Sommernachts-Dämmerung in Huckingen

Es könnte das letzte Starterfeld beim Huckinger Sommernachtslauf gewesen sein: Veranstalter TuSpo stellt den Lauf auf den Prüfstand.
Es könnte das letzte Starterfeld beim Huckinger Sommernachtslauf gewesen sein: Veranstalter TuSpo stellt den Lauf auf den Prüfstand.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
TuSpo Huckingen stellt den Sommernachtslauf angesichts sinkender Teilnehmerzahlen auf den Prüfstand. Bei jenen, die am Samstag am Start waren, genießt der Lauf weiterhin ein hohes Ansehen.

Duisburg..  Roman Roßmannn wachte am Samstag mit einem leicht mulmigen Gefühl auf. Womöglich würden er und die anderen Mitglieder des Organisationsteams von TuSpo Huckingen am Abend zum letzten Mal die Ausrichtung des Sommernachtslaufs angehen. Ob die Läufe über fünf und zehn Kilometer, die aufwändige Straßensperrungen erfordern, eine Zukunft haben werden, hängt für die Huckinger nicht zuletzt von der Teilnehmerzahl ab. „Werden es nicht mehr als im letzten Jahr, würde ich dafür plädieren, den Lauf zu streichen“, hatte Roßmann im Vorfeld gesagt. Da ließen die Vormeldungen für die 18. Ausgabe am Steinhof Schlimmes befürchten.

Letztlich zählten die Huckinger insgesamt 211 Teilnehmer. 14 weniger als im Vorjahr. „Dafür, dass teilweise nur 40 Meldungen vorlagen, ist das Ergebnis noch versöhnlich“, so Roßmann. Glücklich machen 100 Starts über 5000 und 80 beim 10 000-Meter-Hauptlauf die ehrenamtlichen Veranstalter aber auch nicht. „Wir müssen uns mit dem gesamten Team zusammensetzen und überlegen, ob und wie es weiter gehen kann. Zumal im nächsten Jahr die erhöhten Abgaben an den Verband erforderlich werden“, merkt Roßmann ein weitere Hürde für Laufveranstalter an.

Die Teilnehmer fänden es schade. So auch Torsten Graw, der in 31:38 Minuten den Hauptlauf gewann. Für den Deutschen Jugendvizemeister von 2009 über 5000 Meter, den Ermüdungsbrüche in beiden Füßen vor zwei Jahren zur Beendigung der Profilaufbahn zwangen, war diese Zeit „ein Befreiungsschlag“. Warum der Lauf nicht mehr so gut angenommen wird, versteht er nicht. „Die Infrastruktur ist überragend und die Strecke sehr schnell“, zog der Mann vom Ayyo Team Essen einen Vergleich, der Musik in den Ohren der Organisatoren war. „Kurz nachdem ich 2011 zum ersten Mal hier mitmachte, war ich bei der Deutschen Straßenmeisterschaft in Ohrdruf dabei. Da waren Strecke und Bedingungen in Huckingen besser.“ Gerne würde der Sieger, der im nächsten Jahr noch einmal die Profilaufbahn angehen möchte, dann auch wieder in den Steinhof einlaufen. „Ich bin bereit, mitzuhelfen und in der Szene für die Veranstaltung zu werben.“

Spangenberg gewinnt Süd-Cup

„Das hören wir natürlich gerne“, so Roßmann, „das Problem im Sommer ist auch, dass immer irgendwo etwas los ist, das manche Läufer von der Teilnahme abhält.“ War es im letzten Jahr die Fußball-WM, so bot diesmal unter anderem die „Extraschicht“ ein kulturelles Gegenangebot. Zudem traten Spitzenathleten wie Karsten Kruck und Karol Grunenberg nicht an, da sie am Sonntag bei den NRW-Meisterschaften in Bottrop starteten.

Fabian Dichans – mit seinen Teilnahmen seit 2006 „schon fast ein Evergreen“ bei den drei Veranstaltungen der Huckinger – würde ebenfalls ungern auf den nächsten Start verzichten. „Die schnelle Strecke gibt alles für einen attraktiven Lauf her. Ich könnte noch einige Kollegen auf ihn aufmerksam machen.“ Nach seinen Teilnahmen beim Biegerpark- und Angerlauf holte Dichans mit Platz drei beim Finale im Steinhof (33:39) den zweiten Rang in der Süd-Cup-Wertung, die sich aus diesen drei Läufen zusammensetzt. Den Siegerpokal in der auch altersabhängigen Wertung nahm Markus Spangenberg vom ASV Duisburg mit. Bei den Frauen gelang dies der Mülheimerin Martina Schimanski vor Felicitas Vielhaber und Nina Koopmann. Diese Andenken werden sie sicher gut bewahren. Vielleicht werden es die letzten ihrer Art sein…

Alle Ergebnisse auf www.süd-cup.de.