Spitzenspiel und „Winter Game“

Im Hinspiel gegen Leipzig ließen es Kevin Orendorz und Co. ordentlich rumsen. Der EVD gewann mit 4:1.
Im Hinspiel gegen Leipzig ließen es Kevin Orendorz und Co. ordentlich rumsen. Der EVD gewann mit 4:1.
Foto: Lars Heidrich
Was wir bereits wissen
Zwei ungewöhnliche Partien für den EVD: Die Füchse spielen am Freitag in Taucha auf einer kleinen Eisfläche gegen die Icefighters Leipzig und am Samstag unter freiem Himmel in Niesky.

Duisburg..  2 Grad. Wolkig. Kein Regen. Das ist die Wettervorhersage für Niesky am Samstagabend. Bei den meisten anderen Spielen dürfte sich in einem Eishockeytross allenfalls der Busfahrer ernsthaft für diese Dinge interessieren. Diesmal aber nehmen es die Füchse ganz genau zur Kenntnis. Denn der Eishockey-Oberligist EV Duisburg steht vor einem außergewöhnlichen Endrunden-Wochenende: Heute geht es nach Taucha (20 Uhr) zum Spitzenspiel gegen die Icefighters Leipzig, ehe am Samstagabend um 18.30 Uhr die Partie bei Tornado Niesky ansteht – in einem Freiluftstadion. Keine Wände, kein Dach. „Old School“ sozusagen.

Doch auch die Eissporthalle in Taucha beim heutigen Topduell mit Leipzig bietet Ungewöhnliches. Regel 12.1 der Internationalen Eishockey-Verbands (IIHF) schreibt vor, dass eine Eisfläche 60 Meter lang und 25 bis 30 Meter breit sein soll; für WM-Turniere ist die Breite von 30 Metern gar Pflicht. Ausnahmen sind aber nach vorheriger Prüfung gestattet. Eine dieser Ausnahmen ist Taucha mit nur 26 Metern in der Breite und einer Länge von 56 Metern. Damit ist die Fläche so schmal wie eine NHL-Fläche und sogar kürzer (!) als der Durchschnitt in der nordamerikanischen Topliga. „Ich denke aber, dass das ein Vorteil für uns ist“, sagt EVD-Teamchef Lance Nethery. Zudem werden die Füchse am Freitagmorgen in Taucha trainieren; schon am Donnerstag ging es nach dem Morgentraining in Richtung Sachsen. Das Hinspiel hatte der EVD mit 4:1 gegen Leipzig gewonnen und so den Icefighters die einzige Niederlage in dieser Runde beigebracht. „Allerdings ist Leipzig daheim deutlich stärker“, mahnt EVD-Coach Uli Egen. „Zudem darf man nicht vergessen, dass Mannix Wolf das Team beim Hinspiel hier in Duisburg nicht coachen konnte“, so Nethery, der auch daran erinnert: „Das war damals das erste Spiel von Uli und mir. Da ist jeder Spieler besonders motiviert.“ Allerdings geht der Teamchef davon aus, dass sich das nun kaum anders verhält. Gewinnen die Füchse auch in Taucha, ist die Play-off-Teilnahme zum Greifen nah.

Noch eine Spur ungewöhnlicher wird es tags darauf in Niesky. „Wir fahren schon nach dem Spiel am Freitag in die Lausitz und werden in der Nähe von Niesky übernachten“, so Nethery. Die letzten „Open-Air-Spiele“ des Duos?„Als ich Trainer in Essen war, haben wir in Ravensburg in einem offenen Stadion gespielt“, so Egen. „Bei mir war es noch als Davoser Spieler in St. Moritz“, erklärt Nethery. Egen: „Wenn es kalt ist und nicht regnet, kann die Eisqualität sehr gut sein. Wir richten uns aber auf alles ein. Zudem darf man nicht vergessen, dass wir ein Spiel vom Vortag in den Knochen haben..“ Niesky selbst hat übrigens Fanschals anlässlich der Endrunde herausgebracht. Titel: „Nieskyer Winter Games“.

Füchse-Frauen im Play-off-Halbfinale

Wer es nicht nach Taucha schafft, muss auf Eishockey nicht verzichten. Am Freitag um 19.30 Uhr bestreiten die Füchse-Frauen daheim in der Scania-Arena ihr erste Play-off-Halbfinalspiel in der 2. Liga gegen den SC Langenhagen. Der Eintritt ist frei, ein Verkaufsstand ist auch geöffnet. Und der kleine EVD-Frauen-Kader könnte Fanunterstützung gut gebrauchen.