Viele Fragen sind offen

Der Jahresrückblick für das Jahr 2015 – was wird heute in einem Jahr zu lesen sein? Das ablaufende Jahr 2014 lässt Fragen offen. Der Duisburger Sport steht in vielen Bereichen an einem Scheidepunkt – vor allem im Leistungssport ist mehr denn je ungewiss, wohin die Reise geht.

Fangen wir mit den Profi-Fußballern des MSV Duisburg an. Für die Zebras war 2014 ein gutes und wichtiges Jahr. Sportlich war es erfolgreich. Das Team behauptete sich in der 3.Liga – nach dem Lizenzentzug und einer ausgefallenen Saisonvorbereitung musste dies das Maß der Dinge sein. Wirtschaftlich meisterte der Klub wichtige Hürden: Schuldenschnitt und Stadionfinanzierung. Dennoch bleibt die Sorge. Weil der MSV langfristig in der 3.Liga nicht überleben wird. Der überlebenswichtige Aufstieg in die 2.Bundesliga ist ein Muss – und es wäre von der sportlichen Leitung fahrlässig und riskant, sich darauf zu verlassen, es erst in der nächsten Saison schaffen zu müssen. 2015/16 werden die Rahmenbedingungen schwerer sein.

Nun zu den Bundesliga-Fußballern, die nun für den MSV kicken, weil das Konstrukt FCR 2001 wirtschaftlich nicht überleben konnte. Auch bei den Zebras ist es eine sehr fragile Angelegenheit. Das Ziel der Cheftrainerin Inka Grings, bestes Team in NRW zu werden, ist nüchtern betrachtet nicht mehr erreichbar. Der Abstieg droht – und davon wird die Zukunft des Duisburger Frauen-Fußballs abhängen. Die 2. Bundesliga – nur schwer vorstellbar.

Eine neue Zeitrechnung hat beim EV Duisburg begonnen. Mit der Unternehmensgruppe Kenston hat nun ein auswärtiger Spieler beim Eishockey-Oberligisten das Sagen. Für die Füchse ist es eine große Chance: Wie unattraktiv die Oberliga ist, zeigte nicht nur die letzte Saison, sondern auch die aktuelle Spielzeit. Kenston will in die DEL 2 aufsteigen – und das täte dem Duisburger Eishockey gut. Doch jedem Anhänger der Füchse muss eines klar sein. Die neuen Machthaber denken kühl und wirtschaftlich, sie bringen naturgemäß nicht das Herzblut mit, das die Fans auf den Rängen auszeichnet. Den Fans muss bewusst sein: Stellt sich der Erfolg ein, ist alles gut. Bleibt er jedoch langfristig aus, wird Kenston kühl und wirtschaftlich rechnen.

Das Jahr 2014 stand auch im Zeichen des Streits zwischen den Fußballklubs DSV 1900 und DJK Wanheimerort. Gewonnen hat der DSV, der dem ungeliebten Nachbarn erfolgreich die Platzanlage kündigen konnte. DSV-Chef Thomas Brag muss 2015 den Beweis erbringen, dass sein Konzept nachhaltig ist und der Verein sich weiter entwickeln kann. Die DJK hingegen muss darum kämpfen, in irgendeiner Form als Verein weiter existieren zu können. Dennoch: Die DJK-Verantwortlichen sollten sich bei aller Wut selbst hinterfragen, wie es passieren konnte, dass sie den Kampf verloren haben, obwohl sie mit den moralischen Argumenten die höchste Trumpfkarte in ihren Händen hielten. Es war so wie bei einem Doppelkopfspieler, der beide Herz-Zehnen auf der Hand hat und trotzdem verliert.

Die WAZ-Sportredaktion wünscht

allen Leserinnen und Lesern alles

Gute für 2015.