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Viel Ärger um die Stamm-Spieler

27.07.2009 | 18:18 Uhr
Viel Ärger um die Stamm-Spieler

Rom/Duisburg. Die Nicht-Nominierung des Duisburger Torhüters Tim-Ole Fischer für die WM löst heftige Diskussionen aus – und eine Zukunftsdebatte.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Duisburger Wasserballer bei der Nominierung für ein großes Turnier vom Deutschen Schwimm-Verband nicht berücksichtigt wurde. Selten aber wurde eine Entscheidung so kontrovers und heftig diskutiert wie die Nichtberücksichtigung von ASCD-Torhüter Tim-Ole Fischer für die aktuell laufende Weltmeisterschaft. Auf unserer Internetseite www.derwesten.de gingen zahlreiche Reaktionen zu dem Thema ein, darunter auch Beiträge vom ehemaligen Duisburger Spitzenwasserballer Rainer Hoppe und Michael Zellmer, dem Teammanager der deutschen Nationalmannschaft. Die Sportredaktion hat sich bei den Beteiligten noch einmal umgehört.

Entscheidungen nicht transpparent

Fleißigster Schreiber und damit auch größter Kritiker im Forum war Rainer Hoppe, den die Entscheidungen des Verbandes und des Bundestrainers schon seit Jahren nicht kalt lassen. „Ich habe nichts gegen Hagen Stamm, wir haben uns jahrelang ein Zimmer geteilt. Aber ich habe etwas gegen seine Art der Denke. Die Entscheidungen, die getroffen werden, sind einfach nicht transparent. Man müsste versuchen, objektive Leistungskriterien anzubringen. Was da zum Teil passiert, ist einfach unmöglich”, empört sich Hoppe. Der aktuelle WM-Kader besteht aus elf Spielern von Serienmeister Wasserfreunde Spandau 04, bei denen der Bundestrainer selbst spielte und nun als Präsident fungiert. Die einzigen Nicht-Berliner sind Heiko Nossek (RN Sori) und der Duisburger Julian Real, weshalb Hoppe die Doppelfunktion von Hagen Stamm auch in Frage stellt. „Als Präsident vertritt er eben auch Berliner Interessen”, merkt der Duisburger an.

Arno Troost ist mit der Informationspolitik des Verbandes nicht einverstanden. (Foto: Stephan Eickershoff)

Ewald Voigt-Rademacher, der Vorsitzende der Fachsparte Wasserball beim DSV, hält dagegen. „Erste Unwahrheit, die im Forum getätigt wurde: Hagen Stamm nehme die Nominierungen vor. Das tue ich, er gibt dabei nur Empfehlungen. Zweite Unwahrheit: Der DSV unterstütze Spieler von Spandau. Berlin erhält die gleichen Gelder, die beispielsweise auch der ASCD bekommt. Die Deutsche Sporthilfe zahlt allen Nationalspielern, die im Aufgebot stehen, also auch denen, die nicht mit zur WM fahren, die gleichen Prämien. Nur, wenn die Mannschaft eine Medaille holt, bekommen dann selbstverständlich nur diese 13 Spieler noch eine zusätzliche Prämie”, erklärt Voigt-Rademacher. Zur Erinnerung: Elf von 13 Spielern stammen aus Spandau. Auch den Vorwurf, die wichtigen Posten seien nur mit Berlinern besetzt, lässt er nicht gelten. „Wir haben bei der Suche nach einem neuen Co-Trainer für die Nationalmannschaft zuerst ASCD-Trainer Arno Troost gefragt. Von ihm haben wir eine Absage bekommen, sodass wir dann den Spandauer Trainer Nebojsa Novoselac genommen haben. Die Duisburger sollen also nicht sagen, dass sie von uns nicht berücksichtigt werden.” Troost begründete seine Absage mit mangelnder Zeit. „Sie wollten, dass Novoselac und ich uns abwechseln. Wäre ich hauptamtlicher Trainer, hätte ich das vielleicht leisten können. So aber will ich mich lieber hundertprozentig auf meine Tätigkeit beim ASCD konzentrieren”, sagt der Familienvater.

