Vorstand muss noch Überzeugungsarbeit leisten

Auch die Frage, was bei einem Zusammenschluss mit Wacker aus der bisherigen Anlage des SV Walsum an der Emscherbrücke wird, bewegte die Mitglieder.
Auch die Frage, was bei einem Zusammenschluss mit Wacker aus der bisherigen Anlage des SV Walsum an der Emscherbrücke wird, bewegte die Mitglieder.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
SV-Chef Horst Pohl plädierte vor den Mitgliedern für den Zusammenschluss mit Nachbar Wacker Walsum. Teilweise herrscht aber noch Skepsis vor.

Duisburg..  Horst Pohl wählte klare Worte: „Wenn wir so weitermachen wie bisher, ist unser Verein in ein paar Jahren kaputt.“ Der einstige Torjäger des SV Walsum, seit einigen Jahren auch Vorsitzender des Traditionsklubs von der Emscherbrücke, wollte den 17 Mitgliedern, die kurzfristig zur Informationsveranstaltung ins Haus Garden gekommen waren, deutlich machen, wie wichtig die angestrebte Fusion mit dem Lokalrivalen SG Wacker ist. Inwieweit er damit durchgedrungen ist, wird sich freilich erst zeigen, sobald der Vorstand eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberuft, auf der dann über den Zusammenschluss abgestimmt werden soll.

Die Fusion der beiden Nachbarklubs, seit ein paar Jahren in der Diskussion, hatte zunächst gehakt, weil sich die vorgeschlagene Option, den Platz an der B 8 aufzugeben und auf der derzeitigen Wacker-Anlage an der Holtener Straße ein Kunstrasengeläuf anzulegen, finanziell offenbar nicht darstellen ließ. „Aber jetzt sind die Gelder da“, verkündete Horst Pohl die vermeintlich frohe Botschaft von der Stadt. „Die Bagger können rollen – wir müssen nur Ja sagen.“

Das wollten die alteingesessenen SV-Mitglieder, unter ihnen der langjährige Jugendobmann Franz Knödlseder und der derzeitige Trainer der ersten Mannschaft, Ingo Eden, aber nicht einfach so tun. Der Verzicht auf die Eigenständigkeit geht nach fast 100 Jahren nicht einfach von der Hand – und teilweise kollidierten auch die Interessen. „Ihr redet nur von der Jugend“, hieß es aus der Versammlung. „Aber die ist auch unsere Zukunft. Wir müssen nicht an das denken, was in drei Jahren ist, sondern an das, was in 20 Jahren ist“, hielt Horst Pohl entgegen. Momentan verfügt der SV noch über drei Nachwuchsteams – Tendenz nicht steigend. Der viel beklagte Standortnachteil durch den besonders für Eltern potenzieller Jugendkicker unattraktiven Aschenplatz würde durch den Kunstrasen auf der jetzigen Wacker-Anlage behoben. „Eine Garantie, dass wir dadurch mehr Zulauf erhalten, gibt es natürlich nicht“, räumte der 2. Vorsitzende Holger Dudeck ein.

Skepsis schwang auch bei Coach Ingo Eden mit. „Wir haben hier was Gutes aufgebaut. Die Tendenz der Mannschaft zur Fusion ist nicht positiv, und auch ich selbst halte es für schwierig, dort drüben Fuß zu fassen. Meine Befürchtung ist, dass wir dort wie Fremde behandelt werden.“ Sportliche Details müssten ohnehin noch ausdiskutiert werden. In der abgelaufenen Saison spielten beide Teams gemeinsam in der Gruppe 2 der Kreisliga A; der SV wurde Fünfter, Wacker Neunter. Sollte sich an dieser Ligenzugehörigkeit nichts ändern, würde sich die Frage stellen, welcher Trainer für welche Mannschaft zuständig ist und wer in die Parallelgruppe mit Fahrten nach Mülheim und in den Duisburger Süden wechselt. Klarheit besteht laut den SV-Verantwortlichen schon über die Parität im noch zu gründenden neuen Verein, für den der Name Eintracht Walsum zur Diskussion steht: Horst Pohl solle weiter den Vorsitz führen, Geschäftsführer Volker Rittmann seine Aufgabe ebenfalls weiter wahrnehmen.

In den nächsten Wochen wird der SV-Vorstand so oder so noch ein wenig Überzeugungsarbeit leisten müssen. Bei der „Außerordentlichen“, die für den Herbst vorgesehen ist, müssen vier Fünftel der Mitglieder für den Zusammenschluss stimmen.