Spielstarker MSV II will noch weiter nach oben

Klare Sache: Das Testspiel bei Bezirksligist Rot-Weiß Mülheim entschied der MSV II mit 7:1 für sich.
Klare Sache: Das Testspiel bei Bezirksligist Rot-Weiß Mülheim entschied der MSV II mit 7:1 für sich.
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Was wir bereits wissen
In der Hinrunde der Fußball-Oberliga ärgerten Trainer Manfred Wölpper nur die fünf Remis des MSV Duisburg II. Am Sonntag geht’s zum Start nach Baumberg.

Duisburg..  Auf ein Neues: Mit dem Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Baumberg (15 Uhr, Sandstraße) starten die Kicker des MSV Duisburg II am Sonntag in die Rückrunde der Oberliga. Das Spiel gegen den Drittletzten, dass die Zebras beim 5:0 zu Saisonbeginn äußerst deutlich gestalteten, auf die leichte Schulter zu nehmen, kommt für Manfred Wölpper nicht in Frage: „Das Hinspiel spielt keine Rolle mehr. Baumberg hat einen neuen Trainer und viele neue Spieler. Sie werden sich mit Händen und Füßen gegen den Abstieg wehren“, sagt der Coach. Die Marschroute, mit der sein eigenes Team die Rückrunde angeht, zielt in eine Gegensätzliche Richtung: „Wir wollen weiter attraktiven Fußball spielen und werden uns nicht hinten rein stellen.“

Die Zwischenbilanz: Das Hinrundenfazit des Trainers fällt positiv aus. Mit Niklas Heidemann und Steffen Böhm haben sich zwei A-Jugendliche zu Stammkräften entwickelt, Profis konnten sich mit Einsätzen in der Reserve wieder an den Drittliga-Kader heranarbeiten, das junge Team ist engagiert und lässt die Kugel flüssig laufen. Mit Platz sechs sieht der Trainer sein Team im Soll. „Nur die fünf Remis ärgern mich. Die waren fast alle unnötig.“

Die Perspektive: „Ich sehe es mit einem lachenden, aber auch weinenden Auge, wenn ich die Statements der vielen anderen Trainer höre, die uns als das spielstärkste Team der Liga bezeichnen“, sagt Wölpper. „Das tut natürlich gut, aber dafür ist Platz sechs dann doch zu wenig.“ Dennoch kommt diese Einschätzung nicht von ungefähr. Die junge Truppe weiß mit offensivem Fußball aus einer stabilen Defensive und gutem Zusammenspiel zu begeistern. Die Talente entwickeln sich weiter und mit etwas mehr Entschlossenheit ist in der Rückrunde sicher noch mehr drin.

Das Personal: Bis auf Aushilfs-Keeper Mert Özdil sind keine Neuzugänge zum Team gestoßen. Zumal regelmäßig Profis mitmischen, von denen einige wie Gökan Lekesiz und zuletzt Deniz Aycicek schon fast zum Stammpersonal zählen, bestand auch kein Bedarf. Der Kader ist breit, das Stammpersonal zeigt beständige Leistungen. Auch der Abgang von Außenverteidiger Burak Akarca (KFC Uerdingen) kann kompensiert werden. Zum Saisonstart droht Maik Goralski nach starker Grippe auszufallen. Mit dem wieder genesenen Nils Pagojus, Joao Pedro und auch „Allzweckwaffe“ Arne Kleinpaß sieht Wölpper aber auch zum Abwehrchef „genug Alternativen.“

Die Vorbereitung: Einziger kleiner Makel von den Ergebnissen her war das 2:4 beim Oberligisten TuS Ennepetal. Eine richtige Blöße aber gaben sich die Zebras in keinem der acht Testspiele, in denen der Coach oft zahlreich durchwechselte. Mit dem 0:3 beim FC Kray und zuletzt dem 1:1 bei Fortuna Düsseldorf II schlug sich der MSV II auch gegen Regionalligisten achtbar.

Die Leistungsträger: Ismail Öztürk hat nicht ohne Grund die meisten Einsatzzeiten in der Hinrunde erhalten. Mit 15 Treffern in 17 Spielen ist er der Toptorjäger im Team, gefolgt von Profi Gökan Lekesiz (8/ 12), dessen Hilfe in der Reserve immer gern gesehen ist. Auf der anderen Seite verleihen Maik Goralski und Babacar M’Bengue der Abwehrreihe zuverlässig Stabilität, vor der Tim Kallenbach und Tarkan Yerek das Mittelfeld gekonnt antreiben. Der Allrounder im Team ist Arne Kleinpaß. Wölpper: „Man könnte meinen, er freut sich auf jeden Zweikampf.“

Die Prognose: Von den spielerischen Mitteln her gehört der MSV II sicher unter die ersten drei Teams der Liga. Mit vier Punkten mehr aus den unnötigen Remis gegen Hilden (3:3) und Ratingen (1:1) hätten die Zebras auch schon dort überwintert. An den „Semi-Profi-Teams“ Wuppertal und Velbert vorbei zu kommen, wird schwer, aber Platz drei ist für die junge Truppe drin.