Verband bemängelt Training in Duisburg

Paradox, denn gleichzeitig bemängelt der Verband nun auch die Trainingspraktiken beim Stützpunkt Duisburg. „Unsere Kontrollen und Tests haben ergeben, dass die Werte der Duisburger Spieler im Durchschnitt wesentlich schlechter sind, als die der Berliner. Das kann einfach nicht sein”, stellt Voigt-Rademacher damit die Arbeit von Troost und Co. in Frage. So war auch Paul Schüler auf Grund schlechter Laktatwerte nicht für die WM berücksichtigt worden. Diese Kritik lässt die Gescholtenen freilich nicht kalt, wenngleich Arno Troost einige der genannten Punkte sogar nachvollziehen kann. „Die Probleme bei Paul sind uns bekannt. Mit ihm werden wir uns in den kommenden Wochen auch zusammensetzen, obwohl er schon gut trainiert. Aber dass hier gleich alles auf dem Prüfstand steht, kann ich nicht nachvollziehen. Ich bin für jede Kritik aufgeschlossen und wenn einer meint, ich sei nicht der Richtige für den Job hier, dann muss man sich einen neuen Trainer suchen. Aber es kann nicht sein, dass wir das ganze Jahr über keine Infos darüber bekommt, dass irgendetwas im Argen liegt. Denn nur wenn man so etwas weiß, kann man auch daran arbeiten”, kommentiert Troost die Informationspolitik des Verbandes.

Es bleibt die Frage, wie die angespannte Situation im deutschen Wasserball gelöst werden kann. „Die Lösung liegt doch auf der Hand. Man muss an der Basis arbeiten”, präsentiert Rainer Hoppe einen möglichen Ansatz. „Derzeit geht der Verband meiner Meinung nach sehr zentralistisch vor. Viele Spieler haben das Gefühl, wenn sie nicht in Spandau spielen, können sie nicht Nationalspieler werden. Auch in der Jugend sind doch schon alle Schlüsselpositionen mit Berlinern besetzt. Im Wasserballsport schrumpft alles zusammen. Das Berliner Modell ist wichtig und auch richtig. Die machen da einen sehr guten Job. Aber warum kann man dieses Modell nicht multiplizieren”, fragt Hoppe. Auch von Verbandsseite ist man für konstruktive Gespräche aufgeschlossen. „Wir würden die Kooperation mit ehemaligen Spitzenwasserballern sicherlich nicht ablehnen”, so Ewald Voigt-Rademacher. „Es ist aber ein Irrglaube zu denken, dass man einfach kommen kann und sagen kann ,Hallo, hier bin ich'. So einfach ist das nämlich nicht.”

So werden die Diskussionen weitergehen. Auch ein gutes Abschneiden bei der WM in Rom wird das hitzige Klima in der Szene wohl nicht abkühlen. Rainer Hoppe: „Es ist wie mit einem kleinen Stein, den man in einen Teich schmeißt. Das Ganze beginnt Kreise zu ziehen.”

Sandra Otten

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Kommentare
27.08.2009
01:12
Viel Ärger um die Stamm-Spieler
von Kein Freund | #12

Wenn 5 Spieler aus dem Westen nicht verletzungsbedingt oder aus schulischen Gründen abgesagt hätten, würde der Kader vielleicht anders aussehen. Zu den 11 benannten Spielern kommen noch 2 Duisburger und ein Krefelder.
Dazu kommt dass Potsdam zwar immer dominiert hat, aber im Moment (zumindest beim letzten Vergleich ) deutlich schwächer waren als die Spandauer A Jugend (wahrscheinlich auch durch personelle Abgänge geschwächt) .
Vielleicht sollte ein besagter Freund erstmal die Juniorenmannschaft spielen lassen , bevor irgendwelche einseitigen Darstellungen auch in diese Mannschaft Uneinigkeit projizieren und einem guten Abschneiden im Wege stellen .
Grüße

11.08.2009
22:01
Viel Ärger um die Stamm-Spieler
von Ein Freund | #11

Nach den letzten Infos auf ww darf man wohl die Machtfülle von Spandau und die Versorgung von Ex-Spielern, um Slawomir Andruszkiewicz als Co-Trainer der Jugendnationalmannschaft erweitern:

Damit ergibt folgendes Bild:
======================

Trainer A-Nationalmannschaft >> Hagen Stamm(Präsident Spandau)

Neuer Co-Trainer A-Natio >> Novoselac Nebojsa (Trainer Spandau)

Alter Co-Trainer A-Natio >> Dirk Hohenstein (Spandau)

Trainer Junioren-Natio >> Peter Röhle (Manager Spandau)

Co-Trainer Junioren >> Stefan Pieske(Wasserballwart Spandau)

Landestrainer Berlin + DSV Lehrwart >> Dirk Hohenstein (jetzt Trainer Spandauer A-Jugend)

Landestrainer Berlin + Co-Trainer Jugendnatio >> Slawomir Andruszkiewicz (Ex-Spieler Spandau)



P.S. warten wir gespannt die Deutsche A-Jugendmeisterschaft ab und ob sich die Spandauer Vorbereitung unter der Überschrift Juniorennatio sich auszahlt. Nach den Nominierungen des Spandauer Trainer-Duo´s sieht so der Endstand der Deutschen (89er u.j.) aus:-)))

1. Spandau mit 4 Spielern
…dann eine Weile nix

2.Postdam, Esslingen, je 2 Spieler

4. Waspo, Bayer, Magdeburg je 1 Spieler

(kleine Info am Rande: ich glaube Potsdam ist in dem Jahrgang´89 Deutscher Meister seit der C-Jugend.....)

