Viele Baustellen
21.06.2012 | 18:16 Uhr 2012-06-21T18:16:00+0200
Duisburg. Eine Reihe von Spielern verlässt den Verein, nur ein Quartett bleibt bislang sicher. Auch die Trainerposition ist vakant: Macht Gregor Grillemeier doch weiter?
Bedri Topuz will gar nichts beschönigen. „Wir haben eine sehr verkorkste Saison hinter uns“, sagt der Vorsitzende des FSV Duisburg. Erst einen Spieltag vor Schluss konnte der Klassenerhalt gefeiert und damit die dritte Saison in Folge in der Fußball-Landesliga geplant werden. Damit befassen sich Topuz und seine Mitstreiter seitdem – und müssen feststellen, dass dies keine leichte Aufgabe ist.
Baustellen gibt es nämlich einige. Die prominenteste ist dabei naturgemäß die des Trainers. Ex-Profi Gregor Grillemeier hatte in höchster Not die Nachfolge von Aufstiegscoach Ilyas Basol angetreten, der zuvor oft genug von seiner Mannschaft im Stich gelassen worden war. Da auch „Grille“ ähnliche Erfahrungen machte, hatte er nach dem letzten Saisonspiel, dem noch einmal deftigen 1:6 beim GSV Moers, erklärt, künftig nicht mehr zur Verfügung zu stehen und womöglich ganz aus dem Fußballgeschäft auszusteigen.
Bleibt Grillemeier doch?
Einen Nachfolger hat der FSV bislang nicht gefunden. Als aussichtsreicher Kandidat galt der beim DSV 1900 zum Saisonende ausgeschiedene Jörg Kessen, der dann aber doch eine Absage erteilte. „In der kommenden Woche werden wir bei dem Thema Klarheit haben“, erklärte Bedri Topuz gestern im Gespräch mit der Sportredaktion. Dabei soll nun auch doch wieder Gregor Grillemeier ein Thema sein.
Wer auch immer Trainer sein wird: Er steht vor einem Neuaufbau – wieder einmal. „Wir hatten in den letzten drei Jahren keine Kontinuität. Jetzt wollen wir ein Team, das über längere Zeit zusammenbleibt“, so Bedri Topuz. Die Anzahl der Akteure, die dabei helfen soll, ist halbwegs überschaubar. Klar waren schon länger die Abgänge von Bulut Aksoy (SV Schermbeck) und Mustafa Cukur (Hamborn 07). Zu den Löwen zieht es etwas überraschend auch Abwehr-Routinier Yüksel Kilic. Defensivmann Joel Schoof, wohl der umworbenste FSV-Akteur, steht vor dem Wechsel zum SV Hönnepel-Niedermörmter. Auch Patrick Kißmann (Mülheim 07), Kevin Kirchner, Vahdet Özgül (beim VfB Speldorf im Gespräch), Coskun Erbay, Enes Özkilic (im Fokus beim SV Genc Osman) und Umut Sagsinlar (Kandidat für den Torhüterposten beim TSV Bruckhausen) haben an der Warbruckstraße dem Vernehmen nach keine Zukunft mehr.
Immerhin sind vier Akteure nach jetzigem Stand weiter dabei – und nicht unbedingt die schlechtesten. Neben Mittelfeldmotor Evren Aydogan bleiben auch die drei Winterzugänge Mehmet Özer, Bahadir Polat (die beide überzeugten) und Ercan Kiraz (noch steigerungsfähig). Unklar ist der Verbleib des ebenfalls zur Saisonhalbzeit aus Bruckhausen zurückgeholten Hikmet Öztürk, der sicher einen großen Teil zum Klassenerhalt beitrug. Bedri Topuz: „Bei ihm ist es in der Schwebe. Aber auf der Torhüterposition haben wir die wenigsten Sorgen.“
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