieden." Für den Streckenrekord (29:46) reichte es zwar nicht, aber der Kampf um die Spitze war hitzig. Meyer hatte die Nase vorn, Hansen und Kruck lieferten sich einen rassigen aber fairen Zweikampf.

Hansen feiert gutes Comeback

"Ich wäre nicht so schnell gelaufen, hätte Karsten nicht so viel Druck gemacht", weiß Hansen, der nach siebenjähriger Winterlauf-Pause ein gutes Comeback feierte und den Gesamtsieg im Auge hat: "Wenn ich fit bleibe, bin ich guter Dinge. Ansonsten hat Karsten Glück gehabt", schmunzelt der Alpener. Der Titelverteidiger vom LC Bunert Duisburg grinst und kontert: "Wenn Manuel Meyer alle Läufe mitmacht, hab ich wohl keine Chance auf den Gesamtsieg." Die Teilnahme des Wattenscheider Profis bei den nächsten Etappen über 15 000 Meter und den Halbmarathon ist noch unklar.

Als schnellste Frau kam Getrud Erlemann vom LC Duisburg (41:04) ins Ziel, und auch sie war wohlauf - wie Ansgar Varnhagen vom Bunert-Running-Team (15:45) und Kerstin Augustin aus Witten (18:56), die als Sieger der kleinen Serie ohnehin nur 5000 Meter absolvieren mussten.

Das Siegertrio über 10 000 Meter freute sich über "optimale Rahmenbedingungen" an der Wedau und Kruck hatte noch einen Vorschlag parat: "Es sollte Frühlingslaufserie heißen". ASV-Boss Felix Brüll bleibt der 22-jährigen Tradition jedoch treu und lieber beim Winterlauf, auch wenn er "überzeugt" davon ist, dass der ASV nicht nur die Serie sondern auch "das Wetter fest im Griff" hat.

Er muss noch einmal telefonieren: "Für die nächste Etappe am 1. März wollen wir noch den Wind abbestellen."

SVEN KOWALSKI

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