27.07.2009
21:50
Viel Ärger um die Stamm-Spieler
von duisburger | #10

@weltfremder: Sein Kommentar besticht vor allem durch eine ausgezeichnete Orthographie.

@hickhack: Wenn du herausgefunden hast, was das Wort bedeutet, kannst du dich wieder melden

27.07.2009
18:39
Viel Ärger um die Stamm-Spieler
von weltfremder | #9

Ich möchte mich bei HickHack für seinen erfrischend kurzen Wortbeitrag bedanken.

Im Rahmen qualifizierter Beiträge sticht er in seinem klaren Statement deutlich heraus.

Kürzer und knapper hätte er Berliner Arroganz nicht fromulieren können.

Ich denke, mit ihm ist eine weitere inhaltliche Auseinandersetzung nicht erforderich.

27.07.2009
10:20
Viel Ärger um die Stamm-Spieler
von Ulf Waldmann | #8

Nein, die Diskussion ist nicht albern, sondern notwendig, um in Deutschland das zu erreichen, was nicht nur Hagen Stamm möchte, sondern ganz Wasserball-Deutschland:
den deutschen Wasserball wieder in die europäische und damit auch in die Weltspitze führen!

Dies wird nicht ganz einfach sein, da fast alle deutschen Wasserballer irgendwie noch eine Berufsausbildung mit dem Training- und Spielbetrieb unter einen (Zeit-)Hut bekommen müssen, da in Deutschland selbst in der Bundesliga nicht das an Geld zu bekommen ist, was ein Fußballer schon in der Verbandsliga bekommt.
So müssen wir damit leben, dass große Talente dem Sport adé sagen müssen, weil z.B. das ersehnte Berufsziel Pilot bei der Lufthansa durch Zusage eines Ausbildungsplatzes erreicht werden kann, was aber ein Fulltimejob ist und keinen Leistungssport nebenbei zulässt.
Es ist auch schade, dass bei den Damen 3 routinierte Spielerinnen 2009 eine Auszeit von dem Bundesteam nehmen, da auch für diese 3 der Beruf irgendwann mal im Vordergrund stehen muss. Es ist aber nachvollziehbar, denn es gibt ja noch ein Leben nach Wasserball und deshalb sind die Entscheidungen für den Beruf - und damit leider gegen Wasserball - immer richtig.

Der Vergleich zu den Damen, die mit dem um die 3 besagten Spielerinnen reduzierten Kader einen tollen Kampf gegen die Profi-Teams aus den TOP-Nationen bieten, ist hier aber auch aus anderen Gründen geboten:
der Abschied des letzten Trainers des Damenteams wurde von Ewald V-R mit den Worten kommentiert, er habe die Fehlentscheidung zu vertreten, einen Bundestrainer aus dem Süden zu rekrutieren, wenn doch die TOP-Spielerinnen aus dem Westen und Norden + Berlin kommen und damit der Aufwand der Begleitung der Spielerinnen in der Saison für den Trainer einfach zu groß ist.
Rene Reimann ist das Abenteuer BundesTrainer Damen eingestiegen und hat durch stetes Reisen versucht, sich in der Kürze der Zeit einen Eindruck von den Qualitäten der Spielerinnen im gesamten Lande zu verschaffen. Er hat auch zahlreiche Damen in die Vorbereitungslehrgänge berufen, um letztlich die aus seiner Sicht Besten des Landes mit nach Rom zu nehmen.
Bemerkenswert bei der abschließenden Nominierung ist, dass für die 3 pausierenden Bochumer Spielerinnen nicht 1 andere Bochumerin nachgerückt ist, sondern die Besten aus den anderen Teams nominiert wurden.
Dies geschah, obwohl die Bochumer in der Liga noch dominierender als Spnadau bei den Herren ist.

Übrigens hat Spandau in den glorreichen 80er Jahren mit Erfolgen im Euro-Pokal zwar auch einen Großteil der Natio gestellt, aber eben ergänzt um die Besten aus den anderen Vereinen.

Auch Hagen Stamm und die anderen Bundestrainer sind nun mal in Berlin und damit recht weit weg von den anderen Wasserballstützpunkten im Rest der Republik.

Jeder Bundestrainer muss die Übersicht über die besten Spieler im Lande haben, da die besten Vereinsspieler das Nationalteam bilden müssen, eben wie früher, als Rainer Hoppe und Rainer Osselmann eben auch nicht für Spandau gespielt haben, aber mit den Spandauern die Bronzemedaille in LA gewonnen haben.

