VfB Homberg gewinnt den Stadtpokal

So sehen Sieger aus: Die Kicker des in der Oberliga gestrandeten VfB Homberg hissten in der Halle das Erfolgssegel für das Jahr 2015.
So sehen Sieger aus: Die Kicker des in der Oberliga gestrandeten VfB Homberg hissten in der Halle das Erfolgssegel für das Jahr 2015.
Foto: Lars Fröhlich
Was wir bereits wissen
Der SV Genc Osman hatte eine Hand am Pott, unterlag dem Oberligisten aber im Neunmeterschießen. Die „Kleinen“ sorgten für viel Spannung

Duisburg..  Selbst die 2284 Kilometer weite Anreise von Maurice Schumacher brachte kein Glück. Der Torwart des MSV Duisburg war wegen einer Meniskusverletzung vorzeitig aus dem Türkei-Trainingslager der Zebras in Antalya abgereist, ließ sich in Duisburg untersuchen und humpelte dann auf Krücken in die Halle an der Krefelder Straße, um der MSV-Reserve beim 29. Duisburger Stadtpokal die Daumen zu drücken.

Doch als „Maskottchen“ brachte Schumacher nicht das erhoffte Glück. Der spielerisch teilweise entfesselt auftrumpfende MSV musste sich am Ende nach einem 4:5 gegen den Duisburger SV 1900 mit dem vierten Platz begnügen. Den Pokal holte der VfB Homberg nach einem dramatischen Finale gegen die Positiv-Überraschung SV Genc Osman. Nach einem 1:3-Rückstand schafften Thomas Schlieter und Almir Sogolj im letzten Moment noch das 3:3. Im Neunmeterschießen blieb der VfB cool: Fabian Hastedt, Oguzhan Cuhaci, Jonas Rölver und Almir Sogolj verwandelten vom Punkt. Jung-Keeper Fabian Groß wehrte zwei Schüsse von Genc Osman ab und hatte damit großen Anteil am Erfolg.

„Wenn viel auf einen drauf gehauen wird, muss man die Chance nutzen, positive Schlagzeilen schreiben zu können“, ballte VfB-Trainer Günter Abel die Faust. Der 49-Jährige: „Wir haben auf uns aufmerksam gemacht. Was gibt es Schöneres, als so ein Ding noch drehen? Glücklich war es nicht. Ein Spiel dauert halt so lange, bis die Uhr herunter gelaufen ist.“ Abel schob nach: „Genc war ein starker Gegner, hat aber versucht, uns am Ende die Hörner aufzusetzen und uns vorzuführen. Das lassen wir mit uns nicht machen.“ Hombergs Stürmer Almir Sogolj strahlte gleich doppelt: „Mit dem Turniersieg haben wir den ersten Grundstein für die Rückrunde in der Oberliga gelegt.“ Für ihn persönlich gab es noch die Auszeichnen zum besten Torschützen – per Losentscheid vor den ebenso treffsicheren Ogi Cuhaci (VfB) und Isi Öztürk (MSV). „Der Torjäger-Pokal ist gut für mich als Stürmer. Der Sieg tut gut für die ganze Mannschaft. Ich hoffe, dass wir diesen Aufschwung mit in die Rückrunde nehmen“, so Sogolj.

Ilyas Basol, Trainer des SV Genc Osman, zollte seinen Jungs trotz der Final-Niederlage ein dickes Lob: „Wir haben ein Super-Turnier gespielt. Aber ganz zum Schluss hat uns leider die nötige Cleverness gefehlt. Ein Neunmeter-Schießen ist immer Glücksache. Wir haben vorher zu viele Chancen liegen lassen.“

Das galt auch für die MSV-Reserve, die im Halbfinale gegen Homberg 0:2 verlor. „Wir haben zwei dicke Dinger durch Maik Goralski vergeben. Da hat der Homberger Torwart stark reagiert“, meine Coach Manfred Wölpper, der feststellte: „Es war eine sehr gute Atmosphäre in der Halle. Natürlich hätte es noch mehr Spaß gemacht, wenn wir ins Finale eingezogen wären. Aber ich denke, es war nicht enttäuschend, wie wir uns hier präsentiert haben.“

„Das macht den Reiz aus“

Die Turnierspiele liefen fast durchweg im fairen Rahmen ab. Mit Dejan Vukadinovic (DSV 1900) gab es einen schwerer Verletzten. Beim Routinier, der gegen Homberg nach einem Foul auf den Hallenboden knallte, besteht Verdacht auf Innenbandriss im Knie. Die Unparteiischen stellten mit Fabian Maas (MSV; Unsportlichkeit) und Özcan Alp (Rheinland Hamborn; Tätlichkeit) zwei Spieler mit Rot vom Feld. Alp verlor im Spiel gegen Homberg die Nerven, weil die Uhr beim Strand von 2:3 nicht angehalten wurde, und traf mit einem Schuss den Schiedsrichter. „So etwas darf Özcan nicht passieren und es wird eine interne Strafe nach sich ziehen“, erklärte Rheinland-Trainer Meric Elgalp, dessen Team fußballerisch vor insgesamt 1500 Fans durchaus punktete: „Wir haben ein gutes Turnier gespielt, tollen Fußball gezeigt. Vielen Zuschauern hat unsere Spielweise gefallen.“ Fachschaftsleiter Peter Thomas zufrieden: „Schön war, dass die Kleineren wie Rheinland, TuS Mündelheim oder Genc Osman sich gezeigt haben. Das macht den Reiz und die Qualität eines solchen Turniers aus. Die Resonanz war sehr positiv.“