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Frauenfußball

So denkt FCR-Trainer Marco Ketelaer

25.01.2012 | 19:48 Uhr
So denkt FCR-Trainer Marco Ketelaer
FCR-Trainer Marco Ketelaer hofft auf Ersatz für die wechselnden Leistungsträgerinnen. (Foto: Lars Fröhlich)

Duisburg.  Nach den Abgängen von Luisa Wensing und Alexandra Popp muss die Mannschaft des Bundesligisten FCR Duisburg zur kommenden Saison eine neue Struktur erhalten. Trainer Marco Ketelaer mahnt im Interview: „Nur mit jungen Leuten geht es nicht.“

Das Jahr hätte für Marco Ketelaer aus rein sportlicher Sicht nur unwesentlich besser beginnen können. Sieg beim Turnier in Kiel, Platz zwei beim Hallenpokal in Magdeburg – eine ordentliche Bilanz. Doch die personellen Nachrichten der vergangenen Tage haben dem Trainer des FCR 2001 Duisburg ein wenig die Laune verhagelt. Der Abgang von Luisa Wensing und Alexandra Popp zum Saisonende nach Wolfsburg, der ebenfalls im Sommer drohende Wechsel von Simone Laudehr und ihr verletzungsbedingter Ausfall lassen die Perspektiven für den Tabellenzweiten der Frauenfußball-Bundesliga wenig erfreulich erscheinen. Thomas Kristaniak sprach mit dem 42-jährigen Coach.

Drei Leistungsträgerinnen des FCR stehen vor dem Absprung. Können Sie das nachvollziehen?

Marco Ketelaer: Man geht ja immer davon aus, dass eine Spielerin sich für die bessere Mannschaft entscheidet. Im Moment stehen wir in der Tabelle vor Wolfsburg und Frankfurt, das sind also nicht die schlechtesten Perspektiven – gerade, was die Teilnahme an der Champions League angeht.

Warum also gehen beispielsweise Luisa Wensing und Alexandra Popp nach Wolfsburg ?

Ketelaer: Sie sprechen in diesem Fall immer so schön vom Gesamtpaket, das stimmen muss. Ob das nun berufliche oder finanzielle Aussichten sind, weiß ich nicht, das muss man die Spielerinnen fragen.

Hatten Sie denn überhaupt die Hoffnung, dass beide bleiben würden, als das Wolfsburger Interesse offiziell wurde?

Ketelaer: Ich denke schon, dass das eine enge Kiste war. Soweit ich weiß, hat der Verein den Spielerinnen ein gutes Angebot gemacht. Am Samstag ist Poppi dann als Kapitänin beim Hallenpokal vorangegangen, es herrschte eine Superstimmung. Ich hatte das Gefühl: Das ist genau die junge Truppe, wie ich sie mir für die Zukunft vorgestellt habe.

Aber dann folgte am Montag die Gewissheit, dass es nicht so sein würde.

Ketelaer: Da habe ich den beiden dann die Möglichkeit gegeben, die Mannschaft vor Trainingsbeginn über ihren Wechsel zu informieren, und das dann in meiner Ansprache sofort aufgegriffen. Wir sind bis zum Saisonende weiter ein Team und können unsere Ziele nur erreichen, wenn wir an einem Strang ziehen. Der Tenor der Spielerinnen war ähnlich, wobei schon zu erkennen war, dass sie traurig sind. Resignation habe ich aber nicht festgestellt.

Nun steht auch hinter Simone Laudehr für die neue Saison zumindest ein dickes Fragezeichen. Der Kader wird also umstrukturiert werden müssen.

Ketelaer: Es ist klar, dass wir diese Spielerinnen nicht 1:1 ersetzen können. Das sind ja auch Typen, die wichtig für die Mannschaft sind. Es wird eine ganz schöne Aufgabe sein, für sie Ersatz zu finden.

Wie sieht da das Anforderungsprofil aus? Gerade im Angriff dürfte es schwierig werden, in Deutschland eine adäquate Alternative zu Alexandra Popp als Stürmerin finden.