So muss es wieder werden, denn es darf nicht sein, dass der mit Abstand beste Torschütze der Liga in der Saison 2008/2009, noch dazu als Linkshänder, nicht mit in Rom ist. Das gilt auch für einige andere Spieler, wie ein Freund schon zutreffend ausgeführt hat.
Übrigens haben Helmut Schön und andere Bundestrainer auch Gerd Müller mit zu den Turnieren genommen, obwohl er kleines dickes Müller war und die Laktatwerte sicher nicht die besten waren. aber Müller hat Tore geschossen!

Hier ist der offene Dialog und die Integration gefragt. Das ist auch Aufgabe des Bundestrainers und des Wasserballwartes.
.
Heute können wir freuen, dass die Jungs in Rom Montenegro geschlagen haben. Glückwunsch!
Wer die Montenegriner als Vereinsteam im Europapokal in Duisburg gesehen hat, weiss, was das für fitte Profis sind.
Wir sollten bei der Freude über den Sieg aber nicht vergessen, warum wir gegen Montenegro spielen mussten, nämlich wegen der vergurkten Chance gegen Kanada.
Gegen die USA wird es wieder darauf ankommen, ob alle Spieler mental wieder eine TOP-Leistuung abrufen können wie gegen Montenegro. Das wünscht sich ganz Wasserball-Deutschland.

und nach der WM sollten wir die öffentliche Diskussion von Angesicht zu Angesicht fortführen. Männer sind dafür bekannt, sich unangenehme Sachen zu sagen und anschließend wieder ein Bier zusammen zu trinken. Lasst uns das machen, aus Liebe/Verbundenheit zum Wasserballsport.

Michael Zellmer hat schon bekundet, nach der WM zu einem Dialog bereit zu sein. Das ist ein guter Anfang, dem sich hoffentlich noch einige andere anschließen werden.

hoffen wir auf noch möglichst viele erfolgreiche Spiel bei der WM in Rom.

Danach sollten wir gemeinsam versuchen, noch besser zu werden (was natürlich nicht gehen wird, wenn wir Weltmeister werden!)
Wenn dazu erfahrene Ex-Nationalspieler bereit sind, sich einzubringen, ist das DIE CHANCE für den deutsschen Wasserball.

P.S.: Ewald macht seinen Job als Wasserballwart übrigens nicht, weil der so gut bezahlt wäre, wie der Job von Theo Zwanziger oder Matthias Sammer) Auch Ewald ist Amateur als WABA-Wart, und gerade weil es nicht bezahlt wird, ist es auch nicht einfach, jemanden für ein solches Amt zu gewinnen. dazu muss man nämlich einen Job haben, in dem man sich Freiräume schaffen kann oder man muss schon aus dem Berufsleben ausgeschieden sein.

26.07.2009
18:38
Viel Ärger um die Stamm-Spieler
von Wasserballpapst | #7

Jetzt stelle sich mal jemand vor, im Fußball würde Herr Löw nur vorschlagen, wer zur WM fahren soll. Sammer oder Zwanziger hätten dann das letzte Wort. Über Herrn Voigt-Rademacher kann man nur den Kopf schütteln. Aber immerhin hält er sich schon über ein Jahrzehnt lang im Amt. Sensationell.

26.07.2009
17:43
Viel Ärger um die Stamm-Spieler
von HickHack | #6

Die ganze Diskussion ist doch albern. An sich dürfte gar kein Duisburger bei der NAtionalmannschaft dabei sein. Spandau ist doch eine ganze Klasse besser, als der ASCD. Das Rumgeheule, dass nur ein Duisburger dabei ist, ist doch einfach peinlic h. Berlib ist in allen Belangen überlegen und deshalb ist es auch in Ordnung, dass sie 90% der NAtionalmannschaftsplätze besetzen.

26.07.2009
02:29
Viel Ärger um die Stamm-Spieler
von Ein Freund | #5

So hat die ganze Nominierung und der berühmte Tropfen der das Faß… doch auch etwas gutes, wird die Diskussion und der Frust der letzten Jahre nun langsam auch öffentlich geführt, da diese hinter den Kulissen keine Veränderungen gebracht hat.

Lieber Rainer, sehr treffend! Auch Deine Offenheit der Person verleiht der Diskussion die nötige Ernsthaftigkeit und Wahrnehmung, wie immerhin die Reaktion von Michael und Ewald zeigen!!

Lieber Arnulf, lass uns keine polemische Diskussion führen, denn ist letztlich den Menschen gegenüber nicht fair und es spielt genau Spandau in die Hände, weil Diskussionen nicht ernst genommen werden und verpuffen…Liefere lieber ein paar spannende Details & Fakten (!) die möglichst objektiv helfen das „System Spandau“ offen zulegen und davon hast sicher Einige wie ich Dich kenne :-)

Lieber Günter, großartig…! Und wau…das Du Dich mit Deiner Bindung hier so offen einbringst.

