TVA vergeigt beinahe 14-Tore-Polster

Gallien, das lernt man spätestens im Lateinunterricht, zerfällt in drei Teile. Das Heimspiel des Frauenhandball-Oberligisten TV Aldenrade gegen den SV Straelen zerfällt zwar nur in zwei – dafür aber zwei extrem unterschiedliche – Teile.

TV Aldenrade –
SV Straelen 32:29 (22:8)

TVA: Scheja (7), Ludwig (7/5), Schauenburg (5/1), Gensch (4), Rink, Kühnel (je 3), Lang (2), Getz.

Alice Scheja konnte sich das kaum erklärten. „Wir haben uns nur angeschaut und wussten selbst nicht, was auf einmal passiert“, sagte die siebenfache Walsumer Torschützin. „Auf einmal sind nur noch die Tore gegen uns gefallen.“ Dabei lief es vorher optimal. Bis zum 5:4 konnte der Fünfte aus Straelen mithalten, dann parierte TVA-Keeperin Manuela Doktor zwei Siebenmeter innerhalb einer Minuten und Aldenrade setzte sich in der Folge immer weiter ab. 22:8, also 14 Tore Unterschied. Das ist eine Menge Holz. Zum Glück waren es am Ende noch drei Holzscheite mehr – denn die Leistung der Walsumerinnen nach dem Seitenwechsel war völlig indiskutabel. Schon nach wenigen Sekunden in der zweiten Hälfte war es zu ahnen. Die TVA-Spielerinnen schauten völlig entspannt drein, lachten, flachsten – nur aufs Spiel, darauf konzentrierten sie sich nicht mehr. Mit elf Toren ging Hälfte zwei an Straelen. Als der SVS knapp drei Minuten vor Ende auf 28:31 verkürzte hatte, schien es gar noch knapper zu werden, doch den Sieg ließen sich die Walsumerinnen dann doch nicht mehr nehmen. „Das müssen wir erst einmal analysieren“, so Trainer Manfred Wählen.

ETuS Wedau –
TV Lobberich 20:28 (8:17)

ETuS: Reuter (4), Jugovac (3/3), Büttner, Nacken, Walter (je 3), Kaiser (2), Ueffing, Schneider.

Wedaus Trainer Jörn Janhsen hatte vor dem Spiel gegen den Tabellennachbarn verlangt, dass seine Mannschaft mal wieder richtig Gas gibt. Nach 60 absolvierten Minuten fiel sein Fazit jedoch äußerst ernüchtert aus: „Lobberich wollte den Sieg einfach mehr als wir.“ Nach halbwegs ausgeglichener Anfangsphase mit einem 3:4-Rückstand kam der ETuS mit zunehmender Spieldauer immer weniger mit der offensiven Deckung der Gäste zurecht. „Die waren auch viel giftiger als wir“, beobachtete Janhsen. Auf Wedauer Seite gab es zudem viele technische Fehler, sodass die Nettetalerinnen davonziehen konnten und beim Pausenstand von 8:17 aus ETuS-Sicht schon praktisch alles gelaufen war. Zwar befand der Coach, sein Team habe nach dem Seitenwechsel ein bisschen mehr investiert, aber weil es nicht gelang, die Fehler abzustellen, blieb auch der Abstand konstant gleich, so dass die Partie dem absehbaren Ende entgegenplätscherte. „Es war ein schlechtes Spiel von uns. Da muss einfach mehr von der Mannschaft kommen, mehr Wille dahinterstecken“, so Jörn Janhsen. Am Dienstag steht für ihn und seine Mannschaft das Viertelfinale im Kreispokal beim Landesligisten HSG Vennikel/Rumeln/Kaldenhausen an (19.30 Uhr, AEG).