U 23 des MSV Duisburg mit positiver Bilanz

MSV-Trainer Manfred Wölpper ist mit dem Saisonverlauf bislang zufrieden.
MSV-Trainer Manfred Wölpper ist mit dem Saisonverlauf bislang zufrieden.
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Was wir bereits wissen
Fußball-Oberligist MSV Duisburg II sieht sich mit Platz sechs in der Hinrunde im Soll. Nur die fünf Unentschieden ärgern Trainer Manfred Wölpper.

Duisburg..  Beim Blick auf die Hinrunde ist der Tenor beim MSV Duisburg II einhellig. Die Fünf, die in der Tabelle in der Spalte der Unentschieden steht, nervt die Akteure des Fußball-Oberligisten gewaltig. „Ich hätte lieber zweimal öfter verloren, dafür drei Spiele mehr gewonnen“, sagt Kapitän Maik Goralski.

„Mit Platz sechs sind wir absolut im Soll, bezüglich dessen, was wir vor der Saison an Zielen ausgegeben haben. Nichtsdestotrotz haben wir das ein oder andere Remis zu viel gespielt und dabei ein paar Punkte liegen lassen“, fasst Uwe Schubert, Leiter des Nachwuchs-Leistungs-Zentrums, zusammen. Und Trainer Manfred Wölpper wird noch etwas deutlicher: „Vier Niederlagen sind okay. Aber acht Siege zu wenig. Von unseren fünf Unentschieden, waren alle bis auf das 1:1 in Unterzahl gegen Bocholt unnötig wie ein Kropf.“

„Mit nur drei, vier Punkten mehr, wären wir ganz oben dabei“, merkt Wölpper an. „Doch im Großen und Ganzen können wir, auch mit Blick auf die Fluktuation, die bei einer Zweiten Mannschaft in jedem Jahr herrscht, sehr zufrieden sein“, schiebt der Coach nach. Elf Neuzugänge galt es einzubauen. Und da bei der U23 die Entwicklung der Spieler in der Prioritäten-Skala stets über der Punktzahl steht, gehen der Trainer und der NLZ-Leiter ohnehin mit einem guten Gefühl in die Winterpause.

„Mit Steffen Böhm und Niklas Heidemann haben sich zwei letztjährige A-Junioren zu Stammspielern entwickelt“, nennt Wölpper ein Bespiel, „das ist sehr wichtig für uns und spricht für die gute Arbeit des gesamten NLZ.“ Wie der Coach ist auch Uwe Schubert besonders vom Engagement des jungen Teams angetan. „Einige Spieler müssen sich in ihrem ersten Jahr noch etwas an den Seniorenfußball gewöhnen. Wir sind ja schon eher eine U 21 als eine U 23“, merkt der Jugendcheftrainer an.

Fleißiges Team

„Aber das Team zeichnet sehr viel Fleiß aus. Alle gehen sehr engagiert zur Sache. Auch diejenigen, die weniger gespielt haben.“ Bis auf Burak Akarca, der aus beruflichen Gründen beim MSV aufhört, bleiben auch alle Spieler an Bord. Auch Kenan Dünnwald (60 Minuten), Germanos Ioannidis (73) und Hatim Bentaleb (79), die mit Abstand die geringsten Einsatzzeiten aufweisen, bleiben am Ball.

Wölpper setzt auch auf die Spieler aus der zweiten Reihe: „Ich kann nur jedem Einzelnen raten, beharrlich dran zu bleiben und an die Chance zu glauben. Ihre Zeit wird kommen. Ismail Öztürk und Maik Goralski sind zwei leuchtende Beispiele dafür“, verweist der Coach auf die Entwicklung seines Zehn-Tore-Stürmers Öztürk, der in dieser Hinrunde als einziges Zebra alle 17 Spiele bestritt, und des vom Angreifer zum Innenverteidiger umgeschulten Kapitäns.

„Seit sie aus der A-Jugend kamen, haben sie fast eineinhalb Jahre gebraucht, um Fuß zu fassen. Jetzt sind sie zwei Leistungsträger und enorm wichtig für uns.“ Dazu zählt auch Tarkan Yerek, der nach Öztürk auf die meisten Einsatzminuten (1311) kommt. „Tarkan muss seine Emotionen nur noch etwas mehr in die richtige Richtung und weniger auf die Schiedsrichtern lenken“, hofft Wölpper auf etwas weniger Diskussionen des 20-Jährigen Heißsporns.

Kallenbach als Glücksgriff

Das Gegenteil ist bei Nils Pagojus der Fall. Der aus der A-Jugend hochgerückte zentrale Defensivmann strahle „eine gewisse Ruhe“ aus, sagt der Coach, „auch taktisch und technisch ist es gut. Er hat über die Hälfte der Spiele bestritten. Das ist ein gutes Zeichen. Nils könnte aber noch etwas emotionaler werden.“

Als Glücksgriff hat sich Tim Kallenbach erwiesen. Nach seinem Wechsel vom VfL Bochum II hat sich der 20-Jährige sofort auf der Sechser-Position festgespielt und den zum 1.FC Bocholt abgewanderten Toni Munoz-Bonilla „ansatzlos ersetzt“, lobt Wölpper. „Tim ist sehr zuverlässig und erfüllt unsere Erwartungen. Trotz seiner nur 1,70 Meter gewinnt er 80 Prozent der Kopfballduelle.“ Nur eine Leistenverletzung konnte Kallenbach stoppen.

Mehr Siege als Wunsch

„Was die Leistung angeht, erhofft sich Wölpper in dieser zweiten Halbserie „noch etwas mehr Siegeswillen und dass wir teilweise noch etwas rustikaler zur Sache gehen. Ansonsten können wir sehr zufrieden sein, wenn wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben.“ Fest steht aber nicht nur für ihn: Eine Zehn in der Unentschieden-Spalte möchte er am Saisonende nicht sehen. Wölpper: „Es sollten mehr Siege sein.“