Ich muss zugeben, ich fürchte negatives für unsere Spieler, nach den folgenden zwar mit bedacht gewählten, aber doch recht konkreten Aussagen und Belegen und kann leider nicht so offen wie Rainer und Günter sein, daher nur „als Freund“ unterschreiben:

Ich glaube zu den Aussagen von Ewald (V-R) und der Situation sind ein paar Anmerkungen zu machen:

„Erste Unwahrheit, die im Forum getätigt wurde: Hagen Stamm nehme die Nominierungen vor. Das tue ich, er gibt dabei nur Empfehlungen.“

- natürlich ist das formal richtig, aber geht es in der Diskussion um Formalismen?

- positiv, dass du dich vor deinen Trainer stellst

- wenn du wirklich Einfluß nehmen würdest, dann wärst du bei Tim den Empfehlungen nicht gefolgt. Früher war das Argument gegen Tim, dass seine Knie kein ganzes Turnier halten. Er hat die ganze Saison das Gegenteil großartig bewiesen. Jetzt kommt ein neues Argument, Roger sei schneller im Spiel einsetzbar, wenn Tschaga sich verletzt. Von diesem nicht geraden neuen Argument hat die letzten Jahre Michael (Zellmer) schon profitiert. Wie kann man den so ein Argument belegen (?) und selbst wenn dieser eher theoretische Fall eintritt, kann das entscheidender sein, als die Leistung die Tim die gesamte Saison stabil gezeigt hat, im Verein und in der Weltliga? Im Gegensatz zu Roger, der praktisch keine wichtigen Spiele stand und der neuen Co-Trainer der Nationalmannschaft ihn für so schwach hält, dass er zB gegen ASCD (die mit den schlechten Werten und Training, die nur einen Spieler unter den besten 13 haben), in fast keinem ASCD-Spandau-Spiel zum Einsatz bringt?

- Was Dir Hagen an Argumenten nennen wird, ist sicher schlüssig für Dich, denn man findet auf den ersten Blick immer Argumente für jede Entscheidung. Aber ehrlich…wirst Du Deiner sicher nicht einfachen Rolle gerecht und holst Du Dir andere Meinungen ein, wägst Du ab, welche mittlerweile dramatische Demotivation seit Jahren in den Spitzenvereinen von der Nominierungspolitik ausgeht? Hast Du mal unter 4 Augen mit den Opfern gesprochen, zB damals mit Thilo, etwas später mit Flo oder dem absoluten Höhpunkt: mit Steffen (oder anderen A-Kaderspielern außerhalb des Stamm-Clans dazu) und seiner langsamen Demontage des Käpitans innerhalb der Nationalmannschaft und über den finalen Schachzug, damit sein Sohn (der es schon früher ausposaunt hat…) ein Platz bekommt. Man schaue sich an, wie Bayer sich entwickelt hat. Ewald, hast Du Tim W. mal unter 4 Augen gefragt, warum er wirklich nicht mehr Natio spielt? Das alles spricht sich doch unter den Spielern rum, solidarisiert und so entsteht der aktuelle Mix aus tiefer Abneigung sehr vieler Spieler gegen Hagen und Resignation, weder Wechsel nach Berlin oder wofür soll ich die Uni schleifen lassen und zum Frühtraining gehen, in die Natio oder zum Titel schaffen wir es eh nicht. Tobi hatte sich für den Wechsel und die Chance entschieden und wurde promt in den A-Kader berufen. Marcel (Piery, schon etwas her und ein dufter Kerl..sorry für Deine Nennung) wurde direkt mit dem Wechsel von Bochum nach Berlin A-Kader-Mitglied. Aber zu den Vorteilen, neben der Tatsache so Spieler zu ködern und die Spieler über die Kaderzugehörigkeit zu finanzieren, kommen wir noch später.



„Zweite Unwahrheit: Der DSV unterstütze Spieler von Spandau. Berlin erhält die gleichen Gelder, die beispielsweise auch der ASCD bekommt. Die Deutsche Sporthilfe zahlt allen Nationalspielern, die im Aufgebot stehen, also auch denen, die nicht mit zur WM fahren, die gleichen Prämien. Nur, wenn die Mannschaft eine Medaille holt, bekommen dann selbstverständlich nur diese 13 Spieler noch eine zusätzliche Prämie”, erklärt Voigt-Rademacher. Zur Erinnerung: Elf von 13 Spielern stammen aus Spandau.“

- stimmt, natürlich gibt es keine direkte Förderung von Spandau

- was fließen alleine pro Spieler an DSV-Geldern, für zB Frühtrainigseinheiten? Das bekommen andere gute Spieler nicht mal als gesamte Aufwandsentschädigung im Monat. Jetzt kommt sicher das Argument, bekommen doch alle Kaderspieler. Stimmt nur welche Spieler aus welchen Vereinen sind denn im Kader, wer bestimmt das und wer bekommt damit fast den ganzen Topf und entlastet seine Finanzen?

