Warum Pechstein in Duisburg schmunzelte

Zieleinlauf der Inline-Skater - Ganz rechts Claudia Pechstein, die bei den Frauen einen starken dritten Platz erreichte.
Zieleinlauf der Inline-Skater - Ganz rechts Claudia Pechstein, die bei den Frauen einen starken dritten Platz erreichte.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Die fünffache Olympia-Goldmedaillengewinnerin Claudia Pechstein verlieh dem Marathonspektakel in Duisburg spürbaren Glanz. 2016 will sie wiederkommen – wenn es der Terminplan zulässt.

Der Untergrund war anders, die Distanz größer und der Ehrgeiz genauso groß wie sonst. Claudia Pechstein, die bei den Olympischen Spielen in Lillehammer, Nagano, Salt Lake City und Turin fünf Goldmedaillen im Eisschnelllauf sammelte, feierte auch in einer anderen Sportart den Sprung aufs Treppchen.

Beim Inline-Marathon in Duisburg schaffte die Berlinerin die Strecke in 1:19:30 Stunden und kam damit hinter der neuen Deutschen Meisterin Katja Ulbrich von der TS Bayreuth (1:18:03) und Claudia Maria Henneken vom SSC Köln (1:18:03) auf den dritten Platz im Gesamtklassement.

Für Claudia Pechstein bedeutete das Ergebnis beim Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg eine Verbesserung. „Im letzten Jahr bin ich bei den Deutschen Meisterschaften im Inline-Marathon Achte geworden. Jetzt in Duisburg habe ich den dritten Platz erreicht. Das war schon eine Überraschung“, meinte die 43-Jährige.

„Katja und Claudia Maria, die beiden Läuferinnen auf Rang eins und zwei, waren etliche Jahre jünger als ich. Als ich zwischendurch noch mal etwas näher an das Führungsduo herankam, habe ich von der Führenden den Satz gehört: Wir müssen Gas geben, die kommt dahinten schon. Da musste ich etwas schmunzeln“, hatte Pechstein sichtlich Spaß an der Rolle der etwas reiferen Jägerin.

Zum Vergleich: Ulbrich hat mit ihren 27 Jahren bereits 2013 und 2014 den nationalen Titel in der Marathondistanz abgeräumt. Die 30-jährige Claudia Maria Henneken zeigt seit 2009 Präsenz auf der Speedskatingstrecke, räumte mehrere Bronzemedaillen und jetzt in Duisburg Silber ab. Ursprünglich stammt die ausgebildete Leichtathletiktrainerin aus dem Rollkunstlauf. Die routinierte Olympionikin Claudia Pechstein ließ sich auf den letzten Metern nicht auf ein Duell auf Biegen und Brechen ein. „Ich bin letztlich mehr oder weniger alleine gelaufen. Im Zieleinlauf hat die Jugend immer Vorrang“, zwinkerte die Polizeihauptmeisterin.

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin kann dem Speedskaten eine Menge abgewinnen. „Für mich ist das ein Supertraining. Der Konkurrenzkampf ist genauso da wie beim Eisschnellauf“, sieht sie durchaus Parallelen zum Kufenflitzsport. Pechstein: „Das darf man nicht unterschätzen. Nur mit dem Unterschied, dass man hier in der Gruppe viel mehr kommunizieren kann. Beim Eisschnelllauf kann ich mich während des Rennens mit niemandem unterhalten.“ Nach ihrer Premiere in Duisburg ist eine erneute Teilnahme im Sommer 2016 nicht ausgeschlossen. Pechstein: „Ich will nicht zu viel versprechen. Aber wenn es der Kalender zulässt...“