Ketelaer: Das stimmt wohl, da werden wir unsere Fühler sicher auch im Ausland ausstrecken. Ansonsten gibt es einen Pool an Spielerinnen, die infrage kommen. Klar ist, dass es mit jungen Leuten allein nicht gehen wird. Da kann man seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden, dessen muss sich auch der Verein bewusst sein. Wenn mir zwei oder drei erfahrene Kräfte dazubekommen, können wir auch gern wieder vier, fünf Talente hinzunehmen.

Allerdings gibt es auch die Option, die entstehenden Lücken intern zu füllen.

Ketelaer: Sicher werde ich nicht in die Lage kommen, dass ich keine Rechtsverteidigerin mehr habe. Man kann Marina Himmighofen dort spielen lassen oder auch Linda Bresonik. Und auf der Position von Simone Laudehr, deren Verbleib ich nach wie vor nicht ausschließe, können sich in den kommenden Wochen während ihrer Verletzungspause andere Spielerinnen empfehlen. Eine Jackie Groenen beispielsweise, die den Anspruch hat, dort zu spielen, kann jetzt beweisen, dass sie uns sportlich weiterbringen kann.

Thomas Kristaniak

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Kommentare
28.01.2012
04:24
So denkt FCR-Trainer Marco Ketelaer
von fraka | #2

Mit Lira Bajjmaraj fing es an.

Dann, chronologisch ungeordnet, ging es zügig weiter,

Hegering, Maes, Knaak, Fuß, Grings , Kiesel, Roelnig, Holl... nun Laudehr, Deutschlands perfekteste Spielerin, Wensing, Popp, dazu noch der Abgang einer Reihe Ergänzungsspielerinnen, und wahrscheinlich hab ich noch einige vergessen.
Krahn wird wohl auch gehen, Bresonik gilt als schwierig und es fehlt wohl nur ein gutes Angebot.
Dazu die unwürdige, konzeptlose Entlassung von M. Voss
So eklatant wie die Vereinsführung des FCR hier total versagt, ist wohl einzigartig. Ich habe in über 50 Jahren moch nie einen Verein erlebt, der sich in so kurzer Zeit derart selbstdemontiert hat..Die Nachwuchsarbeit ist in den letzten zwei Jahren eingebrochen.Keine Top-Spielerin kann gehalten werden und auf der HP immer nur Friede, Freude, Eierkuchen.
Es ist der Punkt absehbar, ab wann die Heimspiele an der Mündelheimer Straße ausgetragen werden können.
Danke, ihr " Verantwortlichen" des FCR...ihr seid wirklich einmalig.

26.01.2012
12:07
Kann der Verein nix für
von JotZee | #1

Wolfsburg führt sich im Männer- und Frauenbereich einfach unmöglich auf, da kann der Verein FCR Duisburg nichts für, dass er weder so finanzkräfitg noch so skrupellos ist. Ich hätte von Alex und Luisa allerdings mehr Rückgrat erwartet. Dass man nach Potsdam oder Frankfurt wechselt könnte ich ja verstehen, aber nach Wolfsburg? Das ist wirklich nur des Geldes wegen und das ist nachvollziehbar, aber dennoch mies. In Duisburg spielt man ja auch nicht für Erdnüsse, in Frankfurt und Potsdam hätte man auch ein paar Nüsse zusätzlich bekommen, aber den Magathisten des FC Volkswagen auf den Leim zu gehen, ist charakterlos und - pardon - dämlich. Hoffentlich wird Wolfsburg in der Liga nie was reißen, damit sich die dortigen Söldnerinnen schön ärgern. Traditionsloser als die Männermannschaft aus der Autostadt geht´s nicht? Doch, die Frauenmannschaft hat tatsächlich noch weniger Fans. Geht doch gleich zu RB Leipzig! Ach, die haben ja noch keine Frauenmannschaft... Verkaufen die Ihre Seele für nen Golf. Pfui!
Ketelaer soll sich nicht beirren lassen und weitermachen. Und Annike Krahn sollte JETZT ein Zeichen setzen und ihren Vertrag verlängern - und zwar mal für mehr als nur ein Jahr. Duisburg wird Titel holenb, Wolfsburg herumdümpeln. Bitte, lieber Fußballgott! ;)

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