- Ich weiß, dass alle Spieler (aktuell bis auf einen) im A-Kader sind, liegt nur daran, dass Spandau so vorbildliche Arbeit macht und wie uns allen seit Jahren gerne und als Hauptproblem des Deutschen Wasserballs vorgeworfen wird, der Rest der Republik nicht. Schauen wir doch mal, worauf die (in der Tat grandiose Trainingsarbeit) fußt. Aus der Spandauer Stammformation (kleines Wortspiel :-) ) kommen lediglich 4 Spieler aus der eigenen Jugend (Erik B., Roger, Tobias, Marco). Der Rest wurde sukzessive aus anderen Deutschen Vereinen abgeworben oder kam wie Savo aus dem Ausland. Und dies geht schon lange so und lässt sich an zig Namen beweisen… Diese wurden so um ihre Top-Spieler gebracht, um die Möglichkeit und Motivation selbst etwas aufzubauen, denn so viele Top-Spieler gibt es nun einmal nicht und wenn sich ein Verein die Sahnestücke zusammen kauft, dann ist er natürlich so uneinholbar, dass der Rest sich fragt, schaffen wir doch eh nicht.

- Das Spandau-System beruht auf einem Mix, der aus den Zeiten von Alfred stammt. Erfolg zieht Erfolg nach sich…1x Mal Deutscher Meister werden…schaffe ich nur bei Spandau…dann wechsle ich besser…und wenn dann noch die Chance auf die Natio deutlich steigen, man dann noch so viel Geld verdienen kann, dass man in Ruhe und auch etwas länger studieren kann, warum dann nicht nach Spandau gehen? Bekommt bei Spandau ein Kaderspieler mit allen Geldern vom DSV (Frühtraining,…) und von Spandau auf weniger als 1.ooo,- im Monat? Wenn wir allen Bundesligaspielern auch 1.000,- im Monat zahlen, dürften so ziemlich alle Spieler den von Hagen und Ewald geforderten Trainingsumfang von 7x Wasser und 2-3 Kraft gerne absolvieren und die Liga stände anders da…!!!! Dazu kommt, dass es bei Spandau mit (sorry für Nennung) Schlotter, Marco, Fabian, Dennis und mit dem Wechsel dieses Jahr auch Florian, jetzt 5 Spieler gibt die Vollprofis sind!!! Wie sieht die Verteilung der begehrten Bundeswehrplätze auf die anderen Vereine aus und wer entscheidet, wer die Plätze bekommt? Hagen! Um seinen Platz nicht aufs Spiel zu setzen, soll ja einer aus diesem Kreis doch nicht Spandau in Richtung ASCD verlassen… Auch ein spannender Punkt zum Thema Macht und Chancengleichheit der Vereine.

„Auch den Vorwurf, die wichtigen Posten seien nur mit Berlinern besetzt, lässt er nicht gelten. „Wir haben bei der Suche nach einem neuen Co-Trainer für die Nationalmannschaft zuerst ASCD-Trainer Arno Troost gefragt. Von ihm haben wir eine Absage bekommen, sodass wir dann den Spandauer Trainer Nebojsa Novoselac genommen haben. Die Duisburger sollen also nicht sagen, dass sie von uns nicht berücksichtigt werden.”


- ich glaube man nennt es eine „rethorische Frage“, wenn man einen Architekten und Familienvater fragt, ob er viele Wochen aus seinem Job aussteigen will, um als Co-Trainer dabei zu sein. Da man die Antwort kennt, kann man auch die Frage stellen. Spannend am Rande wäre, welche Teilung, die Arno angesprochen hat, war gemeint?

