Wenn das Plexiglas leidet

Manuel Neumann hofft darauf, dass die Füchse künftig seltener das Plexiglas auf seine Stabilität testen.
Manuel Neumann hofft darauf, dass die Füchse künftig seltener das Plexiglas auf seine Stabilität testen.
Foto: imago/Revierfoto NRZ
Was wir bereits wissen
Beim EV Duisburg läuft es sportlich derzeit gut, doch die Chancenauswertung soll besser werden. Am Freitag sind die Saale Bulls Halle zu Gast. Am Sonntag geht es zum Ruhrderby nach Essen.

Duisburg..  Manuel Neumann schmunzelte. „Da hat der Trainer Recht“, sagte der Verteidiger des Eishockey-Oberligisten EV Duisburg. Kurz zuvor hatte UIi Egen, Coach der Füchse, bemängelt, dass die Schwarz-Roten zu viele Chancen auslassen. „Manchmal“, sagte Neumann, „schießen wir schon das Plexiglas kaputt.“ Mit 7:1 hatten die Füchse das Endrunden-Heimspiel gegen die Black Dragons Erfurt souverän gewonnen. Während der Thüringer Coach Tim Donnelly das Ergebnis aus seiner Sicht als etwas zu hoch einstufte, widersprach Egen: „Das sehe ich anders als mein Kollege: Wir haben zu viele Chancen liegen lassen.“

Egen kündigte an, dieses Problem im Training angehen zu wollen. „Wir müssen unsere Gelegenheiten einfach besser nutzen“, so Egen. „Wir haben uns zudem einige Konter eingefangen.“

Generell aber läuft es bei den Füchsen derzeit vergleichsweise rund. Nach der Auftaktniederlage in Halle hat der EVD fünf Siege in Folge eingefahren. Allerdings hatten die Duisburger am Donnerstag in Neuwied zwischenzeitlich eine 3:0-Führung aus der Hand gegeben und nach dem 4:4-Ausgleich erst zwei Minuten vor dem Ende den entscheidenden Treffer markiert. „Da sind wir auf dem falschen Fuß erwischt worden“, sagt Neumann, der trotz der fünf Siege in Folge nicht von Zufriedenheit sprechen will. „Zufriedenheit bedeutet Stillstand und den wollen wir nicht“, so Neumann. „Wir haben noch genügend Luft nach oben. Da sind die Torchancen schon ein Problem.“ Eine generelle Tendenz zu einer größeren Konteranfälligkeit sieht der Abwehrspieler aber nicht. „Wir haben in der Offensive eine andere Raumaufteilung und erspielen uns so nun noch mehr Chancen. Ich denke aber nicht, dass wir generell mehr 2:1- und 3:2-Situationen gegen uns bekommen.“

Um weiterhin erfolgreich zu sein, „müssen wir einfach die Dinge umsetzen, die die Trainer vorgeben. Das hört man oft, stimmt aber eben auch. Wir haben vier starke Reihen, mit denen wir viel Druck ausüben können.“

An die Play-offs will Neumann aber noch nicht denken. „So etwas darfst du einfach nicht machen, sonst geht der Schuss nach hinten los. Man kann nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen.“ Der Verteidiger räumt ein: „Natürlich haben wir ein Ziel, das man im Hinterkopf hat, aber das muss man bei den Spielen einfach ausblenden.“

Sprießende Bärte

Einige von Neumanns Teamkollegen haben sich aber rein optisch schon längst auf die entscheidende Saisonphase eingestellt. Bei Felix Bick, Stephan Fröhlich und André Huebscher sprießt die Gesichtsbehaarung schon seit der ersten Oberliga-Runde so, als würde es ums Weiterkommen in den Play-offs gehen. „Da habe ich vor der Saison wohl etwas nicht mitbekommen“, lacht Neumann. Bei ihm und den übrigen Füchsen bleibt der Rasierer erst nach erfolgreich überstandener Endrunde beschäftigungslos. Aber wie gesagt: Erst der erste Schritt, dann der zweite.

Und der nächste Schritt könnte schon ein ganz wichtiger sein. Denn am Freitag (19.30 Uhr, Scania-Arena) sind die Saale Bulls Halle an der Wedau zu Gast – also eben jenes Team, das den Füchsen am ersten Endrundenspieltag Kopfschmerzen bereitet hat. Am Sonntag (18.30 Uhr, Westbahnhof) wird es dann ohnehin „wichtiger als üblich“, wenn das Ruhrderby bei den Moskitos Essen ansteht.