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Trainer Tohfa klatschnass

10.06.2012 | 21:14 Uhr
Trainer Tohfa klatschnass
Jubel beim FC Hagenshof: Die Spieler ließen Coach Tohfa nach dem Aufstieg hochleben. ( Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool)

Duisburg. Volle Ränge, lange Schlangen an der Kasse: 800 Zuschauer drängten sich gestern auf die Anlage des SV Walsum, um sich das Aufstiegsspiel in die Kreisliga A zwischen dem 1. FC Hagenshof und Rheinland Hamborn anzusehen. Am Ende hatte Hagenshof in einem intensiven Duell, das aber zu keinem Zeitpunkt aus dem Ruder lief, die Nase vorne. Das „goldene Tor“ zum 1:0 erzielte FC-Torjäger Denny Schlagenhaft, der im Saisonverlauf bereits 40 Treffer markiert hatte und in der 70. Minute irgendwie zur Stelle war. Schlagenhaft bugsierte den Ball an Torwart Selcuk Saracbasi vorbei über die Linie.

„Ein geiles Gefühl“

„Es ist ein geiles Gefühl, mit der Truppe aufzusteigen. Ich kann das kaum beschreiben“, strahlte Schlagenhaft, „am Donnerstag hatten wir noch alle zusammen gefrühstückt und sind die verschiedenen Taktiken durchgegangen. Wir wollten zunächst einmal sicher stehen. Das ist uns auch gelungen.“

Chancen besaßen auf beiden Seiten Seltenheitswert. Nach dem Seitenwechsel kam mehr Schwung in die Partie. Beim Stand von 0:0 musste Hagenshofs Torwart Tim Ademes, der monatelang aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung stand und jetzt kurzfristig aushalf, in höchster Not gegen Erdal Uyar klären. „Unser Stammkeeper konnte verletzungsbedingt nicht spielen. Tim hat das super gemacht. Man hat den Jungs eine gewisse Nervosität angemerkt. Aber dann hat es doch noch geklappt. Ich fühle mich richtig erleichtert“, atmete Hagenshofs Trainer Mohammed Tohfa auf, der die Truppe im dritten Jahr betreut: „Zweimal haben wir den Aufstieg knapp verpasst, umso schöner, dass es jetzt geklappt hat.“ Für Tohfa bedeutete der Sprung in die Kreisliga A bereits den siebten Aufstieg in seiner Coachlaufbahn. Seine Spieler ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, den gebürtigen Marokkaner unmittelbar nach dem Abpfiff mit einer Sektdusche zu überraschen. Doch damit nicht genug: Marcel Feld & Co. orderten flugs Malzbier und Gerstensaft, um auch diese Getränke über Tohfa auszukippen. Der Aufstiegstrainer nahm’s mit Humor: „Ich stinke!“ Für Tohfa ist nicht nur der sportliche Erfolg, sondern die Außendarstellung enorm wichtig: „Wir werden oft niedergemacht, es gibt Vorurteile gegen uns. Viele haben mich gefragt: Warum bist du ausgerechnet in Hagenshof Trainer? Wir wollen einfach zeigen, dass wir eine friedliche, disziplinierte Mannschaft sind. Bei uns ist die Kameradschaft der Trumpf.“

Mit Denny Schlagenhaft droht allerdings der Verlust der „Tormaschine“. „Ich möchte in die Bezirksliga wechseln, verrate aber noch nicht, zu welchem Klub“, so der 20-Jährige. Tohfa: „Die Gespräche mit Denny sind noch nicht beendet. Wenn wir zusammenbleiben, können wir auch eine Klasse höher eine gute Rolle spielen.“

Nach dem Aufstieg versammelten sich die Hagenshofer Kicker mit Spielerfrauen und Fans in ihrem Klubhaus, feierten dort bei Pizza und Bier. „Wir hatten in der Vergangenheit immer was vorbereitet, da hat es nie geklappt. Diesmal lief alles spontan“, erklärte Präsident Frank Blom, der sich positiv über den Gegner äußerte: „Die Rheinland-Spieler haben nach dem Duschen alle unseren Jungs gratuliert. Das war eine schöne Geste.“

Thomas Tartemann

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