- bei den Thema „Posten von Spandau besetzt“ ging es bei Rainer deutlich weiter, nämlich (ich hoffe alle Info aus dem Internet und damit diese Angaben stimmen noch):

Trainer A-Nationalmannschaft >> Hagen Stamm(Präsident Spandau)

Neuer Co-Trainer A-Natio >> Novoselac Nebojsa (Trainer Spandau)

Alter Co-Trainer A-Natio >> Dirk Hohenstein (Spandau)

Trainer Junioren-Natio >> Peter Röhle (Manager Spandau)
Co-Trainer Junioren >> Stefan Pieske(Wasserballwart Spandau)

Landestrainer Berlin + DSV Lehrwart >> Dirk Hohenstein (jetzt Trainer Spandauer A-Jugend)

Nicht nur diese absolute Machtfülle sorgt seit Jahren für Kritik in Deutschland, sondern auch die Fragezeichen zur Art und Hintergründen der Besetzung und das davon komischer Weise immer nur Spandau profitiert, jeweils der Einfluß gesteigert wird, gleichzeitig ihre Leute finanziell versorgt werden und über die DSV-Bezahlung der Spandau-Etat entlastet und diese in Spielfinanzierungen aus anderen Vereinen und den teuren Europacup investiert wird. So wurde z.B. Peter Röhle von der Spandauer Mannschaft und Hagen aus seiner Trainerrolle abgelöst (durch Novoselac Nebojsa ersetzt) und wechselte direkt auf den Juniorentrainerposten. Früher wurden solche Stellen ausgeschrieben. Auch diesmal und wer war in die Entscheidung eingebunden? Oder zieht das von Ewald in der aktuellen Ausgabe von „splash“ beschriebene „alleinige Sagen in ihren Bereichen…Weisungs- und Durchgriffsrecht des Cheftrainers auf alle für den DSV tätigen Trainer“?
Natürlich führen auch die Rahmenbedingungen bei Novoselac Nebojsa zu Fragen. Wie kommt es das ein „stolzer Serbe“ (positiv gemeint) nicht mehr in Serbien als Co-Trainer dabei ist, bei einem fremden Land anheuert und dazu in einem, dass international letztlich nur 2.Klasse unter der Top-Nationen ist und wohl leider auch bleiben wird? Welche Finanzen sind für ihn weg gebrochen und wollte er „ohne wenn und aber“ bei Spandau verlängern? Da hört man anderes… So ist plötzlich mehr Geld verfügbar, Zeit hat es als Vollprofi auch und vielleicht dazu noch eine Aussicht (von Hagen), dass er 2012 das Amt übernimmt? Dann sollte er bitte auch geschafft haben, in einer Deutschen Nationalmannschaft Deutsch zu reden…


„Unsere Kontrollen…ergeben, dass die Werte der Duisburger Spieler..schlechter sind, als die der Berliner. Das kann einfach nicht sein”, stellt Voigt-Rademacher damit die Arbeit von Troost und Co. in Frage…kann nicht sein, dass wir das ganze Jahr über keine Infos darüber bekommt, dass irgendetwas im Argen liegt…”, kommentiert Troost die Informationspolitik des Verbandes.

Lieber Ewald, wer kontrolliert die Arbeit der Bundestrainer Herren und Junioren? Hast Du Dir mal zeigen lassen, wann die Bundestrainer im Land bei den Vereinen vor Ort sind und was sie dort mit den Trainern besprechen? Ich kenne zB keinen Verein, bei dem Peter Röhle war und bezogen zB auf einzelne Spieler eine Einschätzung zum Förderbedarf gegeben und mögliche konkrete Trainingsschwerpunkte- und pläne vorgeschlagen hätte. Die Juniorennationalspieler erzählen dagegen, dass selbst bei den Vorbereitungsmaßnahmen meistens Stefan das Training macht… Verständlich, als Manager von Spanau hat er ja auch wenig Zeit… Und wie es sich liest, bei ASCD scheint ja auch noch keiner gewesen zu sein..:-))


Ewald, ich kann verstehen, dass du über eine solche und jetzt auch öffentliche Diskussion nicht begeistert bist, so klingt Deine Antwort und das zu einer Zeit, wo es bei der WM um positive Schlagzeilen und für die Förderung wichtige Platzierungen geht. Aber mit Deiner Nominierung hätte dir dies klar sein müssen oder … du hast die zu weit von der Basis entfernt und nimmst die Diskussionen von denen du hörst oder gefiltert berichtet bekommst, nur als meckern aus Neid aus dem Westen war und damit nicht ernst. Hagen ist ein Machtmensch, der darüber viel Positives für den Deutschen Wasserball erreicht hat. Aber er ist keine Integrationsfigur der in der Lage ist (und die Zeit hat), die kochende Deutsche Wasserballseele zusammenzuführen und wieder zu motivieren.

Ein gutes Beispiel ist Bayer. Sicher eine Truppe von nicht nur einfachen, sondern auch etwas schrägen und anstrengend zu führenden Spielertypen. Das gibt es auch in anderen Sportarten. Dort schafft man es aber, so etwas zu nutzen und sie zu integrieren. Bei uns werden sie aufs Abstellgleis gesetzt, wenn sie nicht dem Idealbild entsprechen. (Natürlich hat der scheidende Bayer-Wasserballwart und sein Wirken und Personalentscheidungen auch einiges zur aktuellen Situation beigetragen).

