Überragendes Jubiläum
07.07.2008 | 19:35 Uhr 2008-07-07T19:35:11+0200Die deutsche Mannschaft konnte mit einer guten Leistung gegen Rumänien überzeugen.Tobias Kreuzmann erzielte in seinem 200. Länderspiel drei Tore und war bester Deutscher
WASSERBALL EUROPAMEISTERSCHAFTVon Jörn Esser Nur 13 Stunden nach der vermeidbaren 6:12-Niederlage gegen Italien stand für das deutsche Team das erste Endspiel bei der 28. Wasserball-Europameisterschaft in Malaga auf dem Programm. Für Tobias Kreuzmann sollte es das 200. Länderspiel werden.
Für Rumänien, das tags zuvor noch ein sensationelles Remis gegen Serbien erkämpfen konnte, musste ebenfalls ein Sieg her, um die letzte Chance auf die Medaillenrunde zu wahren. Die Europameisterschaften in Malaga sind für die Rumänen, die nicht für Olympia qualifiziert sind, der absolute Saisonhöhepunkt.
Der gestrige Tag von Tobias Kreuzmann und Julian Real vom ASCD begann eigentlich viel zu früh. Nach unruhigem und kurzem Schlaf ging es bereits um 6.30 Uhr ins Becken um den Kreislauf für die wichtige Partie, die drei Stunden später stattfinden sollte, in Schwung zu bringen. "Ich war total müde und musste einen Kaffee mehr als sonst trinken, um richtig wach zu werden", sagte Kreuzmann mit einem Augenzwinkern.
Mit dem Spielbeginn war die Müdigkeit jedoch nicht nur Kreuzmann, sondern auch allen anderen DSV-Akteuren nicht mehr anzusehen. Es entwickelte sich ein sehr enges Spiel, dass nach zwei Vierteln 3:3 Unentschieden stand. "Das Spiel war sehr knapp, doch nach dem zweiten Viertel haben die Rumänen die Geduld verloren", resümiert Kreuzmann.
Die Osteuropäer spielten fortan sehr aggressiv, was zu einigen Herausstellungen führte. Diese Chance ließen sich die Spieler von Nationaltrainer Hagen Stamm nicht nehmen und zogen im dritten Viertel mit 6:3 davon und gewannen letztendlich mit 8:4. "Die Mannschaft hat Moral gezeigt. Jedes Spiel ist unterschiedlich, aber heute waren wir sehr konzentriert, im Gegensatz zum Spiel gegen Italien. Morgen haben wir ein echtes Finale um das Erreichen der Endrunde gegen Mazedonien. Das sollte unser Meisterstück werden", geht der Blick von Coach Stamm schon auf das nächste Spiel.
Auch Tobias Kreuzmann, der drei Tore beisteuern konnte und eine überragende Leistung ablieferte war nach dem Sieg erleichtert: "Wir haben einem schlechten Spiel erneut ein gutes Spiel folgen lassen. Bei der gestrigen Videoanalyse haben wir uns unsere Fehler aus dem Italien-Spiel sehr genau angeschaut und konnten umsetzen, was wir uns vorgenommen haben. Wenn wir immer so gut spielen würden, wie heute, dann gehören wir unter die besten sechs Teams."
Vergleiche mit den Fußballern sind Kreuzmann dabei nicht unrecht: "Wenn wir wie die Löw-Elf ins Finale kommen, soll's mir recht sein."
Kreuzmann, dem gar nicht bewusst war, dass er gegen die Rumänen sein 200. Länderspiel absolvierte, wollte seine eigene Leistung nicht überbewerten. "Es ist wirklich ganz egal, wer die Tore erzielt. Beachtenswert ist jedenfalls, dass Julian heute wieder sehr solide gespielt hat. Für seine 18 Jahre sind seine Leistungen überragend. Vor dem Tor ist er noch zu uneigennützig, aber seine Abwehrarbeit ist wirklich gut", verweist Kreuzmann lieber auf seinen jungen ASCD-Kameraden Julian Real. Es bleibt zu hoffen, dass das deutsche Team heute endlich die Serie durchbrechen kann und einem guten Spiel endlich eine weitere Topleistung folgen lassen kann.
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