Slapstick – MSV II kassiert zwei Treffer in der Nachspielzeit

Manfred Wölpper wusste nicht, ob er weinen oder lachen sollte. „Das ist ja schon fast Slapstick“, sagte der Coach des MSV Duisburg II zur Entstehung des nun 13. Remis seiner Kicker in der Fußball-Oberliga. Nach regulärer Spielzeit führten die Zebras am Sonntag beim SC Kapellen/Erft mit 3:1 – als die zweiminütige Nachspielzeit vorbei war, stand es 3:3 (0:1).

„Es ist fast schon zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre“, hatte sich Wölpper schon auf das Ende der Durststrecke nach zehn Spielen ohne Sieg gefreut. „Aber es ist, als ob ein Fluch auf uns lastet. So etwas habe ich in der Form noch nicht erlebt. Einfach unfassbar.“

Lob für Burak Yildiz

Sein Team hatte das Spiel beim 14. der Tabelle trotz einiger Umstellungen gut im Griff. Im Sturm begann Kenan Dünnwald für den angeschlagenen Kapitän Maik Goralski. Nils Pagojus rückte aus der Abwehrkette auf die Doppelsechs vor, sodass A-Junior Burak Yildiz sich in der Innenverteidigung beweisen konnte. „Ein gutes Debüt“, lobte Wölpper den zukünftigen U-23-Kicker. „Burak war sehr kopfballstark.“

In der 41. Minute ging der MSV durch einen Konter über Dünnwald, den Mano Ioannidis abschloss, in Führung. Per Handelfmeter erhöhte Deniz Aycicek auf 2:0 (53.), ehe Kapellen nach einem Angriff über die rechte Seite durch Eduard Ungefug zum 1:2-Anschlusstreffer kam (67.). Als Philip Erkes den Ball dann aber 17 Minuten vor Schluss zum 3:1 für Duisburg über die eigene Linie drückte, schien den Zebras der erste Sieg nach zuvor zehn vergeblichen Anläufen nicht mehr zu nehmen zu sein.

Doch in der zweiten Minute der Nachspielzeit ließ Arne Kleinpaß seinen Gegner völlig unnötig im 16er auflaufen, obwohl der Ball wohl im Toraus gelandet wäre. Ömer Okyar verwandelte den fälligen Strafstoß zum 2:3. Statt den Ball zu halten, suchten die Zebras mit Wiederanpfiff den Abschluss, was einen Gegenstoß zur Folge hatte, den Okyar noch in der gleichen Minute zum nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich nutzte.