Auch hier wieder die Frage, Ewald…wie wirkt so etwas auf die Liga und natürlich werden dann Fragen aufgeworfen, die man auch als Polemik werten kann: hätte Sven vielleicht so stark auf Center gespielt, dass für Marco kein Platz mehr wäre… womit wir wieder bei der tiefen Abneigung der Spieler gegen Marco und Hagen wären…

Nur eines von vielen Beispielen und daher die Bitte: nimm die Lage und Stimmung in der Liga ernst und als Neid, Ahnungslosigkeit oder 0-Bock, lass Dir im Vertrauen !! von betroffenen Spielern, von anderen Talenten und den Vereinen von vielen Beispielen und Betroffenheiten erzählen. In Anlehnung an Günter, schau, ob Du als König weiter nur auf Hagen (von Tronje) und Spandau hoffst und setzt, dass sie es alleine richten werden (wer wird 2012 von den heutigen Spandauern noch dabei sein?), keinen Beraterkreis um Dich hast, der die die Stimmung und Hintergründe an der Basis verrät und mach Dir darüber ein eigenes Bild und welche Konsequenzen zu ziehen sind. Hagen weiß um seine Alleinstellung, da es aktuell kaum eine Alternative gibt und er weiß, dass der DSV daher auf ihn hofft. So konnte er immer umfangreichere Kompetenzen einfordern und merkte bald, dass es keine wirkliche Kontrolle gibt. Wohin Macht ohne Kontrolle führt, wissen wir… 2012 steht vor der Tür und wird für das Überleben unseres Sports mehr als wichtig sein! Ewald, Du bist gefragt…

Toi, toi, toi am Sonntag,
Ein Freund

25.07.2009
19:46
Viel Ärger um die Stamm-Spieler
von Dr. Günter Schwill | #4

Hagen von Tronje

Zu den Reaktionen wasserballinteressierter Leser auf den NRZ-Artikel „Und wieder ein Nackenschlag“ vom 17.7.2009 drängt sich mir die Parallele zum „Nibelungenlied“ auf, nicht nur wegen der Namensgleichheit.

Da gab es den tüchtigen Waffenmann Hagen von Tronje, einen erfolgreichen Kämpfer in vielen Schlachten. Seine Zuverlässigkeit und Wehrhaftigkeit hatten ihm, dem Lehnsherrn, schnell einen Platz bei Hofe verschafft. Gemäß seiner Treueverpflichtung stand er fest an der Seite seines Herrn, seiner unerschütterlichen Idee. Allen überlegen, führte er schon bald allein die Geschäfte des Königreichs. Helden neben sich duldete Hagen nicht. Damit war das Schicksal von Siegfried, über dessen Verdienste man nicht gern sprach, besiegelt. Das Lindenblatt lässt grüßen.

Wie überall, traten auch im burgundischen Königshause auf Grund vielfachen Fehlverhaltens Spannungen auf. König und Königin hatten sich schon längst in Statistenrollen drängen lassen und setzten alle Hoffnungen auf ihren starken Mann. Hagen stand auf dem Höhepunkt seiner Macht. Das Vermögen aber, ausgleichend zu wirken, die Feinde des Reiches zu beruhigen und damit vorausschauend Konflikte zu vermeiden, war ihm nicht gegeben.
So sollte Siegfried nicht das einzige Opfer bleiben. Doch die Geschichte ist noch nicht zu Ende. Hoffen wir, dass sie besser endet als die mittelalterliche Dichtung, in der zuletzt das ganze Haus in Flammen stand.

Dr. Günter Schwill, 25. Juli 2009

25.07.2009
14:34
Viel Ärger um die Stamm-Spieler
von Arnulf Diegel | #3

Das Ding ist doch, dass Herr Voigt-Rademacher ähnlich wenig Ahnung vom Wasserball hat wie seine Vorgänger und da wurden solche Positionen auch schon mit so Leuten wie etwa Eckhardt Bade besetzt. Der war dem Sport so verbunden, dass er nie wieder gesehen wurde nach seiner Amtszeit.

Ich frage mich wie man überhaupt zu so einem Posten kommt, denn das scheint doch eine lukrative Geschichte zu sein. Zu gerne erinner ich mich da an die Geschichten rund um die TIBA-Bälle oder wer die Geschäftstslle des DSV gebaut hat, nunja, das Ganze drumherum in diesem Verband stinkt jedenfalls genauso wie so manches in der Politik.

Da wird eben für den Moment und den jeweils eigenen Vorteil gedacht, was danach kommt ist letzten Endes dann Latte.

Leute, schaut euch mal an wie es z.B. beim Hockey läuft........... das ist um einiges seriöser udn nicht so ein fieses Rumgeschacher.....

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